Gesunde Ernährung: Essen gegen Schmerzen

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Nahrung wirkt wie Medizin

Sie leiden an Bauchschmerzen? Rückenschmerzen? Rheuma? Das Ergebnis einer neuen Studie: Wer sich richtig ernährt, braucht weniger bis keine Medikamente.

Der Kopf brummt, im Rücken zieht es: Fast jeder Mensch hat manchmal Schmerzen. Zwölf Millionen Deutsche leiden sogar oft oder dauernd unter ihnen: Sie haben chronische Schmerzen - Migräne, Gelenkverschleiß, Rheuma. Die meisten davon müssen starke Schmerzmittel nehmen, um die Beschwerden zu lindern.

Es geht auch anders: In der Medizin hat die Ernährungstherapie einen festen Platz gefunden, z. B. gegen Rheuma. Dahinter steckt die Erkenntnis: Bestimmte Nährstoffe lindern Entzündungen und Schmerzen. Studien liefern den Beweis. Mit einer Ernährungsumstellung können sich Betroffene selbst helfen und meistens Schmerzmittel sparen.

Was passiert eigentlich im Körper?

Wenn wir unangenehme Warnsignale spüren, spielt die sogenannte Arachidonsäure oft eine Rolle. Sie verursacht z. B. bei Rheuma, Arthrose, bei vielen Rückenproblemen oder bei Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) das quälenden "Feuern" der Schmerznerven. Diese Fettsäure gelangt durch bestimmte Nahrungsmittel in den Organismus, zum größten Teil durch Fleisch, Wurst, Fast Food. Im Körper heizt sie dann schmerzhafte Entzündungen an. Allein der Verzicht auf Schnitzel und Co. wäre für viele Menschen eine Erleichterung.

Wunderformel Omega 3

Mit cleverer Ernährung kann man Schmerzen aktiv hemmen. Hilfreich im Kampf gegen Arachidonsäure sind die Omega-3-Fettsäuren. Vor allem in sogenanntem fetten Seefisch wie Hering, Lachs und Makrele, aber auch in Leinöl und Leinsamen kommt sie vor. Omega 3 schützt nicht nur vor Herzinfarkt und Schlaganfall, sie hemmt auch die fatale Wirkung der Arachidonsäure. Und das oft erstaunlich gut: Untersuchungen der Universitäten München und Toronto (Kanada) zeigen, dass man mit viel Omega 3 bis zu 50 Prozent Schmerzmittel und Cortison sparen kann. Empfehlung der Forscher: 2- bis 3-mal pro Woche je 250 Gramm Seefisch essen. Aber auch im Supermarkt findet man immer öfter Brot, Joghurt und Eier, die mit Omega 3 angereichert sind.

Extra Tipp: Thunfisch kann speziell Bauchschmerzen lindern. Seine Inhaltsstoffe beruhigen den Magen und fördern die Verdauung. Schon zwei bis drei Löffel Thunfisch in Pflanzenöl können helfen.

Obst und Gemüse

Neben wenig Fleisch und Wurst gehört viel Obst und Gemüse auf den Speiseplan. Vor allem die Vitamine C und E sind wichtig, fanden Ernährungswissenschaftler heraus. Vitamin C bindet sogenannte freie Radikale, die Zellen angreifen. Es entgiftet außerdem Leber und Magen. Viel Vitamin C steckt in Sanddornsaft, Paprika, Fenchel, Kohl, Erdbeeren, Kiwis, Johannisbeeren. Vitamin E kann Entzündungen lindern und verkürzen und so Schmerzen abschwächen. Viel Vitamin E steckt in Weizenkeimöl, Nüssen, Vollkornflocken, Rosenkohl, grünem Blattgemüse. Bei Rheuma und Gicht helfen auch Auberginen gut: Ihre Pflanzenfarbstoffe (Anthocyanidine) wirken nachweislich gegen Schmerzen, am besten in den Gelenken.

Geheimwaffe Olivenöl

Die kleinen Ölfrüchte liefern den Stoff Oleocanthal, der ähnlich wie das antientzündliche Schmerzmittel Ibuprofen wirkt - meist gut gegen Kopfschmerzen. In ausreichender Menge kommt die Substanz in kalt gepresstem Olivenöl vor. Toller Nebeneffekt: Regelmäßiger Verzehr beugt Herz-Kreislauf-Krankheiten, Darm- und Brustkrebs vor. Eine weitere Waffe gegen Schmerzen ist Chili: Capsaicin ist der Stoff, der die kleinen Schoten so scharf macht - und im Körper Schmerznerven betäubt.

Nach dem Sport Ananas und Papaya

Noch eine Stoffgruppe wirkt gegen Schmerzen: Enzyme wie Bromelain (steckt in Ananas) und Papain (steckt in Papaya) regulieren schmerzhafte Entzündungsvorgänge im Körper. Und sie beschleunigen die Erholung schmerzender Muskeln.

Und das bitte nicht so oft

Nicht alles, was gut schmeckt, tut uns gut. Es gibt Lebensmittel, die sogar Schmerzen auslösen können:

BRATWURST UND BIER: Die Lieblings-Grill-Kombi deutscher Männer liefert leider viele Purine. Die baut der Körper zu Harnsäure um. Wenn die sich in den Gelenken ablagert, tut's weh. Das kann auch durch Geflügel, Innereien, Hülsenfrüchte und Spinat passieren.

ROTES FLEISCH: Vor allem Rind und Lamm, aber auch Schweinefleisch liefert viel Arachidonsäure, die Entzündungen und damit Schmerzen begünstigt. Auch mit Wurst, fetter Milch, Butter, Käse und Eiern sollte man vorsichtig sein - vor allem, wenn man Gelenkprobleme hat.

SCHOKOLADE UND ROTWEIN: Plötzliche Kopfschmerzen, und man weiß gar nicht warum? Oft kann schon ein Glas Rotwein der Grund sein. Auch Schokolade kann Kopfschmerzen auslösen, allerdings meist nur Schokolade mit geringem Kakao-Anteil. Sogar auf Bananen reagieren manche Menschen mit Kopfschmerzen. Am häufigsten sind Migräne-Patienten betroffen. Solche Lebens- und Genussmittel liefern zum einen den Botenstoff Histamin, der bei der Schmerzentwicklung eine Rolle spielt. Zum anderen können Rotwein, Schoki und Co. den Botenstoff Serotonin im Gehirn beeinflussen und damit eine Migräne-Attacke auslösen. Als Kopfschmerz-Auslöser steht auch der Geschmacksverstärker Glutamat unter Verdacht. Glutamat steckt in vielen Fertiggerichten, vor allem in asiatischen.

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