Glücksrezepte für Beziehungen

gluecksrezepte fuer beziehungen
Ratgeber Liebe
Foto: Privat

Report: Stabile Beziehungen

Zu jeder Beziehung gehört auch mal ein Streit. Aber ab wann wird der Ärger zur Falle für die Liebe? Und wie repariert man verletzte Gefühle? Wir stellen zwölf Paare vor, die ihr persönliches Glücksrezept gefunden haben – und es mit uns teilen.

Ein Tag im Monat gehört nur uns!

Melanie, 25, Studentin, & David, 25, Student, München

Am 17. jedes Monats ist Melanie für niemanden erreichbar – dieser Tag ist fest reserviert für ihren Ehemann David. „Der 17. ist für uns magisch. 2010 kamen wir an einem 17. zusammen, an einem 17. machte mir David den Antrag und am 17. Mai 2011 haben wir standesamtlich geheiratet.“ Als im Juli 2011, an einem 19., Baby Joschua zur Welt kam, drohte die Romanze jedoch in Windelchaos und durchwachten Nächten unterzugehen. „Wir waren übermüdet, überfordert und stritten ständig: Haushalt, Fläschchendienst, schlaflose Nächte. Erstmals schrien wir uns richtig an!“

In diesem Moment wurde Melanie klar: Wenn ihre Liebe Zukunft haben soll, müssen sie die Notbremse ziehen. Deshalb entführte sie David am 17. September ins Café „Jasmin“, wo einst ihr erstes Date stattgefunden hatte – ohne Baby. Auf einem Kärtchen auf seinem Teller stand: Alles Gute zum viermonatigen Hochzeitstag. „David strahlte, unsere Hochgefühle der ersten Monate, unser starker Zusammenhalt, alles war wieder da!“

Eine Auszeit ist wichtig

Seither müssen alle Verwandten reihum an jedem 17. babysitten, damit die Jungeltern „ihren“ Tag haben: Mal relaxen sie beim Floating, mal probieren sie ein neues Restaurant aus oder überraschen den anderen mit einem Schokofondue. „Im August letzten Jahres setzten wir dem 17. die Krone auf: Da haben wir noch mal geheiratet – diesmal kirchlich!

Die Mutter aus der Beziehung verbannen

Mareen, 34, Lohnsachbearbeiterin, & Michi, 34, Dozent, Moers

Die Liebe ging bei Mareen und Michi verschlungene Pfade. Sie kannten sich zwar schon seit den 90ern, als sie zusammen im Gymnasium waren, doch Amor schlug erst 2009 auf einer Karnevalsparty zu, wo sie sich 12 Jahre nach dem Abi per Zufall wieder trafen. „Wir wurden von unseren Gefühlen völlig überrumpelt! Ich war zu der Zeit verheiratet und zweifache Mutter, er fest liiert mit einem Kind. An der Garderobe flüsterten wir uns zu, dass wir uns anrufen wollten. Kurz darauf telefonierten wir täglich, schließlich trennten wir uns von unseren Partnern.“

Streitfaktor: Schwiegermutter

Michi zog in Mareens Haus – direkt neben ihren Eltern. „Vom ersten Tag an gab es Stress zwischen ihm und meiner Mam. Sie mischte sich ein, wie er unsere Kinder erzog, und schrieb ihm vor, auf welche Geburtstage von Verwandten er gehen sollte. Wenn wir zu zweit grillen wollten – zack, war sie mit am Tisch.“ Michi redete bald gar nicht mehr mit seiner Schwiegermutter, Mareen saß zwischen den Stühlen.

„Eines Tages meinte er: ,Deine Mutter muss aus unserer Beziehung verschwinden!‘“ Mareen beriet sich mit ihrer Schwester, die etwas weiter weg wohnte, und die hatte die zündende Idee: ein Häusertausch! Letzten Sommer zogen die zwei Familien um. „Seither herrscht Harmonie. So sehr, dass wir jetzt ein gemeinsames Baby planen!“

Fluchten aus dem Alltag

Thomas, 28, Unternehmer, & Belinda, 21, Parfümerieverkäuferin, Neubrandenburg

Vor etwas über einem Jahr traf Belindas Freund eine folgenschwere Entscheidung: Er wollte sich mit einem Energie-Vertriebsunternehmen selbstständig machen. „Thomas saß nur noch vor dem Computer und powerte rund um die Uhr. Wegen der ganzen Anspannung, dem Stress und der unsicheren Zukunft bekamen wir uns immer öfter in die Haare.“ Wenn Belinda mit ihm ausgehen oder DVD gucken wollte, reagierte er unwirsch, weil sie ihn ablenkte.

