Hämochromatose: Symptome der Eisenspeicherkrankheit

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Die Eisenspeicherkrankheit ist die häufigste Erbkrankheit.
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Zu viel Eisen

Hämochromatose ist eine genetisch bedingte Störung des Eisenstoffwechsels. Anders als bei einem Eisenmangel , wird bei der Eisenspeicherkrankheit zu viel Eisen über den Darm aufgenommen. Damit erhöht sich der Gesamteisengehalt im Körper auf ein 15-20-Faches des Normalwertes. Die Folge: Erhebliche Schädigungen der Organe.

Warum ist die Eisenspeicherkrankheit so gefährlich?

Wird die Krankheit nicht frühzeitig entdeckt und dementsprechend behandelt, gelangt das überschüssige Eisen in das Gewebe verschiedener Organe. So kann das Organgewebe mit der Zeit durch Eisenablagerung zerstört und durch funktionsloses Bindegewebe ersetzt werden. Die Folge: eine eingeschränkte Organfunktion bis hin zum vollständigen Organversagen. Besonders betroffen sind Leber, Gelenke, Herz und Bauchspeicheldrüse.

Wer ist gefährdet?

Hämochromatose ist eine Erbkrankheit, die man von Geburt an in sich trägt. Bekommt man von den Eltern zwei defekte Chromosom 6 vererbt, kann die Krankheit ausbrechen. Wer nur ein defektes Chromosom 6 erbt, bleibt gesund, kann die Krankheit aber trotzdem an seine Kinder weitergeben. Gefährdet sind alldiejenigen, deren Eltern oder Geschwister das Hämochromatose-Gen in sich tragen. Anhand eines Gentest und einer Überprüfung der Eisenwerte, kann die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Was sind die Symptome der Eisenspeicherkrankheit?

Immer wieder werden Symptome wie Schwäche, Müdigkeit und Gelenkschmerzen, besonders in den Händen, mit Hämochromatose in Verbindung gebracht. Tatsächlich sind die Symptome der Eisenspeicherkrankheit unspezifisch und können sich schleichend über mehrere Jahre hinweg ziehen. Einzig und allein ein Arzt kann die genaue Eisenmenge im Körper feststellen. Da die Bestimmung des Eisengehaltes nicht Teil einer Routine Blutuntersuchung ist, bleibt die Krankheit oft unentdeckt.

Wie wird Hämochromatose behandelt?

In den meisten Fällen wir Hämochromatose mit wiederholten Aderlässen behandelt. Zu Beginn der Therapie in einem 1-2 wöchigen Rhythmus, in der Erhaltungsphase alle drei Monate. So werden die Eisenspeicher geleert. Wer an Blutarmut oder Herzschwäche leidet, wird medikamentös behandelt. Auch wer unter sekundärer Blutarmut leidet, bekommt Medikamente verschrieben, die das Eisen bindet. Umso früher mit der Aderlasstherapie begonnen wird, desto besser lassen sich Spätfolgen vermeiden. Krankheitsbegleitend wird in den meisten Fällen eine symptomatische Behandlung durchgeführt.

Wer auf eine eisenarme Ernährung achtet, begünstigt den Verlauf einer Therapie. Vitamin C erhöht und schwarzer Tee hemmt die Aufnahme von Eisen. Auf den Genuss von Innereien, Blut- und Leberwurst sollten Betroffene Weites gehend verzichten. Wer Nahrungsergänzungsmittel zu sich nimmt, muss darauf achten, dass diese frei von Vitamin C und Eisen sind. Grundsätzlich gilt, eisenhaltige Lebensmittel zu meiden. Auch von exzessivem Alkoholkonsum wird abgeraten. Dieser kann das Risiko einer Leberzirrhose positiv beeinflussen.

Wenn ich an Hämochromatose erkrankt bin, muss ich dann sterben?

Wird Hämochromatose frühzeitig diagnostiziert und entsprechend therapiert, muss weder mit Folgeschäden noch mit einer verkürzten Lebenserwartung rechnet.

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