Helden des Alltags 2015 - Nr. 14: Freunde für’s Leben

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Wochenendausflug: Kristina und Melanie mit Therapiepferd Olli
Foto: Sybill Schneider

Die große Aktion von auf einen Blick: Helden des Alltags

Was Kristina für Melanie alles möglich macht, zeigt uns, es gibt noch wahre Freundschaft! Sie ist eine der Nominierten unserer "Helden des Alltags 2015".

Gute Freunde kann niemand trennen! So auch Melanie C. (34) und Kristina Enghusen (31) aus Hamburg nicht: Seit zwölf Jahren besteht zwischen den beiden Frauen eine spezielle Verbindung.

Damals, 2003, kurz nach ihrem Abitur, arbeitete Kristina im Rahmen ihres freiwilligen sozialen Jahres in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung. Dort lernte sie Melanie kennen. "Wir waren uns auf Anhieb sympathisch“, erzählt Kristina.

Melanie sitzt im Rollstuhl und braucht in einigen Bereichen des Lebens Unterstützung – die bekommt sie von Kristina. "Weil die Arbeit mir so viel Spaß gemacht hat, wollte ich das beruflich machen", sagt sie. Kristina lässt sich zur Heilerzieherin ausbilden und wird Melanies Hauptbezugsperson.

Sie kümmert sich mit viel Herz um sie. „Melanie ist nicht nur unglaublich liebevoll und aufrichtig, sie hat auch einen tollen Humor“, so Kristina. Die zwei teilen außerdem ihre große Liebe zu Pferden.

Selbst als sich ihre Wege 2013 zu trennen drohen, weil Kristina sich beruflich selbstständig macht und die Wohngruppe verlässt, bleibt Kristina an der Seite ihrer Freundin. "Ein Leben ohne Melanie kommt für mich einfach nicht mehr infrage!", erklärt sie. Stattdessen wird sie Melanies gesetzliche Betreuerin.

Arztbesuche planen, Buchführung, Wohnungsangelegenheiten klären – all das macht sie ehrenamtlich und unentgeltlich. Mit Kristinas Hilfe hat Melanie mittlerweile sogar eine eigene Wohnung in einem Wohnprojektgefunden.

Kristina nimmt sich viel Zeit für Melanie: Jeden Samstag fahren sie in den Reitstall und versorgen die Pferde. Alle vier Wochen bleibt Melanie sogar über Nacht bei Kristina und ihrem Freund Nicolas Carl (33). Auch den nächsten Tag verbringen sie dann miteinander. "Wir kochen zusammen, malen oder gucken einen Film", erzählt Kristina.

Angst vor der Verantwortung hat sie nicht, ganz im Gegenteil: "Ich habe unheimlich viel von Melanie gelernt, sie zeigt mir, was wirklich wichtig ist im Leben. Außerdem hat doch jeder Mensch einen Menschen verdient, der für ihn da ist."

Text: Friederike Knoll

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