Goodbye Herzschmerz: Wie du dein Herz vor Verletzungen schützen kannst

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Das Herz vor Liebeskummer schützen - mit der Glücksherz-Methode kann das gelingen.
Foto: GettyImages

Die Glücksherz-Methode beschützt unser Herz

Herzschmerz ist mit das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Wenn der Liebeskummer das schmerzende Herz im Griff hat, ist kaum ein klarer Gedanke möglich, die ganze Welt wirkt trist und traurig.

In genau dieser Situation möchte Elena-Katharina Sohn helfen. Sie ist die Gründerin der Berliner Agentur "Die Liebeskümmerer". Dort berät sie gemeinsam mit ihrem Team aus Psychotherapeuten und Coaches Menschen, die an Liebeskummer leiden. Jetzt hat sie ihre gesammelten Erfahurngen in einem Buch veröffentlicht: Goodbye Herzschmerz - Anleitung zum Wieder-Glücklichsein . Darin erklärt sie ihre Glücksherz-Methode, die unsere Herzen vor Liebeskummer schützen soll. Hier dürfen wir einen Auszug daraus veröffentlichen.

Viele Ratschläge zum Umgang mit Liebeskummer finden betroffene Frauen und Männer in „Goodbye Herzschmerz“.
Viele Ratschläge zum Umgang mit Liebeskummer finden betroffene Frauen und Männer in „Goodbye Herzschmerz“.
Foto: Ullstein

Lässt sich Liebeskummer im Voraus vermeiden?

»Sag mal, kannst Du überhaupt noch an die Liebe glauben?«, werde ich manchmal von Bekannten gefragt, wenn wir über meine Arbeit reden. »Bei den schlimmen Geschichten, die Du ständig zu hören bekommst, und dem ganzen Leid?« »Auf jeden Fall!«, sage ich dann. »Mehr denn je! Allerdings an eine etwas andere Art, zu lieben.«

Wenn man tagtäglich mit Menschen spricht, die wegen ihres Liebeskummers traurig und verzweifelt sind, tritt neben den Wunsch, Soforthilfe zu leisten, schon bald eine Frage: Ließe sich dieser ganze Kummer eigentlich im Vorfeld irgendwie vermeiden? Und wenn ja: Wie? Oder kann man zumindest etwas tun, damit er schwächer ausfällt? Warum hat die eine Person schweren Liebeskummer und die andere in einer vergleichbaren Situation nicht? Warum ist Liebeskummer für manche Menschen existentiell bedrohlich, während er für andere nur ein vorübergehender Trauerzustand ist? Gibt es so etwas wie einen »Liebeskummer-Typ«? Menschen also, die ein erhöhtes Risiko dafür haben, besonders intensiv an Liebeskummer zu leiden?

Mit diesen Überlegungen im Kopf fing ich schon kurz nach der Gründung der Liebeskümmerer an, die vielen Frauen und Männer und die Dinge, die sie mir von sich erzählten, miteinander zu vergleichen. Nach und nach ist auf dieser Basis eine Theorie darüber entstanden, warum der eine Mensch an seinem Liebeskummer fast zerbricht und der andere nicht.

Sie lautet in knappen Worten: Liebeskummer trifft einen Menschen immer dann besonders schlimm, wenn Partnerschaft zuvor die Hauptquelle seines persönlichen Lebensglücks war bzw. ist. Oder drastischer gesagt: wenn Liebe und Partnerschaft vor einer Trennung zu viel Platz in seinem Herzen eingenommen haben.

