Helden des Alltags 2015 - Nr. 16: Meine Schwester holte mich zurück ins Leben

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Marion (53) und ihre ältere Schwester Katharina (59)
Foto: Reinhard Andresen

Die große Aktion von auf einen Blick: Helden des Alltags

Liebevolle Fürsorge kann Wunder wirken: Marion lag im Koma – dank ihrer Schwester ist sie heute wieder gesund. Sie ist eine der Nominierten unserer "Helden des Alltags 2015".

Plötzlich war nichts mehr, wie es einmal war: Ein Schlaganfall riss Marion Ginsberg (heute 53) jäh aus ihrem Leben. Die Verkäuferin wurde zum Pflegefall, doch niemand war da, der sich um sie kümmerte. Bis auf eine: ihre ältere Schwester Katharina (59).

Ihre Kinder waren mit der Situation überfordert

Es begann ganz harmlos mit Kopfschmerzen, im Januar 2013. Als die Schmerzen nicht besser wurden, ging Marion in die Uniklinik Bonn. Die Diagnose: Ein Aneurysma im Kopf – Marion musste sofort operiert werden.

Doch bei der OP kam es zu Komplikationen – die Frau aus Horhausen erlitt einen Schlaganfall. Danach lag sie drei Wochen im Koma.

Ihre Kinder (18, 29) waren mit der Situation total überfordert. Letzte Rettung: Schwester Ka-tharina. Sie fuhr jeden Tag von ihrem Wohnort Neuwied (bei Koblenz) mehr als 50 Kilometer in die Klinik.

Heute erinnert sich Marion: "Obwohl ich im Koma lag, hörte ich, wie Katharina mir manchmal ins Ohr geflüstert hat: 'Verlass mich nicht, bleib bei mir!'"

Nach zwei Monaten Rehaklinik kam Marion schließlich nach Hause – als Pflegefall: "Ich saß im Rollstuhl, konnte nicht gehen, stehen, sprechen, nicht allein zur Toilette gehen", erzählt sie. "Brote belegen, kochen, Flaschen aufmachen, für alles brauchte ich Hilfe."

Jeden Abend fuhr Katharina zu ihr, blieb mehrere Stunden. Am Wochenende holte sie sie oft zu sich nach Hause. "Natürlich gab es Momente, in denen man denkt, man kann nicht mehr. Aber ich wusste, dass meine Schwester Hilfe braucht. Und ich bin gern für sie da." Sie fütterte sie, machte die Wäsche, den Haushalt. Das alles neben der Arbeit, mit ihrer eigenen Familie.

Die Krankheit hat die beiden nähergebracht

Inzwischen ist Marion nicht mehr auf Hilfe angewiesen. Ihre Schwester sieht sie trotzdem oft, backt und kocht für sie. Die Krankheit hat die beiden nähergebracht.

Aus Dankbarkeit wür-de Marion ihrer Schwester am liebsten Geld geben, doch das nimmt Katharina nicht an: "Das tolle Verhältnis, das wir jetzt haben, ist einzigartig – und unbezahlbar."

Text: Karoline Nuckel

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