Hab ich eine Blasenschwäche oder ist das schon Inkontinenz?

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Blasenentzündungoder doch eine Inkontinenz: Was ist was?
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Ständiger Harndrang? Das könnten die Ursachen sein

Viele Frauen leiden unter einem unangenehmen Problem: Sie müssen ständig zur Toilette laufen, besonders in unpassenden Situationen. Doch wie oft ist normal?

So ist ein Kinobesuch oder das Kaffeetrinken mit Freunden kaum unter Unterbrechung möglich, da der Harndrang so stark wird. Doch wie häufig ist ein Toilettenbesuch normal und wann liegt sogar eine Störung wie Blasenschwäche und Harninkontinenz vor? Wir klären auf...

Ein erhöhter Harndrang ist logischerweise normal, wenn viel getrunken wurde. Der Körper erzeugt ungefähr einen bis eineinhalb Liter Urin am Tag, bei erhöhter Flüssigkeitszufuhr erhöht sich die Urinmenge. Besonders Alkohol- und Kaffeekonsum sorgen dafür, dass der Harndrang steigt. Wenn der Urin jedoch unwillkürlich und unfreiwillig abgeht, spricht man von einer Harninkontinenz. Im Volksmund wird die Inkontinenz häufig als Blasenschwäche bezeichnet, es bezeichnet aber das Gleiche.

Eine Harninkontinenz kann in diesen verschiedenen Formen auftreten:

1. Dranginkontinenz: Sie wird auch überaktive Blase oder Reizblase genannt. Dabei tritt der Harndrang ganz plötzlich und unerwartet auf. Oftmals geht der Harn unkontrolliert ab, bevor eine Toilette aufgesucht werden konnte.

2. Reflexinkontinenz: Es besteht kein Harndrang, dennoch tritt ein Harnverlust ein. Schuld daran ist die Blasenwandmuskulatur, die sich unwillkürlich zusammenzieht.

3. Belastungs- oder Stressinkontinenz: Diese Form kommt bei Frauen besonders häufig vor. Bei körperlicher Anstrengung, wie Heben oder Tragen, wird Urin abgegeben. Auch beim Lachen oder Husten kann es vorkommen, dass die Blase Harn verliert. Ein Harndrang wird von den Betroffenen vorab nicht bewusst wahrgenommen.

4. Überlaufkontinenz: Bei der Überlaufkontinenz entleert sich die Blase automatisch und unkontrolliert, wenn sie voll ist. Die Betroffenen können die Blasenfunktion nicht kontrollieren.

Bei dem Verdacht auf Harninkontinenz ist ein Arztbesuch ratsam, damit ernstzunehmende Erkrankungen ausgeschlossen werden können. Die Therapie besteht aus einer Verhaltensanpassung, es stehen zudem Medikamente unterstützend zur Verfügung. Wenn diese Therapien versagen, könnten auch operative Maßnahmen angeraten werden.

Bei der Harninkontinenz handelt es sich um eine Erkrankung, die zum Beispiel bei einer Blasenentzündung oder in psychischen Belastungssituationen eintreten kann. Die Blasenschwäche ist ein Tabuthema, kaum jemand spricht darüber, obwohl geschätzt jede 3. Person ab dem Lebensalter von 65 Jahren betroffen ist. Frauen sind deutlich häufiger von Inkontinenz betroffen.

Wenn du dir nun keine Sorgen mehr machst, dass du unter einer Blasenschwäche oder Harninkontinenz leiden könntest, aber trotzdem seltener zur Toilette gehen möchtest: Du kannst deine Blase trainieren! Am besten gehst du so vor, dass du nicht jedem Harndrang sofort nachgibst. So wird der Harndrang auf Dauer besser kontrollierbar. Auch eine Änderung des Trink- und Ernährungsverhaltens, Beckenbodengymnastik sowie Entspannungstraining können dafür sorgen, dass der Toilettenbesuch auch mal eine Weile pausieren kann.

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