Wohnortwechsel hinterlässt SpurenHäufiges Umziehen kann die Psyche von Kindern schädigen

Häufige Wohnortwechsel erhöhen bei Kindern das Risiko für psychische Krankheiten
Insbesondere bei Teenagern stellten die Forscher erhöhtes Risiko fest.
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Der Job, eine Trennung oder ein neuer Partner - es gibt viele Gründe für einen Umzug. Forscher haben jetzt allerdings entdeckt, dass die Psyche von Kindern stark darunter leiden kann.

Natürlich gibt es Situationen, in denen ein Umzug dringend notwendig ist und sich keine Alternative bietet. Doch zu viele Wohnortwechsel sollte man seinen Kindern nicht zumuten. Dies untermauert nun die Studie eines britisch-dänischen Forscherteams von der Univeristy of Manchester.

Die Wissenschaftler überprüften die Daten von 1,4 Millionen Dänen und verfolgten anhand derer ihre Entwicklung von ihrer Geburt bis zu ihren frühen Vierzigern. Dabei interessierte sie, wie oft eine Person im Kindesalter umziehen musste. Außerdem überprüften sie, ob die einzelnen Personen in ihrem Leben einmal gewalttätig wurden, unter einer psychischen Krankheit litten, Drogen nahmen, bereits einmal versucht hatten, sich selbst das Leben zu nehmen und im Fall ihres Todes auf natürlichem Wege gestorben waren.

Das erschreckende Ergebnis der Studie

Die Forscher stellten fest, dass häufiges Umziehen in jedem einzelnen Fall das Risiko erhöhte. Wenn eine Person sogar mehrmals innerhalb eines Jahres umzog, stieg die Wahrscheinlichkeit, dass die Person eine Straftat begehen würde, plötzlich sprunghaft an.

Das Selbstmordrisiko war insbesondere bei Teenagern zwischen 12 und 14 Jahren im Fall von häufigen Wohnortwechseln erhöht. Generell stieg die Wahrscheinlichkeit für einen Suizid mit dem Alter der Kinder zum Zeitpunkt des Umzugs beziehungsweise der Umzüge.

Mit jedem Umzug geht auch ein Wechsel der Schule, des Kindergartens und des Freundeskreises einher. Dies belastet Kinder offensichtlich sehr viel mehr, als bislang klar war.

Das gesteigerte Risiko für eine Schädigung der Psyche betraf übrigens Kinder aus allen Sozial- und Bildungsschichten.

Die Forscher, die die Untersuchung durchgeführt haben, fordern daher, dass sich Schulen und andere soziale Einrichtungen besser um die Kinder kümmern sollten, die neu in einen Ort ziehen.

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