„An einem Abend war ich so unzufrieden, dass ich ihn absichtlich nervte und dann allein wegging. Später machte er mir zu Hause eine Eifersuchtsszene.“ Thomas merkte, dass es so nicht mehr weitergehen konnte, und wurde aktiv: Anfang letzten Jahres lag ein Hotelgutschein auf Belindas Frühstücksteller. „Zwei Tage Wellness nur für uns! Endlich konnten wir in Ruhe über alles reden. Bei Frühstück im Bett und langen Spaziergängen haben wir uns wieder aneinander rangetastet.

Die Karriere ging bergauf

Thomas arbeitet jetzt ein bisschen weniger, nachdem die Firma ganz gut anläuft, und ich lasse ihn mehr in Ruhe.“ Seitdem gönnen sich die beiden alle zwei Monate einen Wochenendtrip: z. B. nach Binz, Usedom oder Leipzig. „In dieser Zeit zählen nur wir beide, alles andere blenden wir aus. Oft kommen wir so beschwingt zurück wie andere aus den Flitterwochen!“

Täglich eine überraschung

Chiara, 27, Assistenzärztin, & Leo, 32, Arzt, Ulm

Weil für sie als Krankenhausärzte unterschiedliche Schichten an der Tagesordnung sind und sie sich immer weniger sahen, befürchtete Chiara, dass ihre Beziehung zu Leo verdorrte. Im Netz stieß Chiara auf das Buch „Liebeszauber“ von Nina Ruge und Elmar Bartel. „Wir fanden darin unzählige süße Ideen, wie wir uns jeden Tag unsere Liebe zeigen können.“

Ein vorgewärmtes Handtuch, eine CD mit Lieblingssongs, ein Betthupferl auf dem Kissen, Luftballons an der Decke, ein Herz aus Kreide vor das Auto gemalt, eine Zettelrallye zu einem Geschenk oder ein Urlaubsfoto am PC. „Mit diesen kleinen Gesten zaubern wir uns fast täglich ein Lächeln aufs Gesicht!“

Die Wunschbox

Bina, 24, Studentin, & Felix, 23, Student, Hamburg

Unsere Art zu streiten führte immer zum Türenknallen“, erinnert sich Bina. „Wir konnten nichts normal bereden, schon nach ein paar Sekunden brüllten wir herum wie im Blutrausch. Ich: ,Räum deinen Kram endlich weg!‘ Er: ,Das ist doch dein Zeug hier!‘ Ich: ,Das liegt nur rum, weil wir ans Meer fahren wollten und du wieder abgesagt hast!‘ Er: ,Dafür kann ich nichts!‘ Ich: ,Nie hältst du dich an Abmachungen!‘“

Bina weinte viel

Bina war völlig am Ende und weinte viel – bis sie einer Freundin ihr Leid klagte, die Psychologin ist. Von ihr stammt die Idee mit der Wunschbox. Jeder steckt pro Woche eine Bitte an den anderen hinein und erfüllt im Gegenzug die des Partners. Jeden Samstagmorgen liegen nun zwei Zettel in der Box, Bina und Felix lesen sie still und haben eine Woche Zeit, um den Wunsch in die Tat umzusetzen.

„Er hat mir schon ein Picknick am Meer geschenkt, eine perfekt aufgeräumte Wohnung und mein Rad mit Farbe und Edelsattel aufgepimpt. Ich ihm einen Hip-Hop-Workshop, ein Dinner im Dunkelrestaurant und einen Abend mit Maniküre und Massage von mir. Seit wir die Wunschbox haben, gibt’s viel weniger Streit. Dafür erleben wir so viel Neues miteinander, was unsere Liebe total beflügelt.“

