Hat ein Polizist in Halle einen kleinen Jungen "geschlagen"?

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"Mit der Hand einen leichten Wischer gegen den Kopf“

Der Ausflug einer Kindergartengruppe bei der Polizei nahm eine überraschende Wende. Denn einer der Polizisten reagierte gegenüber einem sechsjährigen Jungen ziemlich heftig. Mit Folgen für den Polizisten.

Der Polizist soll dem Jungen "mit der Hand einen leichten Wischer gegen den Kopf“ versetzt haben. So berichtet die Lokalzeitung "Die Glocke". Was soll das denn heißen?

Also, Folgendes soll sich zugetragen haben: Eine Kindergartengruppe hat eine Polizei-Wache in Halle besichtigt. Dabei seilte sich ein sechsjähriger Junge von der Gruppe ab, unbemerkt von den Betreuerinnen und dem 55-jährigen Polizisten, der die Gruppe durch die Dienststelle führte. Der Junge drückte einen Alarmknopf für Notfälle im Zellenbereich, löste einen Alarm aus.

Daraufhin soll der Polizist den Jungen "lautstark angefahren" haben und ihm "einen leichten Wischer gegen den Kopf" versetzt haben. Die Worte des Beamten dazu waren wohl, er habe "den Jungen leicht mit der Handfläche an der Schädeldecke beziehungsweise am Haar berührt". So weit, so schwammig. Der Junge hat sich wohl erschrocken, wurde aber nicht verletzt.

Allerdings tat dem Polizisten seine Tat sofort Leid. Er entschuldigte sich bei dem Jungen, sprach mit ihm. Anschließend informierte er die beiden Erzieherinnen und eine Mutter, die die Kinder bei ihrem Ausflug begleiteten. Danach ging die Besichtigung durch die Polizeiwache wie geplant weiter.

Als jedoch der Vater des Jungen von dem Vorfall hörte, erstattete er noch am selben Nachmittag Anzeige gegen den Polizisten wegen Körperverletzung im Amt.

Überzogen oder genau richtig?

Der Leitende Polizeidirektor Karsten Fehring sagte gegenüber der "Glocke": "Das Verhalten des Polizisten ist völlig inakzeptabel und in keiner Weise zu entschuldigen. Wir als Polizei im Kreis dulden ein solches Verhalten nicht und werden mit aller Konsequenz dagegen vorgehen. Es wird bereits gegen den Beamten ermittelt."

Tatsächlich ermittelt nun die Polizei im Kreis Gütersloh gegen ihren Kollegen aus Halle.

Wir fragen uns allerdings: Ist die Reaktion des Vaters übertrieben?

In den Kommentaren unter dem Artikel der "Glocke" ist eine rege Diskussion im Gange. Die Leser sind auf der Seite des Polizisten.

So schreibt ein User: "Wie lächerlich ist das denn!!!!! Das ist Deutschland und sicher noch Schmerzensgeld verlangen. Der arme arme arme Junge der ist sicher für sein Leben geschädigt!!!! Was passiert mit dem Polizisten, davon wird nie mehr geredet aber der arme Junge und der noch so tiefe Schock!!!!"

Und ein anderer: "Ich finde das sich der Vater des Kindes absolut lächerlich verhält. Wenn sich alles so zugetragen hat wie beschrieben, also die Entschuldigung des Polizisten und die Klärung mit den begleitenden Erziehern/Erwachsenen, finde ich es lächerlich, wenn der Vater anschließend noch zur Polizei rennt und Anzeige erstattet, anstatt vielleicht nochmal selbst mit dem betreffenden Beamten zu reden oder zu sagen die Sache hat sich erledigt, da der Beamte alles notwendige unternommen hat und die "Tat" bereut. Was will er damit bezwecken? Seinem Kind vorleben, dass sich zu entschuldigen und den Vorfall zu bereuen nichts bringt. Oder hofft er vielleicht noch irgendwie Schmerzensgeld wegen seelischer Belastung herauszuschlagen? Naja, bleibt zu hoffen, dass dem Polizisten keine beruflichen Konsequenzen drohen."

Aber war die Reaktion des Polizisten nicht auch übertrieben? Was meinen Sie?

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