Graf Björn Bernadotte: "So wunderbar war meine Patentante Anneliese Rothenberger"

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Auch Gräfin Sandra – hier mit Ehemann Graf Björn und Hund „Thalia“ – lernte Anneliese Rothenberger noch kennen.
Foto: Ralf Krein / imago / teutopress

Er besuchte sie oft in der Schweiz

Seine Patin ist jetzt zwei Jahre tot, doch Graf Björn Bernadotte trägt sie immer im Herzen.

Ein edler Salon mit Barockmöbeln und Gemälden. Vom Fenster blickt man auf den Bodensee, den die Sonne wie ein Juwel zum Funkeln bringt. Wir sind zu Gast auf der Insel Mainau.

Schlossherr Graf Björn Bernadotte (37) hat uns eingeladen. An seiner Seite Ehefrau Sandra (35) und Familienhund "Thalia" (4). Gerade haben wir gemeinsam den Gärtnerturm besucht, in dem Anneliese Rothenberger († 83) eine Ausstellung gewidmet ist.

Sie war eine wundervolle Frau", erzählt Graf Björn. "Anneliese Rothenberger gehörte zu unserer Familie, feierte mit uns Weihnachten, Ostern und sie war meine Patentante."

Er zeigt uns ein Foto von 1976: Man sieht die Opern-Diva, wie sie stolz lächelnd ihr Patenkind, den kleinen Grafen, auf dem Arm hält. "Sie liebte Kinder, leider hat sie nie eigene bekommen", sagt Graf Björn. "Die schönen Jahre mit ihr werde ich nie vergessen."

Zum Beispiel, wenn er sie in der Schweiz besuchte. "Sie hatte einen Pool. Eines Tages sprang ich hinein und planschte etwas hektisch, weil ich noch nicht so gut schwimmen konnte. Da sprang ihr Pudel Darko wie von der Tarantel gestochen ins Wasser, weil er glaubte, mich retten zu müssen."

Auch manche Fernseh-Abende blieben ihm im Gedächtnis: "Anneliese liebte Krimis wie ,Das indische Tuch' von Edgar Wallace. Sobald ein Krimi lief, saßen wir auf dem Sofa und schauten zu. Dabei war es mucksmäuschenstill."

Graf Björn erinnert sich an die Disziplin, die die Künstlerin bis ins hohe Alter hatte. "Sie saß stundenlang an ihrem Schreibtisch und beantwortete die Briefe und Autogramm-Wünsche der Fans."

Ihre Geschenke hütet er wie einen Schatz. Darunter sind zwei Blumenbilder, die sie ihm malte. Und: Anneliese Rothenberger war recht eitel, verrät er: "Ich nannte sie Anneliese. Das Wort Patentante wollte sie nicht hören. Sie sagte: ,Ach Björn, das macht mich doch viel zu alt.' "

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