Ein Scrapbook der Liebe

Ilona, 25, Studentin, & Patrick, 24, Unternehmensberater, Dortmund

Es ist inzwischen über 100 Seiten dick und hat einen Ehrenplatz im Bücherregal – Ilonas und Patricks Logbuch der Liebe. „In der Anfangsphase unserer Verliebtheit vor fünf Jahren fingen wir an, Briefe, Eintrittskarten und Fotos in das Buch zu kleben. Inzwischen hat es sogar unsere Liebe gerettet! Patrick und ich stritten uns früher oft darüber, dass er das Leben zu locker nahm, den Haushalt, die Beziehung …“

Ein wunderschöner Liebesbrief

Nach einem lauten Streit vor zwei Jahren warf Ilona ihn kurzerhand aus der Wohnung. Patrick ging und nahm das Scrapbook mit. Drei Tage lang blätterte er darin, ließ die Erinnerungen Revue passieren – und hätte sich ohrfeigen können, dass er all das riskiert hatte. „Am vierten Tag stand er vor der Tür und überreichte mir das Buch, mit einem wunderschönen Liebesbrief darin! Seitdem packen wir den Alltag, auch Unangenehmes gemeinsam an.“ Ihr aktuellster Eintrag: „Wir wünschen uns ein Haus und 2017 eine Hochzeit in Venedig!“

Den Stress wegmeditieren

Jenny, 27, Studentin, & Kay, 28, Student, Burscheid

Seit drei Jahren meditiert Jenny jeden Abend, bevor sie schlafen geht. „In diesen 15 Minuten komme ich zur Ruhe und ich fühle mich viel ausgeglichener.“ Anfang letzten Jahres nahm jedoch der Unistress so überhand, dass Jenny und ihr Freund Kay sich ständig anblafften. Im März 2012 entlud sich die Anspannung in einem Riesenstreit. „Wir brüllten uns von morgens bis abends an. Als es Zeit für meine Meditation war, sagte ich zu ihm: Wir sollten beide mal runterkommen, meditiere doch einfach mit!“

Meditation gegen Streit

Zu Jennys Überraschung willigte Kay ein. „Wir schlossen die Augen, berührten uns an den Händen und atmeten tief. Nach ein paar Malen konnten wir uns immer besser in den anderen einfühlen, uns durchströmt jedesmal eine Welle von Vereintheit und Harmonie.“ Statt bis ultimo fernzugucken, macht Kay jetzt immer öfter mit: „Nie fühle ich mich Jenny so nahe wie in diesen Minuten!“

Geplante Entführung

Nina, 28, Erzieherin, & Rene, 27, Optiker, Augsburg

Gekaufte Geschenke finden wir langweilig, deshalb haben mein Freund und ich die Überraschungstage erfunden. Bei denen lässt sich abwechselnd jeder vom Partner entführen – ohne vorher zu wissen, was auf dem Programm steht.“ Nina organisierte für Rene beim letzten Mal eine Bahnfahrt samt Fahrrädern in die Berge, mit Picknick, Biketour und Ballonfahrt. Rene fuhr mit Nina nach München. Dort erwartete sie eine Kutschfahrt im Englischen Garten, eine Shoppingtour und Karten fürs Klassik-Open-Air.

Nach jedem Streit ein kleiner Brief

Mariele, 20, Abiturientin, & Felix, 20, Azubi, Leipzig

Mariele und Felix kennen sich, seit sie 13 sind, seit vier Jahren sind sie zusammen glücklich. Große Dramen gab es zwischen den beiden nie, aber wegen Kleinigkeiten kabbelten sie sich mehrmals pro Woche. Felix ist Wassermann , ein verträumter Chaot, der es mit der Ordnung nicht so genau nimmt. Mariele dagegen legt als typischer Steinbock viel Wert darauf und geht auch gerne mal mit dem Kopf durch die Wand.

„Vor drei Jahren hatte Felix mal wieder sieben Shirts durchprobiert, bis er mit seinem Look zufrieden war, und alle zerknüllt auf dem Boden liegen lassen. Sogar abends im Bett stritten wir deswegen noch herum. Und was machte er? Drehte sich um und schlief einfach ein! Ich schäumte vor Wut!“ Am nächsten Tag war sie immer noch sauer. „Als ich im Bad ein Stück Toilettenpapier von der Rolle reißen wollte, entdeckte ich einen Entschuldigungsbrief auf dem Papier.“

