Helden des Alltags 2015 - Nr. 10: Nierenspende: Dafür bin ich meiner Schwester ewig dankbar

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Hand in Hand: Martina Vohrer und Schwester Susanne Person
Foto: Thomas Niedermüller

Die beiden sind ein Beispiel für wahre Geschwisterliebe

Martina kann endlich ihr Leben genießen - doch der Kampf ums Leben ist noch nicht vorbei. Darum ist sie eine der Nominierten unserer "Helden des Alltags 2015".

Glücklich strahlt Martina Vohrer (43), während Schwester Susanne Person (48) schützend den Arm um sie legt. Von ihr erhielt die 43-Jährige das größte Geschenk: ein Leben ohne Angst und Dialyse!

Für Martina Vohrer ist es das vorläufige Ende eines langen Leidensweges. Bereits mit elf Jahren versagen Martinas Nieren. Mit zwölf dann die erste Organspende. Weitere folgen im Alter von 15, 29 und 36 Jahren. Denn keine der vier Nieren hält länger als sechs Jahre.

"Schon morgens sind die Muskeln schwach, die Haut aufgedunsen. Man spürt, wie man innerlich vergiftet", beschreibt die gelernte Bürokauffrau die Tage, an denen sie merkt: Mein Körper – er wehrt sich gegen das fremde Organ.

Wieder muss die Frau aus Dettingen (Baden-Württemberg) zur Dialyse. "Als Kind habe ich oft geweint, hatte kaum Freunde", erzählt sie. Alle zwei Tage sitzt Martina vier Stunden an der Maschine, braucht danach drei Stunden zum Ausruhen. Nur einen halben Liter Flüssigkeit darf sie täglich zu sich nehmen. "Ich hatte oft das Gefühl, ich verdurste gleich!", sagt sie.

Martina Vohrer aber bleibt lebensfroh. Mit 29 heiratet sie Frank (45), fängt halbtags als Stationshilfe im Reutlinger Dialysezentrum an. Während sie anderen Patienten Mut macht, steht für Martina selbst fest: Es kann keine Todspende mehr geben, da sie bereits zu viele Antikörper in sich trägt. Ein Anruf im September 2014 verändert alles. Schwester Susanne, die Älteste der fünf Geschwister, will ihre Niere spenden.

"Ich zitterte am ganzen Körper, hätte so etwas nie erwartet“, erinnert sich Martina. Der ärztliche Befund zeigt: Martinas und Susannes Gewebemerkmale sind wie die eineiiger Zwillinge. Im März folgt der Eingriff im Transplantationszentrum Stuttgart.

Ihre fünfte Niere – ein Geschenk auf Zeit, da solch eine Spende aus medizinischer Sicht maximal 15 Jahre hält. "Es lässt sich nicht in Worte fassen, wie unendlich dankbar ich Susanne bin. Ich denke nicht daran, was später kommt, genieße lieber jeden einzelnen Tag, so fit und frei zu sein", sagt die 43-Jährige.

Trotz aller Tiefschläge, Martina hat den Kampf ums Leben nie aufgegeben. Eine wahre Heldin des Alltags eben.

Text: Regina Jesse

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