Getrennte Betten: Ist das der Anfang vom Ende?

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Sind getrennte Betten ein Armutszeugnis für eine Beziehung?

Nachts in getrennten Betten? Was für viele Paare ein No-Go ist, finden andere ideal, um das Feuer der Beziehung am Lodern zu halten. Pro und Kontra - und eine Expertenmeinung.

40 Prozent aller Langzeit-Paare haben eine besonders glückliche Beziehung – weil sie getrennt schlafen, ergab eine Studie der Ryerson-University in Toronto. Doch es gibt Paare, für die sind getrennte Betten oder auch getrennte Schlafzimmer ein absolutes No-Go. Warum?

CONTRA

Katrin (38) ist gegen getrennte Betten: "Für mich geht’s nur gemeinsam"

Keimzelle der Beziehung: Das Bett ist ein Rückzugsort, an dem wir als Paar für uns sind – egal ob wir reden, kuscheln, nichts tun oder Sex haben. Zeit miteinander zu verbringen – genau das stärkt die Bindung zueinander.

Nähe spüren: Für mich gibt es auch nach Jahren nichts Schöneres, als im Arm meines Mannes einzuschlafen. Das ist Nähe, Wärme, Vertrauen!

Kompromisse schließen: Ein Paar sollte lösungsbereit sein – und nicht hinschmeißen, wenn’s mal hakt. Das gemeinsame Bett ist dafür auch ein Symbol.

PRO

Sarah (42) ist für getrennte Betten: "Getrennt ist doch viel besser"

Privat und individuell: Wir genießen es, dass jeder seinen Bereich hat, den er individuell gestalten kann. Außerdem muss niemand Rücksicht auf den Schlaf-Rhythmus des anderen nehmen. Ich schlafe allein – und ohne Schnarchgeräusche – einfach besser.

Die Spannung halten: Körperliche Nähe wird nicht selbstverständlich: Es ist für uns immer noch etwas Besonderes, wenn wir abends gemeinsam einschlafen oder morgens zusammen aufwachen.

Erotische Beziehung: Es ist sehr sexy, wenn wir uns fragen können: "Zu dir oder zu mir?"

DAS SAGT DER EXPERTE:

So sieht es Dipl.-Psychologe Konrad Lenz aus Freiburg:

Was zählt, sind Rituale der Zweisamkeit: "Den Wunsch eines Partners nach einem eigenen Schlafzimmer sollte man auf keinen Fall überbewerten. Er ist kein Anzeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Die Gründe haben oft eher mit unterschiedlichen Schlaf-Rhythmen zu tun.

Wichtiger ist, dass ein Paar dennoch seine Rituale der Zweisamkeit weiterpflegt. Kuscheln und Sex haben kann man ja in jedem Bett – und außerdem, als Frischhalte-Tipp für die Liebe: auch an völlig anderen Orten."

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