Baldige Hochzeit

Gerührt las sie: „Tut mir wirklich leid, dass es gestern schon wieder so laufen musste. Ich liebe dich sehr, sehr doll!“ „Was für eine verrückte Idee. Typisch Felix. Ich war gerührt“, erinnert sich Mariele, die ihrem Felix am Frühstückstisch in die Arme fiel. Inzwischen besitzt sie fast 60 seiner „Grüße vom Örtchen“. Den Heiratsantrag hat Felix allerdings nicht aufgeschrieben. „Er fragte mich ganz spontan beim Herumalbern im Bett. Dieses Jahr wollen wir heiraten .“

Nackte Sonntage

Sabrina, 28, Dekorateurin, & Lino, 31, Volkswirt

Nach vier Jahren Beziehung war bei Lino und mir im Bett die Luft raus. Wenn es hochkam, schliefen wir noch zweimal im Monat miteinander.“ Bis Lino von einem befreundeten Paar hörte, das die Sonntage zu Hause immer ohne Klamotten verbringt, um den Sex zu beleben. „Erst fand ich die Idee schon etwas befremdlich, weil ich mich nackt nicht gerade perfekt finde. Aber Lino überredete mich, es wenigstens einmal auszuprobieren. Mit Erfolg. Kochen, Essen, Lesen – mittlerweile machen wir sonntags fast alles hüllenlos. Mal ist es sehr erotisch, dann wieder kuschelig und vertraut.“

Lachen hilft über alles hinweg!

Elena, 24, Studentin, Weilmünster, & Christian, 24, Elektriker, Drosendorf (Österreich)

Komm Mausi Zandi, wir machen ein Foto zusammen!“ Schon beim Kennenlernen im Skiurlaub letzten Januar spielte der Humor bei Elena und Christian eine entscheidende Rolle. In der Skihütte sprang Christian vom Nachbartisch auf und setzte sich neben Elena.

Als seine Kumpels auf den Auslöser drückten, tat er so, als ob er sich in ihre Handschuhe schnäuzen wollte. „Blödel-Ösi“, lachte Elena, „Marmeladinger“ konterte Christian. Dieser Spitzname, mit dem in Österreich frotzelnd Deutsche bezeichnet werden, blieb ihr. „Wir leben 550 Kilometer auseinander. Wenn wir alle 14 Tage voller Aufregung aufeinandertreffen, pusht das zwar die Leidenschaft, aber wir kabbeln uns auch.“

Mit Humor den Beziehungsalltag meistern

Schmollt einer von beiden, erzählt der andere einen Miniwitz (Was macht ein Clown im Büro? Faxen!) und die dicke Luft verpufft sofort! „Wir haben das große Los miteinander gezogen.“ Das findet auch Christian: Am 5. April machte er Elena einen Antrag.

Jeden zweiten Tag Sex haben

Josefine, 22, Messeassistentin, & Rico, 25, Facility Manager, Berlin

Als Josefine und Rico 2010 ins Berufsleben einstiegen, litt ihr Liebesleben unter ihren stressigen Jobs als Messeassistentin und Gebäudereiniger. „Unsere Gefühle waren nach wie vor da, aber der Sex schlief langsam ein. Ich wusste, wenn das so weitergeht, wird unsere Beziehung irgendwann scheitern.“ Josefine bekam das Buch „365 Nächte“ in die Finger, in dem ein Ehepaar mit dem Vorsatz, jeden Tag Sex zu haben, seine Beziehung rettet.

Unterwäsche und Dildos gegen Sexflaute

Josefine kaufte sexy Wäsche, Dildos, einen Vibro-Schmetterling und erzählte Rico von ihrem Plan. „Zuerst reagierte er abwehrend, aber dann fand er die Idee doch reizvoll. Wir einigten uns darauf, es mit Sex alle zwei Tage zu versuchen.“ Jeden Samstag überlegt sich das Paar inzwischen das Programm für die folgende Woche: Spielzeug, Porno nachspielen, Quickie, Outdoor, 69 ...

„Anfangs schienen mir die Sexdates eher wie eine Pflicht, doch nach zwei Wochen wuchs die Lust, ich freute mich schon morgens darauf. Unsere Beziehung bekam dadurch eine ganz neue Klangfarbe: Wir fühlen uns so nah und verbunden wie vor fünf Jahren! Den Zweitagesrhythmus haben wir zwar aufgegeben, aber wir kommen immer noch auf drei- bis viermal pro Woche.“

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