Hashimoto Thyreoiditis: Was der kranken Schilddrüse hilft

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Wenn die Schilddrüse erkrankt, braucht sie dringend Hilfe.
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So können Betroffene mit Hashimoto Thyreoiditis umgehen

Müdigkeit, Frieren, trockene Haut - das kennen viele Frauen. Häufig steckt eine unentdeckte chronische Entzündung der Schilddrüse dahinter: Hashimoto-Thyreoiditis.

Die Beschwerden beginnen schleichend. Und sind meist so diffus, dass die Schilddrüsen-Erkrankung Hashimoto Thyreoiditis (benannt nach dem japanischen Entdecker der Erkrankung) häufig viele Jahre unerkannt bleibt.

Die Betroffenen - zu 80 Prozent sind es Frauen - werden nicht selten von einem Facharzt zum nächsten geschickt, und keiner kann helfen. Wird dann eines Tages die richtige Diagnose gestellt, ist es ein kleiner Schock: Denn die Erkrankung ist nicht heilbar. Dennoch lässt sich damit gut leben, wenn man einiges beachtet.

Was ist Hashimoto?

Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung. Fälschlicherweise bildet die Abwehr Antikörper gegen Eiweiße der Schilddrüse. Dadurch entwickelt sich eine chronische Entzündung, bei der immer mehr Zellen der Schilddrüse zerstört werden. Anfänglich kommt es oft zu einer Über-, langfristig zu einer Unterfunktion des Organs. Es werden weniger Botenstoffe und Hormone gebildet. Dadurch geraten Körpervorgänge wie Eiweiß-, Fett- und Zuckerstoffwechsel durcheinander. Der Stoffwechsel verlangsamt sich. Die Haut wird trockener, man fühlt sich antriebslos, das Gewicht steigt.

Was sind die Ursachen?

Oft tritt die Erkrankung erst so richtig zutage, wenn der Körper stärkere Umstellungen durchmacht, etwa nach dem Absetzen der Pille, in der Stillzeit, nach einer Radikaldiät oder infolge einer Infektion. Auch Stress begünstigt sie, ebenso wie eine Überdosierung von Jod (z. B. durch ein jodhaltiges Röntgen-Kontrastmittel). Allerdings immer nur, wenn die Veranlagung dazu besteht. Die Diagnose wird per Blutuntersuchung und Ultraschall gestellt.

Wie wird therapiert?

Die zugrunde liegende Immunstörung ist nicht heilbar. Daher wird symptomatisch behandelt und das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin ergänzt - und zwar lebenslänglich, da sich die Schilddrüse nicht mehr erholt. Ist die richtige Dosierung gefunden, verschwinden die Symptome meist. Die Laborwerte werden regelmäßig kontrolliert, um die Dosis stets aktuell anzupassen.

Das können Sie selbst tun

Natürliche Radikalfänger dämpfen Entzündungen und begrenzen dadurch Gewebeschäden. Setzen Sie viel buntes Gemüse wie Paprika oder Brokkoli sowie Beeren auf den Speiseplan. Auch das Spurenelement Selen ist sehr wichtig für Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Denn ohne können Radikalfänger wie Vitamin C und E nicht richtig wirken. Es schützt die Körperzellen, dämmt Entzündungen und wirkt immunausgleiched. Studien zeigen, dass sich Hashimoto-Betroffene besser fühlen, wenn sie Selen einnehmen (z. B. "Selen-loges", Apotheke). Da es in hohen Dosen giftig wirken kann, ist eine genaue Absprache mit dem Arzt nötig. Viel Selen steckt in Eigelb, Roggenbrot, Fisch oder Paranüssen. Des Weiteren sollten Sie den Verzehr von Jod einschränken und jodiertes Salz, Meersalz und Meeresfrüchte meiden, da Jod den Entzündungsprozess anheizt.

Die Schilddrüse profitiert von sanfter Bewegung - wie zum Beispiel Rad fahren, Spazierengehen oder Tai-Chi. Und weil die Haut austrocknet, sollte die Pflege besonders reichhaltig sein. Geeignet sind etwa Cremes mit Ringelblumen- oder Nachtkerzenextrakten.

Autor: Rebekka Mildenberger

Hashimoto Thyreoiditis - Wohlfühlen trotz Schilddrüsen-Erkrankung

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