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Wunderweib

Was ist eine Depression?

Wunderweib,

Hätten Sie es gewusst?

Was genau versteht man unter einer Depression? Eine Depression im medizinischen Sinn muss deutlich unterschieden werden von depressiven Verstimmungen, die jeder kennt und die zum Leben dazu gehören. Auch wenn die Abgrenzung hin zur leichten Depression fließend sein kann, erlauben die Symptome einer Depression doch meist eine eindeutige Diagnosestellung: Neben der gedrückten Grundstimmung leiden depressive Menschen in der Regel an Antriebsstörungen. Alles erfolgt wie gegen einen bleiernden Widerstand.

Die Betroffenen sind oft nicht in der Lage, kleinste Entscheidungen zu treffen, haben die Fähigkeit verloren, Freude zu empfinden. Es bestehen Konzentrationsstörungen, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle, meist auch eine alles begleitende Angst und Beklemmung. Hinzu kommen in den meisten Fällen körperliche Missempfindungen sowie Schlafstörungen oder Appetitmangel, oft verbunden mit Gewichtsverlust.

Eine Depression ist aber nicht gleich Depression. Das international anerkannte und auch national gebräuchliche Diagnosesystem ICD 10 (International Classification of Disorders, WHO) unterscheidet verschiedene Arten der Depression:

Leichte depressive Episode

Unter einer leichten depressiven Episode leidet der oder die Betroffene, wenn mindestens zwei oder drei der oben genannten Symptome vorhanden sind. Trotz der Erkrankung ist man bei einer leichten depressiven Episode jedoch in der Lage, die alltäglichen Aktivitäten fortzuführen.

Mittelgradig depressive Episode

Wenn vier oder mehr der oben genannten Symptome vorhanden sind, spricht man von einer mittelgradig depressiven Episode. Bei diesem Erkrankungsgrad fallen den Patienten alltägliche Aktivitäten sehr schwer.

Schwere depressive Episode

Die schwere depressive Episode wird wie folgt unterteilt:

-ohne psychotische Symptome mit mehreren der oben beschriebenen Symptome. Hinzu kommt meist das Gefühl von Wertlosigkeit gepaart mit Suizid-Gedanken.

-mit psychotischen Symptomen (wie zB. Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder/ und psychomotorische Hemmung, die so stark ausgeprägt sind, dass soziale Aktivitäten kaum möglich sind. Meist haben die Betroffenen auch kein Hunger – und Durstgefühl, sodass eine akute Lebensgefahr besteht.

Weitere geläufige Arten der Depression

Die postpartale Depression (auch Wochenbettdepression) kann in den ersten zwei Jahren nach der Geburt entstehen. Merkmale der PPD sind u.a. Schuldgefühle, Traurigkeit, Leeregefühl, Ängste, sowie der Zweifel, das eigene Kind nicht lieben zu können. Die Wochenbettdepression wird durch die vielen Umstellungen nach der Geburt des Babys hervorgerufen. Der Hausarzt sagt der Betroffenen, wann und ob es nötig ist, medikamentös einzugreifen.

Bei einer manischen Depression, auch als bipolare affektive Störung bezeichnet, lässt sich die Stimmung des Erkrankten treffend mit den Worten eines Goethe-Gedichtes beschreiben „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“. Der manische-depressive Patient durchlebt starke Stimmungsschwankungen, in einem Moment ist er euphorisiert und voll Tatendrang, kurz danach erlebt er eine starke Phase der Traurigkeit, Schwere und Niedergeschlagenheit, die nicht selten auch Suizid-Gedanken beinhaltet. In der Hochphase (Manie) kann es mitunter auch zur gefährlichen Selbstüberschätzung kommen sowie zum Realitätsverlust.

Als Saisonale Depression ist auch der sogenannte Winterblues bekannt. Betroffene fühlen sich in der kalten Jahreszeit schlapp, antriebslos und müde, Ihnen fehlt das Sonnenlicht. Auffallend ist der verstärkte Appetit auf Kohlenhydrate und Süßigkeiten oder aber das komplette Gegenteil, nämlich Appetitlosigkeit. Der saisonalen Depression lässt sich am besten mit Sport und gelegentlichen Solarienbesuchen entgegenwirken. Licht und Bewegung setzen nämlich Glückshormone frei, die schnell wieder für bessere Stimmung sorgen. In Lebensmitteln wie Nüssen, Fisch, Fleisch und Käse ist der Eiweißbaustein Trytophan enthalten, der das Glückshormon Serotonin bildet und somit unsere Laune aufhellt.

Einige Frauen kennen sie nur allzu gut und müssen sich mit den lästigen Begleiterscheinungen der monatlichen Periode plagen, die zyklusabhängige Depression (auch prämenstruelle Depression genannt). Neben körperlichen Beschwerden wie Kopf- oder Brustschmerzen fühlen sich Betroffene kurz vor Eintreten ihrer Periode niedergeschlagen, leicht reizbar, unkonzentriert oder sogar ängstlich und angespannt. Wenige Tage nach Eintritt der Menstruation sind die Symptome dann wieder vollständig abgeklungen.

Suchen Sie Kontakt zu anderen Betroffenen oder Angehörigen? Im Online-Forum der Deutschen Depressionshilfe haben Sie die Möglichkeit, sich auszutauschen.

Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe

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