Gynäkologie-Professor fordert bezahlten Menstruationsurlaub

menstruationsurlaub
Obwohl der bezahlte Menstruationsurlaub in Indien gesetzlich geregelt ist, machen immer weniger Frauen Gebrauch davon.
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Arbeitsrecht

 

Niemand spricht gerne über Unterleibsschmerzen. Und schon gar nicht vor dem Chef. Wenn Rücken und Bauch schmerzen, quälen sich die Millionen deutsche Frauen trotz Unwohlsein zur Arbeit. Für viele Frauen ist die Menstruation nicht einfach nur nervig, sondern tatsächlich schmerzhaft.

Was hierzulande unvorstellbar scheint, ist in asiatischen Ländern gesetzlich geregelt: Arbeitende Frauen haben das Recht auf bezahlten Menstruationsurlaub. Nun ist diese Forderung auch in Europa laut geworden. Befürworter werden von dem britischen Professor Gedis Grudzinstas, einem renommierten Experten auf dem Gebiet der Gynäkologie unterstützt.

Die "Dailymail" berichtet, dass Grudzinskas auf dem "Festival of Ideas" der Cambridge University seine Forderung nach einem bezahlten Menstruationsurlaub vorgestellt habe. Frauen sollen monatlich drei zusätzliche Krankheitstage bekommen. Es sei nur fair, Frauen in der Periode zu entlasten, so der Professor.

Bereits 1947 wurde in Indien ein Gesetz verabschiedet, das Frauen ermöglicht, während ihrer Periode zu Hause bleiben zu können. Ein Jahr später zieht Indien nach. Das Problem in Indien: Nicht alle Unternehmen beachten diese Regelung, was regelmäßig zu Protesten führt. In Südkorea dürfen Frauen selbst entscheiden, ob sie den Anspruch auf bezahlten Menstruationsurlaub geltend machen. Entscheiden sie sich dagegen, haben sie Anspruch auf eine Erhöhung des Lohnes.

Die Forderung eines bezahlten Menstruationsurlaubes ist in Europa nicht neu. Bereits vor einigen Jahren kam der Gedanke in Russland auf, konnte aber nicht durchgesetzt werden. Das große Problem: Viele Länder sehen sich in einem Konflikt mit der Gleichberechtigung. Frauen könnten bei der Bewerbung benachteilgt werden, wenn Sie ein Recht auf zusätzliche frei Tage hätten.

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