Gluten - wenn Weizen krank macht

gluten b

Foto: © Marco2811 - Fotolia.com

Sanft heilen

Dinkelbrot, saftige Roggenbrötchen und Grießbrei - Lebensmittel, die nicht nur lecker und gesund sind, sondern dem Körper jede Menge Energie liefern. Aber nicht für jeden. Denn das Protein-Stoffgemisch Gluten macht vielen das Leben schwer.

Was ist Zöliakie?

Es handelt sich dabei um eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie beruht auf einer Unverträglichkeit gegenüber Gluten, auch bekannt als Klebereiweiß. Dieser Stoff kommt vor allem in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vor. Die Erkrankung wird in der Regel in den ersten Lebensjahren festgestellt, meist nach der Ernährungsumstellung von Milch auf getreidehaltige Lebensmittel. Aber auch noch im hohen Alter kann eine bisher mild verlaufene und dadurch unerkannte Zöliakie erstmals auffallen und Probleme bereiten.

Was sind die Ursachen?

Höchstwahrscheinlich löst eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen die Krankheit aus.

Was passiert dabei genau?

Die Nahrung wird im Dünndarm in ihre Bestandteile zersetzt. Diese gelangen über die Schleimhaut in den Körper. Damit er mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden kann, ist der Darm mit kleinen Falten, sogenannten Zotten, ausgestattet. Bei Zöliakie-Patienten führt die Zufuhr von Gluten zu einer Autoimmunreaktion der Darmschleimhaut: Die Zotten bilden sich zurück, die Oberfläche des Dünndarms wird kleiner und es können nicht mehr genügend Nährstoffe in den Körper gelangen. Die Folge: Mangelerscheinungen.

Wie macht sich die Unverträglichkeit bemerkbar?

Die Symptome sind alles andere als eindeutig: von Magen- und Darmproblemen bis hin zu Gewichtsabnahme, fahler Haut, Nervosität, Depressionen und Schlafstörungen. Zöliakie hat viele Gesichter, was eine eindeutige Diagnose schwer macht.

Was kann helfen?

Ein Bluttest auf Zöliakie-Antikörper gibt Hinweise auf die Erkrankung. Eine Absicherung erfolgt durch eine Dünndarmbiopsie. Helfen kann jedoch nur eine lebenslange glutenfreie Ernährung. Im Handel gibt es mittlerweile außerdem glutenfreie Produkte, die Sie an der durchgestrichenen Ähre auf der Verpackung erkennen.

Wenn Sie eine Zöliakie-Erkrankung befürchten, sollten Sie auf diese Nahrungsmittel verzichten:

Weizen

Roggen

Gerste

Hafer

Grünkern

Dinkel

Emmer

Einkorn

Kamut.

Zu meiden sind alle aus diesen Getreiden hergestellten Lebensmittel, z. B.:

Brot

Brötchen

Mehl

Grieß

Stärke

Paniermehl

Teigwaren

Bier

Kuchen

Torten

Blätterteig

Hefestückchen

Kekse

Müsliriegel

Knabbergebäck

Pizza etc.

Versteckte Quellen: Fertiggerichte, Schokolade, Gewürzmischungen, Ketchup, Senf, Pudding, Eis etc.

Diese Lebensmittel sind frei von Gluten:

Reis, Kartoffeln, Fisch und Fleisch sind nicht tabu. Bei diesen Leckereien können Sie zugreifen.

Reis

Mais

Hirse

Buchweizen

Quinoa

Amarant

Kartoffeln

Gemüse und Obst (frisch und TK)

Hülsenfrüchte

Milch und Milchprodukte

Mozzarella in Salzlake

Fleisch

Fisch

Eier

Öle und Fette

Nüsse

Honig

Konfitüre

Tofu

Sojabohnen

Reisdrink

Wasser

reine Fruchtsäfte

Gemüsesäfte

Kaffee

Kakao

Wein

Sekt

Prosecco

Auch betroffen? Finden Sie's raus: "Lebensmittelunverträglichkeiten. So testen Sie sich selbst", Dr. Sigrid Steeb, Schlütersche, 19,95 Euro.

Kategorien: