ALS-ForschungHat die Ice Bucket Challenge eigentlich etwas gebracht?

ALS Ice Bucket Challenge
Foto: Screenshots Facebook

Wisst ihr noch, damals, 2014, als sich plötzlich alle dabei filmten, wie sie sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf kippten? Das war als Spendenkampagne gedacht, die auf ALS aufmerksam machen sollte. Hat die Ice Bucket Challenge damals eigentlich etwas gebracht?

Zwei Jahre ist es nun her, dass sich plötzlich weltweit alle - Normalos und Promis - der Ice Bucket Challenge stellten. Die Herausforderung bestand darin, sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu kippen, 10 Euro an die ALS Association zu spenden (in Deutschland gingen die meisten Spenden an die ALS-Ambulanz der Charité in Berlin) und danach mindestens drei Personen zu nominieren, die das innerhalb von einem Tag ebenfalls tun sollten.  Sollte sich einer der Nominierten weigern, musste er 100 Euro an die ALS-Forschung spenden. Die meisten der (prominenten) Teilnehmer an der Ice Bucket Challenge machten zwar mit, spendeten aber dennoch viel höhere Beträge.

ALS steht für die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose, eine unheilbare Krankheit des motorischen Nervensystems. Es ist unklar, ob sie rein genetisch übertragen wird. Erkrankte leiden zum Teil an spastischer Lähmung und/oder Muskelschwund. Sie haben Gang-, Sprech- und Schluckstörungen. Die meisten Erkrankten sterben nach drei bis fünf Jahren nach Ausbruch der Krankheit.

In einem Zeitraum von nur acht Wochen im Sommer 2014 nahm die ALS Association durch die Ice Bucket Challenge etwa 115 Millionen US-Dollar durch Spenden ein. Doch auch zahlreiche weitere ALS-Forschungs- und Behandlungsstationen wurden mit Spenden beglückt.

Tja, und nun? Hat diese riesige Aktion überhaupt etwas gebracht? Die Antwort: Ja!

Wir haben oben geschrieben, dass es bisher unklar war, ob die Krankheit allein genetisch übertragen wird. Die ALS Association hat ihre Spendengelder an viele verschiedene ALS-Forschungsgruppen verteilt. Unter anderem auch an das Project MinE, das von zwei selbst an ALS Erkrankten geleitet wird. Project MinE erforscht, welche Gene Träger von ALS sein könnten. Und sie haben ein Träger-Gen von ALS gefunden!

Sie untersuchten tausende ALS-Patienten und fanden im Vergleich der Werte heraus, dass NEK1 ein Träger-Gen sein muss. Das ist laut CNN schon das dritte ALS-Träger-Gen, das dank der Ice Bucket Challenge gefunden werden konnte.

Je weiter die Ursache der Krankheit eingegrenzt werden kann, desto wahrscheinlicher ist es, eine Heilung zu finden.

Die unglaublichen Fortschritte, die die ALS-Forschung in den letzten zwei Jahren dank der Ice Bucket Challenge machen konnte, sind beispielhaft.

Waren wir vor zwei Jahren genervt davon, dass sich plötzlich alle dabei zeigen mussten, wie sie Eiswasser über ihren Kopf kippten? Wir nehmen alles zurück und sagen: Her mit der nächsten Challenge!

 

Hier die Videos einiger Stars, die an der Ice Bucket Challenge teilgenommen haben:

Elyas M'Barek:

 

Helene Fischer:

 

Matthias Schweighöfer:

 

Andere Gründe sich abzukühlen findet ihr in diesem Video:

 

 

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