Gemeinsamer Orgasmus – muss das sein?

gemeinsamer orgasmus muss das sein
Orgasmus
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Kolumne: Sex to go

Gemeinsamer Orgasmus? Auf jeden Fall schön! Aber manchmal auch ein bisschen anstrengend. Wer das Lust-Feuerwerk nacheinander zündet, hat länger Spaß.

Klar musste ich sofort an diese Zeichentrickmaus denken, als der smarte Südländer mir seinen Namen sagte: Gonzales. Der nächste Gedanke war: „Hoffentlich vögelt er nicht wie die schnellste Maus von Mexiko.“ Ich hatte Glück: Gonzales war Spanier, und zwar einer von denen, die den Rhythmus des Flamenco mit der Kraft des Stierkampfes vereinen.

Der perfekte Liebhaber

Orgasmusmäßig war Gonzales ein echter Jackpot , denn das Lust-Feuerwerk brannte zeitlich genau so ab, wie ich es mag: Ich kam zuerst und er etwas später. Ich hatte also zwei oder drei spitze Schreie Vorsprung. Warum ich auf diese Reihenfolge so abfahre? Daran ist die Biologie schuld, denn beim Orgasmus zieht sich die Vagina rhythmisch zusammen – und genau in diesem Moment braucht sie einen starken Gegenpart.

Sprich: die Stoßbewegungen meines Partners. Wenn er noch ein bisschen weitermacht, während ich komme, intensiviert das meinen Orgasmus. Sowieso können wir Mädels ja nicht nur öfter , sondern auch länger kommen als Männer. Da ist ein kleiner Vorsprung für uns eine gute Sache – während der Lover noch über pralle Power verfügt. Ich weiß: Es gibt da diese Simultan-Freaks.

Gemeinsamer Orgasmus kein Muss

Für die ist ein gemeinsamer Orgasmus die Krönung einer Liebesbeziehung . Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es für einen Mann so toll ist, wenn er sich ständig kontrollieren und genau den einen Moment abpassen muss, wenn seine Partnerin das große „Ooohhh, jaaaa, OOOHHH!“ anstimmt. Wenn beide nur darauf aus sind, ihre Orgasmen auf die Sekunde zu timen, artet das doch in Stress aus!

Sex ist kein Synchronschwimmen. Kein Wettlauf. Überhaupt nichts Sportliches. Nur Spaß. Das gepflegte Nacheinander ist einfach am entspanntesten und hat noch folgenden Vorteil: Man erlebt die Lust des anderen viel intensiver, wenn man nicht völlig mit der eigenen Ekstase beschäftigt ist. Ich jedenfalls nehme während des Orgasmus nichts anderes und niemanden wahr.

Konzentration auf den Partner

Wenn also mein Liebster genau in demselben Moment kommt wie ich, registriere ich das kaum. Ich befinde mich ja gerade im schönsten Nirvana. Erreichen wir den Gipfel aber mit etwas Abstand, dann kann ich mich völlig auf meinen Partner konzentrieren , in seine Augen eintauchen und sehen, wie er in Flammen aufgeht. Das ist viel intimer, als zu zweit zu verglühen und dabei doch eigentlich allein zu sein.

Ein Problem ist der zeitlich versetzte Höhepunkt selbst dann nicht, wenn der Mann zuerst kommt. In diesem Fall widmet er sich eben noch mit Zunge, Fingern oder Spielzeug meinem Höhepunkt. Jungs, ganz ehrlich, uns Mädels ist es doch egal, wie wir kommen. Solange wir kommen! Und wenn ich zuerst durch den Feuerreifen springe, er aber solange weitervögelt, bis ich schon nicht mehr feucht bin?

Oralsex als Vorspiel

Dann nimmt man eben Gleitgel! Beim nächsten Mal kann ich mich ja darauf einstellen und lasse ihn einfach ein bisschen vorglühen – mit ausgiebigem Oralsex oder einer Handmassage . Gonzales war wie gesagt ein echter Glücksfall. Nur irritierte er mich ein bisschen, denn als es ihn übermannte, rief er in seiner Muttersprache: „Ich gehe! Ich gehe!“

Spanier, so erklärte er mir später, gehen, wenn sie kommen – Japaner und Ungarn übrigens auch. Und wo wir gerade beim Orgasmus-Tourismus sind: Türkische Männer rufen dabei: „Ich entleere mich!“ , und Russen teilen einem mit: „Ich werfe einen Balken!“ Ob sie diesen früher oder später werfen als ich, muss ich aber noch recherchieren.

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