Hass gegen Tess Holiday: Wer kriegt hier sein Fett weg?

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Tess Holliday ist extrem übergwichtig und steht dazu
Foto: Tess Holliday/Instagram

Wie viel Übergewicht ist eigentlich zu viel? Und ab wann ist auch kurvig und Plus-Size nicht mehr ästhetisch? Diese Frage stellt gerade eine Facebook-Nutzerin dem üppigen Plus-Size-Model Tess Holliday. "Hört endlich auf, krankhaftes Übergewicht schön zu finden", fordert sie.

Tess Holiday ist 29 Jahre alt, trägt Größe 52 (die größte Plus-Size-Größe ist 60) und ist rundum mit sich zufrieden. "Fattitude" statt "Attitude ist ihr Motto. Die US-Amerikanerin liebt ihren üppigen Körper und posiert freizügig und leicht bekleidet. Und das mit Erfolg. In den USA ist sie inzwischen eines der gefragtesten Plus-Size-Models überhaupt.

Trotzdem: Die Frage danach, wie viel Plus-Size ist noch schön beziehungsweise gesund kommt beim Anblick der übergewichtigen Tess durchaus auf. Diese Frage hat auch eine Nutzerin auf Facebook aufgeworfen - leider in einem ziemlich beleidigendem Ton. Aber der Kern des Kommentars stellt vermutlich die Meinung vieler Menschen da, die sich fragen: Wie viel Übergewicht ist ok und ab wann geht es nicht mehr um "Bodyshaming", sondern um die Gefährdung der eigenen Gesundheit?

Enormes Übergewicht kann krankmachen. Selbstverständlich nicht jeden, aber wissenschaftlich bewiesen ist, dass zum Beispiel Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten im Zusammenhang mit starkem Übergewicht stehen.

Auch das spricht die Facebook-Nutzerin in ihrem Kommentar an: "Es gibt einen Unterschied zwischen dem Akzeptieren von verschiedenen Körpern und natürlichen Schönheitsfehlern" oder zu verstehen, das extremes Übergewicht "zwangsläufig zu ernsten und chronischen Gesundheitsproblemen wie Diabetes, Herzkrankheiten und Gelenkproblemen führt".

Ihr Kommentar wird sogar noch krasser: "Gut, stirb langsam (...) und hör damit auf, jungen Frauen zu erzählen, dass sie fett und stolz vor sich hinfaulen können, weil es Stärke zeigt. Das ist kein Stolz und kein Feminismus. Es ist das Anpreisen eines Lebens voller Krankheiten.“

Und damit ist die Nutzerin nicht allein: Viele Kommentare auf Tess Facebookseite sind eher negativ. "Wer will wirklich so aussehen?" oder "Sie ist kein gutes Vorbild" sind dabei noch die netteren Aussagen.

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Posted by Tess Holliday on Donnerstag, 9. Juli 2015

Übergrößen-Model Tess reagiert auf ihre Kritiker ganz gelassen. "Der Punkt ist nicht, dass ich fett bin oder meine Übergröße, es ist der, dass du Angst davor hast, jemand zu sehen der fett und glücklich ist."

Wie glücklich Tess tatsächlich mit ihrem Gewicht ist, kann vermutlich nur sie selbst sagen. Was wir vermuten, ist, dass viele Dinge im Leben sicherlich leichter sind, wenn man weniger Kilos auf den Rippen hat.

Allerdings ist jeder Mensch verschieden und hat eine unterschiedliche Definition davon, was schön und erstrebenswert ist. Und falls dieses Schönheitsideal am Ende krank macht, hat jeder die Entscheidung darüber, wie er oder sie aussehen möchte, selbst in der Hand.

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