Helden des Alltags 2014 Nr. 18: Kühlkappe gegen Haarausfall bei Krebs

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Coole Haube: Barbara Arthkamp mit ihrer Erfindung
Foto: Marc Vollmannshauser / BILD Zeitung

Die Erfindung von Barbara Arthkamp (46) sorgt dafür, dass viele Krebspatienten ihre Haare behalten

Barbara Arthkamp (46) und ihre Kühlhaube haben schon vielen Krebs-Patienten die Perücke erspart. Sie selbst ist das beste Beispiel für den Erfolg der Kappe...

Die Personalreferentin aus Recklinghausen ist selbst das beste Beispiel für die verblüffende Wirkung ihrer Erfindung: Auch nach unzähligen Chemotherapien sind ihre langen blonden Haare immer noch echt!

Schicksal Brustkrebs: Mit 33 erkrankt sie zum ersten Mal. Sie gewinnt den Kampf gegen die heimtückische Erkrankung. Aber fünf Jahre später kommt der Krebs zurück. 2011 zum dritten Mal. Immer wieder Chemotherapie. Immer wieder eine Perücke.

"Ich habe nie aufgegeben. Aber jede Frau weiß, wie wichtig die eigenen Haare sind. 2011 habe ich zum ersten Mal meinen Kopf gekühlt, in der Hoffnung, ein paar zu behalten", erzählt sie. Und es funktioniert: Sie verliert bei der Chemo nur wenige Haare.

Die Kühlkappe schützt die Haarwurzeln

Als Anfang des Jahres der Krebs zum vierten Mal zuschlägt, kämpft sie wieder mit dem drohenden Haarausfall: Barbara Arthkamp spricht mit Ärzten, die während der Chemositzungen einen Kühlapparat empfehlen, um die Blutzirkulation zu hemmen. Dadurch
gelangen weniger der Chemowirkstoffe in die Haarwurzeln.

"Aber das war mit ca. 30 Euro pro Sitzung zu teuer", so Barbara. "Also habe ich mit einer Freundin Fachzeitschriften und Artikel gewälzt und über eine günstigere Alternative nachgedacht. Dadurch ist der Plan für eine selbst gemachte Kühlkappe entstanden."

Die Haare geben mir ein Stück Würde zurück

Die Kappe besteht aus Taschen vom Drogeriemarkt, die zu einer Haube genäht werden. Dann werden sechs Kühlkompressen hineingesteckt. Sie wird kurz vor der Chemo, während und bis zu 90 Minuten danach aufgesetzt.

Ärzte schätzen die Erfolgsquote der selbst gemachten Kappe auf mindestens 50 Prozent. "Die erste habe ich ohne Nähmaschine genäht“, erzählt sie. Jetzt hilft die Mutter einer Mit-Patientin. Die Haube kostet 16,49 Euro (Anfragen an: 2000BARNI2010@gmx.de). "Das gibt mir ein großes Stück Würde zurück", sagt sie stolz. Jetzt hat sie ihre Erfindung als Gebrauchsmuster beim Patentamt angemeldet und sucht nun Vertriebspartner.

Text: Ann-Christin Fischer

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