Helden des Alltags 2014 Nr. 06 - Nachbarin vor Vergewaltigung gerettet

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Verhinderte ein Verbrechen: Student Dirk Wulf in der Uni Greifswald (aufgenommen am 14. April).
Foto: van-ryck Fotografie

Die große Aktion von "auf einen Blick"

Einer, der mit gutem Beispiel vorangeht: Student Dirk Wulf (23) aus Greifswald bewies Zivilcourage und rettet seine Nachbarin vor einer Vergewaltigung!

Albtraum Vergewaltigung. Jährlich werden in Deutschland knapp 8 000 Frauen vergewaltigt. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher (auf einen Blick berichtete). Experten sagen, dass viele Taten durch beherztes Eingreifen mög-licherweise hätten verhindert werden können. Aber viele schauen weg – nur Dirk Wulf (23) kam einer Frau zu Hilfe!

Es ist der 17. Januar dieses Jahres in Greifswald. „Ich habe mit Freunden in meiner Wohnung gesessen und gefeiert“, erinnert sich Dirk. „So gegen 22 Uhr randalierte ein Mann im Treppenhaus. Er sagte mir seinen Namen, und ich konnte ihn beruhigen.“

Um zwei Uhr nachts sind alle Gäste weg, als er plötzlich Hilferufe einer Frau hört. „Ich rannte den Schreien nach in den Keller“, sagt der angehende Lehrer für Geschichte und Geografie.

Dirk sieht, wie der Mann aus dem Treppenhaus seine 25-jährige Nachbarin zu Boden drückt und würgt. „Ich habe ihn angeschrien, was das werden soll. Da stand er auf, ging auf mich los und würgte mich.“

Nach einem kurzen Handgemenge kann er den Unbekannten in eine Ecke drängen und festhalten. „Mein Glück war, dass ich ihn aus dem Treppenhaus kannte. Ich duzte ihn, und er hörte mir zu“, meint Dirk.

Das Gerangel im Keller bleibt aber auch von anderen Nachbarn nicht ungehört – diese rufen die Polizei. Dirk ist sichtlich erleichtert, als die Beamten eintreffen. „Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der Mann wegen solcher und anderer Straftaten bereits vorbestraft war – jetzt sitzt er wieder in U-Haft.“

Dank für sein beherztes Eingreifen erhält er von allen Seiten: Seine Nachbarin und ihre Familie sind glücklich, dass alles so glimpflich abgelaufen ist. In der Universität wird er von seinen Kommilitonen beglückwünscht, Freunde klopfen ihm auf die Schulter, und auf der Straße sprechen ihn die Greifswalder auf seine Heldentat an. „Zivilcourage ist wichtig“, sagt er bescheiden. „Jeder muss halt ein bisschen auf den anderen achten.“

Hatte er keine Angst? „Nein, ich habe einfach nur gehandelt – und würde es auch immer wieder tun.“

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