Jeder von uns hat in seinem Herzen (das in meiner Theorie symbolisch für den Ort steht, an dem die meisten von uns ihre Gefühle lokalisieren) einen bestimmten Raum für und Bedarf an Lebensglück. Damit meine ich alle positiven Emotionen, die dazu führen, dass wir uns wohl und glücklich fühlen, die uns Kraft geben und das Leben lebenswert machen. Die Liebe gehört dazu, Geborgenheit, Freude, Spaß, Ausgelassenheit, Unbeschwertheit und vieles, vieles mehr. Solche positiven Emotionen können wir aus ganz verschiedenen Quellen beziehen: zuvorderst aus unserer Einstellung gegenüber uns selbst und dem Leben im Allgemeinen. Außerdem aus Beschäftigungen, denen wir nachgehen, Themen, die uns interessieren, Menschen, die uns umgeben, Überzeugungen, an die wir glauben.

Um ein konkretes Beispiel zu geben: Ein bestimmter Mensch könnte den wesentlichen Anteil seines Bedarfs an positiven Emotionen aus einer erfüllenden Arbeit, zwei leidenschaftlichen Hobbys, einer guten Beziehung zu seiner Familie , einer innigen Partnerschaft und einem großen Freundeskreis beziehen.

Was würde nun passieren, wenn diesem Menschen eine seiner Glücksquellenwegbrechen würde, weil er zum Beispiel seinen Job verlöre oder einem seiner Hobbys nicht mehr nachgehen könnte? Seinem Herzen würde ein Stück fehlen. Aber da die anderen Teile es zusammenhalten würden, würde es nicht komplett zerbrechen.

Wenn sich Frauen und Männer an mich wenden, die unter schwerem Liebeskummer leiden, dann bitte ich auch sie, ihr Herz mit seinen »Quellen des Glücks« zu zeichnen – den Status vor der Trennung, wohlgemerkt. Das erfordert einiges an Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, aber nicht selten kommt etwas in dieser Art dabei heraus:

Über die Hälfte des Herzens besteht aus Partnerschaft . Dieser Mensch bezieht beziehungsweise bezog den Großteil der für ihn notwendigen positiven Emotionen also aus seiner Beziehung. Was passiert nun mit einem solchen Herzen, wenn die Partnerschaft scheitert? Natürlich: Es bleibt nur wenig davon übrig. Im schlimmsten Fall so wenig, dass das Herz komplett zerbricht.

Wer so seinen Schwerpunkt setzt, der lebt in zweierlei Hinsicht riskant: Zum einen wird er automatisch abhängig von seinem Partner, den er für sein Lebensglück so dringend braucht. Infolgedessen neigt er dazu, die eigenen Bedürfnisse denen des Partners unterzuordnen, Konflikten aus dem Weg zu gehen oder in einer ungesunden Beziehung (in der er beispielsweise respektlos behandelt wird) viel zu lange zu verharren – aus lauter Angst davor, allein zu sein. Leider scheitern gerade solche Partnerschaften besonders häufig. Zum anderen ist selbst eine gesunde Beziehung niemals gegen eine Trennung gefeit, und schwerer Liebeskummer ist auch in diesem Fall beinahe vorprogrammiert.

Nun soll das natürlich keinesfalls heißen: »Ist doch alles hausgemacht und ganz einfach, man muss nur ein bisschen umdenken, und schon ist das Problem gebannt.« Denn kaum einer der Menschen, die ich in den vergangenen Jahren kennenlernen durfte, hat sein Lebensglück bewusst oder gar absichtlich auf Partnerschaft fokussiert.

Stattdessen hatte jeder von ihnen nachvollziehbare Gründe, es zu tun. Der häufigste Grund war ein Mangel an Liebe zu sich selbst – denn wer sich selbst nicht mag, findet schwer Zugang zu seinen Quellen des Glücks. Andere Menschen hatten ihre Quellen des Glücks zwar eigentlich gefunden, sie dann im Laufe einer sehr langen oder sehr komplizierten Beziehung aber aus den Augen verloren. Viele weitere hatten schlichtweg Angst, Verantwortung für ihr eigenes Leben zu tragen ...

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Goodbye Herzschmerz - Eine Anleitung zum Wieder-Glücklichsein

von Elena-Katharina Sohn | ISBN: 978-3-548-37611-0

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