Zivilschutzkonzept: Die wichtigsten FaktenHamsterkäufe: Das steckt wirklich hinter dem Zivilschutzkonzept

Was hat es wirklich mit dem Aufruf zu Hamsterkäufen auf sich?
Was hat es wirklich mit dem Aufruf zu Hamsterkäufen auf sich?
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Inhalt
  1. Was ist bisher über das neue Zivilschutzkonzept bekannt?
  2. Was genau bedeutet der Aufruf zu Hamsterkäufen?
  3. Gibt es Grund zur Sorge?

Der Aufruf zu Hamsterkäufen der Bundesregierung beunruhigt viele Bürger. Das steckt wirklich hinter dem neuen Zivilschutzkonzept – die wichtigsten Fakten im Überblick:

Was ist bisher über das neue Zivilschutzkonzept bekannt?

Erst am Mittwoch soll das neue Zivilschutzkonzept im Kabinett besprochen werden. Bei den bisherigen Meldungen zu den voraussichtlichen Inhalten handelt es sich um Entwürfe. Bekannt geworden sind insbesondere die Aufforderung, eine Hausapotheke anzulegen, sowie ein geplanter Weckruf, der Bürger in Notsituationen über Sirenen, Radio, TV und Lautsprecheranlagen warnen soll. Zudem soll erneut zu Hamsterkäufen aufgerufen werden, um sich und seine Familie in einer Gefahrenlage versorgen zu können.

Was genau bedeutet der Aufruf zu Hamsterkäufen?

Allgemein werden die Bürger aufgerufen, einen Vorrat Lebensmitteln für zehn Tage anzuschaffen. Auch Trinkwasser sollte ausreichend zur Verfügung stehen. „Die Bevölkerung soll durch geeignete Maßnahmen angehalten werden, zur Eigen-/Erstversorgung bis zur Installation staatlicher Einzelmaßnahmen für den Zeitraum von fünf Tagen je zwei Liter Wasser pro Person und Tag in nicht gesundheitsschädlicher Qualität vorzuhalten“, heißt es im Zivilschutzkonzept.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat eine Checkliste für einen Vorrat für etwa 14 Tage veröffentlicht. Darin enthalten sind folgende Punkte:

  • 28 Liter Flüssigkeit pro Person (Mineralwasser, Fruchtsäfte)
  • 4,9kg Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis
  • 5,6kg Gemüse und Hülsenfrüchte
  • 3,6kg Obst und Nüsse (in Dosen, Gläsern oder lagerfähig)
  • 3,7kg Milchprodukte
  • 2,1kg Fisch, Fleisch, Eier, Volleipulver
  • 0,5kg Fette, Öle

 

Gibt es Grund zur Sorge?

Unter den Bürgern sorgt das neue Zivilschutzkonzept, aber insbesondere der Aufruf zu Hamsterkäufen, für Besorgnis und Unruhe. Im Konzept wird „ein Angriff auf das Territorium Deutschlands, der eine konventionelle Landesverteidigung erfordert“ allerdings als unwahrscheinlich eingeschätzt. Trotzdem werden die Maßnahmen damit gerechtfertigt, um sich „auf eine solche, für die Zukunft nicht grundsätzlich auszuschließende existenzbedrohende Entwicklung angemessen vorzubereiten.“  

Grundsätzlich besteht somit akut kein Grund zur Sorge. Es handelt sich bei den Aufforderungen lediglich um einen Akt der Vorsicht.  Das letzte Konzept wurde 1995 nach Beendigung des Kalten Kriegs veröffentlicht, somit wird es nach langer Planung und nicht aus einem akuten Notfall heraus entwickelt. Dennoch spielen die Entwicklungen der letzten Jahre in Bezug auf die Terrorgefahr eine Rolle. Die Konzeption wurde allerdings bereits 2012 in Auftrag gegeben und bezieht sich damit nicht auf neuste Anschläge der letzten Zeit. Vielmehr sei es noch eine Reaktion auf die Terroranschläge des 11. Septembers, sowie auf den fortschreitenden Klimawandel.

(ww4)

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