Großer Klinik-Ratgeber: So finden Sie das beste Krankenhaus für sich

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Foto: Yuri Arcurs, fotolia

Herzprobleme, Rückenschmerzen, Migräne zählen zu den häufigsten Krankheiten. Sie werden in vielen Kliniken behandelt. Doch welche ist die richtige für Sie? Zehn Fachärzte sagen Ihnen hier, worauf Sie bei Ihrer Auswahl achten sollten.

Bei einem stationären Aufenthalt will man sich in den besten Händen wissen. Doch was ist wichtig? Die Klinik in der Nähe? Oder eine Spezialklinik? Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Lesen Sie hier hilfreiche Tipps für die Suche nach dem richtigen Krankenhaus:

Jeder Zweite über 50 Jahre hat einen erhöhten Blutdruck. Hohe Werte begünstigen Gefäßverkalkung, schädigen Herz und Nieren. Lässt sich der Bluthochdruck ambulant nicht senken oder liegt eine schnelle, bedrohliche Erhöhung vor, müssen Sie sich stationär behandeln lassen.

Bei Hochdruckkrisen sollte neben Kardiologen und Nierenspezialisten ein Blutdruckspezialist (Hypertensiologe) die Ursachen klären, am besten in einer Hochdruckklinik. Die Deutsche Hochdruckliga hat eine Liste von Spezialisten erstellt.

An Asthma und an der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden je fünf bis sechs Millionen Menschen in Deutschland. Es ist empfehlenswert, bei der Klinikwahl diese Fragen zu stellen:

  • Wie viele Asthmatiker behandeln Sie?
  • Ist ein Lungenfacharzt vorhanden?

Es gib auch einige Reha-Kliniken für Lungenkrebs-Patienten, die keinen Lungenfacharzt (Pneumologen) haben. Dies ist ein Unding, denn nach der Operation muss die Lunge vom Pneumologen gestärkt und trainiert werden.

In Deutschland sind 6,5 Millionen Menschen "zuckerkrank" und werden behandelt. Die Dunkelziffer dazu gerechnet liegt die Zahl bei acht bis zehn Millionen.

Zunächst sollte man seinen Haus- oder Facharzt fragen. Um die Qualitätsberichte der einzelnen Kliniken besser einschätzen zu können, ist der Blick auf die Internetseite von Qualitätsbericht.de oder auf die der Weißen Liste sinnvoll. Auch der Deutsche Diabetiker Bund gibt Tipps.

Migräne gilt als die häufigste Nerven-Erkrankung. Rund acht Millionen Menschen sind betroffen.

Es lohnt sich, bei den Krankenkassen nachzuhaken. Dort bekommt man oft auch die Meinung anderer Versicherter zu hören. Selbsthilfe-Foren sind eine gute Quelle, dort berichten Patienten von ihren Erfahrungen. Auch Selbsthilfegruppen bieten Listen.

Bei sieben Millionen Menschen wird Knochenschwund festgestellt. Typisch dabei: geringe Knochenmasse, Abbau der Knochensubstanz, Skelett-Verformungen, hohes Risiko für Knochenbrüche.

Eine gute Klinik klärt zunächst, ob der Erkrankung ein Hormon-Mangel, Rheuma oder Kortison zugrunde liegt. Es muss jeweils anders behandelt werden. Die Klinik sollte über eine Knochendichte-Messungsverfahren mit nur geringer Strahlenbelastung verfügen. Gerade bei Osteoporose ist die enge Zusammenarbeit der Fachärzte sehr wichtig.

280.000 Herzinfarkte gibt es jährlich in Deutschland.

Spezialisten und Kliniken finden Patienten auf dem Online-Herzführer der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie .

7. Depressionen

Acht Millionen Bundesbürger erkranken ein- oder mehrmals in ihrem Leben an einer schweren depressiven Episode.

Die beste psychiatrische Klinik liegt in der Nähe Ihres Wohnortes. Denn um sich auf das Leben nach der Klinik vorzubereiten ist es wichtig, zwischendurch nach Hause zu fahren, Freunde zu sehen, Besuch zu bekommen. Die Klinik in der Nähe hat auch Kontakte zu ortsnahen Selbsthilfegruppen.

Jede dritte Frau und jeder dritte Mann in Deutschland klagen über Rückenschmerzen.

Eine erste Orientierungshilfe sind Freunde, Familie und Tipps aus dem Bekanntenkreis. Ein Termin in der Klinik der Wahl bedeute aber nicht, dass sich der Patient dauerhaft binden muss. Patienten, die sich nicht ernst genommen fühlen oder sich dem Arzt nicht anvertrauen möchten, sollten die Klinik besser wechseln.

9. Augenerkrankungen

An zu hohem Augeninnendruck leiden drei Millionen Menschen, knapp zwei Millionen haben Formen der Makula-Degeneration, der graue Star führt zu einer halben Million OPs pro Jahr.

Wichtig ist, wie oft die Klinik bestimmte Operationen durchführt. Als Qualität werden Ausbildungskliniken bewertet, denn wer ausbildet, muss sich weiterbilden. Wichtig ist die "Mund-zu-Mund-Propaganda": War das Personal freundlich, die Organisation gut? Zu Klinik-Internetauftritten ist zu sagen: Eine tolle Homepage heißt nicht, dass auch die Klinik gut ist!

In Deutschland entwickelt jede zehnte Frau im Lauf ihres Lebens Brustkrebs. Pro Jahr kommt es zu 57.000 Neuerkrankungen.

Von Online-Führern halten Brustkrebsspezialisten eher wenig. Eine gute Klinik sollte von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert sein. Sie sollte pro Jahr mindestens 150 Brustkrebs-Fälle operieren und alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten anbieten.

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