Infekte & ImpfungenGrippe & Co.: Anstecken ist von Uhrzeit abhängig

Grippeansteckung von Uhrzeit abhängig
Mit Grippe angesteckt? Könnte an der Uhrzeit liegen...
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Um wie viel Uhr ist man am anfälligsten für Grippeviren?

Ob Grippe oder Herpes: Viren scheinen gewisse Uhrzeiten zu bevorzugen, wie eine Studie der britischen University of Cambridge nun herausfand.

Dieser Studie nach vermehren sich sowohl Herpes- als auch Grippeviren schneller, wenn man sich zu Beginn einer Ruhephase infiziert. Somit hängt auch der Schweregrad der Infektion von der Zeit der Ansteckung ab.

Im Versuch infizierten Forscher die Mäuse zu verschiedenen Tageszeiten mit dem Herpesvirus. Da die Nagetiere nachtaktiv sind, vermehrten sich die Viren morgens (also in der Mäuse-Ruhephase) bis zu zehnmal stärker, als außerhalb der Ruhephase. Für Menschen heißt das im Umkehrschluss: Abends sind wir anfälliger für Erkältungen und Herpes als morgens.

Ebenfalls interessant: Wurde die Körperuhr der Mäuse gestört, waren die Viren durchgehend vermehrungsfreudiger. Die Forscher sehen darin den Grund, warum Menschen mit Schichtarbeit anfälliger für Erkältungen sind.

Unser "Uhren-Gen" (Bmal1) ist übrigens bei Menschen im Winter weniger aktiv, als in anderen Jahreszeiten. Die Forscher der University of Cambridge sehen auch hier den Link zum Uhren-Gen und zur Viren-Vermehrung.

Um wie viel Uhr sollte man sich impfen lassen?

Die Wissenschaftler wiesen zudem auf eine im April veröffentlichte Studie der britischen University of Birmingham hin, die die Wirkung von Impfungen in bestimmten Zeiten untersuchte. Das Ergebnis: Wer sich zwischen 9 und 11 Uhr morgens impfen ließ, war besser geschützt, als Patienten, die sich zwischen 15 und 17 Uhr impfen ließen. Der Grund: Der Körper bildete morgens stärkere Antikörper als abends.

 

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