Hautkrebs: Veränderungen frühzeitig erkennen

weisser hautkrebs
Untersuchen Sie Ihren Körper einmal im Monat auf Hautkrebs.
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10 Minuten für die Haut

Jedes Jahr erkranken mehr als 200 000 Menschen an Hautkrebs. Haben Sie irgendwo verdächtige Flecken? Untersuchen Sie sich einmal im Monat von Kopf bis Fuß.

An den Händen und im Gesicht sehen wir es sofort: Oh Schreck, schon wieder ein Altersfleck mehr! Die lästigen braunen Male sehen aus wie übergroße Sommersprossen, sind aber in der Regel ungefährlich. Doch ebenso scharfsichtig sollten Sie auch alle anderen Körperstellen im Blick haben: Schwarzer und weißer Hautkrebs sind für Laien sicht- und fühlbar - und je eher Veränderungen erkannt werden, desto größer sind die Heilungschancen.

Auch der schwarze Hautkrebs ist heilbar

Das Risiko, während seines Lebens einmal an Hautkrebs zu erkranken, ist für weißhäutige Europäer enorm hoch, es liegt bei fast 50 Prozent. Hierzulande sind jährlich mehr als 200 000 Menschen betroffen, Tendenz steigend. Die gute Nachricht: 80 Prozent der Patienten bekommen "weiße" Tumoren, etwa sogenannte Basaliome oder Spinaliome, die sehr langsam wachsen und fast nie Metastasen bilden. Wird weißer Hautkrebs rechtzeitig erkannt, lassen sich die hellen Tumore mit einem relativ kleinen Eingriff entfernen. Ignorieren sollte man sie dennoch nicht: Unbehandelt können sich die weißen Tumoren durch Haut und Knochen fressen. Viel seltener, aber hochgefährlich ist dagegen der schwarze Hautkrebs, auch malignes Melanom (siehe Kasten) genannt. Seine Zellen breiten sich sehr leicht und sehr schnell über das Lymphsystem aus und können in anderen Organen großen Schaden anrichten. Doch auch der schwarze Hautkrebs ist heilbar - wenn man ihm rasch zu Leibe rückt. Früherkennung ist also in jedem Fall entscheidend.

Harmlos oder bösartig

Die Signale Kreisrunde Leberflecke, die kleiner sind als zwei Millimeter und sich seit ewigen Zeiten nicht verändert haben, sind in der Regel harmlos. Genau ins Visier nehmen müssen Sie dagegen neu aufgetauchte und alle größeren Exemplare: Ist ein Mal deutlich dunkler (braun-schwarz bis schwarz)? Ist es mehrfarbig und unregelmäßig in der Form? Ist es plötzlich gewachsen oder hat auffällig seine Farbe verändert? Brennt, juckt oder blutet es?

Die Risikogruppen Nicht nur Menschen mit heller Haut und hellen Haare sind gefährdet. Auch wer mehr als 40 Leberflecke hat oder bei wem bereits Hautkrebs in der Familie vorkam, hat ein höheres Risiko. Besonders bedroht sind Rothaarige: Forscher haben festgestellt, dass sie durch die Mutation eines bestimmten Gens auch ohne Sonne enorm anfällig für den schwarzen Hautkrebs sind. Sie sollten neben der regelmäßigen Selbstuntersuchung einmal im Jahr zum Hautarzt gehen. Für alle anderen gilt: alle zwei Jahre zum Hautcheck.

Lernen Sie Ihre Haut kennen

Achten Sie bei der Selbstuntersuchung nicht nur auf die Leberflecke. Auch raue Stellen, weißliche Flecke oder kleine Wunden, die nicht abheilen, können Hautkrebs sein.

Ein Blick hinter die Ohren

Beginnen Sie am Kopf: Gesicht, Haaransatz, Hals, Ohren. Für Kopfhaut und Nacken nehmen Sie am besten einen Handspiegel.

Schatz, hilf mir doch!

Jetzt sind Arme, Achselhöhlen, Schultern und Oberkörper an der Reihe. Idealerweise spannen Sie Ihren Partner für den Rücken ein.

Keine falsche Scham

Auch wo die Sonne eher selten hinkommt, können sich Tumore bilden: auf dem Po und zwischen den Pobacken sowie im Genitalbereich. Schauen Sie sorgfältig hin.

Ach die Nägel prüfen

Füße, Fußsohlen, Zehen und auch die Zehenzwischenräume nicht vergessen. Achtung: Dunkle Verfärbungen unter den Zehennägeln können verdächtig sein! Unbedingt dem Hautarzt zeigen.

Solarium: Darauf sollten Sie achten

Dass zu viel Sonne Hautkrebs auslösen kann, weiß mittlerweile jeder. Mediziner raten auch dringend vom Sonnenbaden im Solarium ab, doch darauf möchten viele Menschen gerade im Winter nicht verzichten. Unser Tipp: Gehen Sie so selten wie möglich und nur in gut betreute Studios. Das Personal sollte Ihren Hauttyp bestimmen und die Bräunungsdauer darauf einstellen. Es sollte Sie nach Ihrer Medikamenten-einnahme befragen und ungefragt eine Schutzbrille aushändigen. Achten Sie darauf, dass das Bräunungsgerät den EU-Hinweis "Bestrahlungswert von maximal 0,3 W/m2 wird nicht überschritten" trägt. Weitere Infos gibt es in der Broschüre "Hautkrebs: Antworten. Hilfen. Perspektiven" der Deutschen Krebshilfe. Sie kann unter www.krebshilfe.de heruntergeladen oder kostenlos bestellt werden. Per E-Mail: deutsche@krebshilfe.de. Per Fax: 0228 7299011.

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