Helden des Alltags 2015 - Nr. 17: Diese Jungs haben mir das Leben gerettet!

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S-Bahnhof Ledermuseum in Offenbach: Marco Bernau (M.) mit seinen Rettern Gabriel Eckhardt (l.) und Tom Knoche (r.)
Foto: Richard Rosicka

Die große Aktion von auf einen Blick: Helden des Alltags

Marco stürzte im S-Bahnhof auf die Gleise. Zum Glück zögerten Gabriel und Tom nicht und retteten ihn. Sie sind zwei unserer Nominierten unserer "Helden des Alltags 2015".

Vier Minuten. Mehr Zeit blieben Tom Knoche (19) und Gabriel Eckhardt (22) nicht, um den jungen Mann vor ihnen von den Gleisen zu retten, bevor der nächste Zug ihn überrollen würde. Trotzdem überlegten die beiden Freunde aus Obertshausen (Hessen) keine Sekunde – und riskierten ihr eigenes Leben für das eines Fremden!

Plötzlich fiel er über die Bahnsteigkante

Offenbach am Main am 23. August vergangenen Jahres: Die beiden jungen Helden sind auf dem Weg zur Blutplasmaspende, als das Unglück passiert. "Wir waren gerade aus dem Zug gestiegen, da sahen wir aus dem Augenwinkel, wie jemand über die Bahnsteigkante fiel", erinnert sich Gabriel. "Wir sind sofort hin und da lag ein junger Mann blutend auf den Schienen und regte sich nicht."

Während Tom erst noch einen kurzen Blick auf die Anzeigetafel wirft – die nächste Bahn kommt in vier Minuten – springt Gabriel direkt ins Gleisbett, um zu helfen: "Ich dachte mir, zur Not könnte ich auch noch dem Zugführer winken, damit er vor uns anhält."

Doch die Rettungsaktion gestaltet sich schwieriger als gedacht. Auch gemeinsam gelingt es den beiden nicht, den Bewusstlosen aus seiner gefährlichen Lage zu befreien – zu hoch ist der Bahnsteig. Nur mit Hilfe zweier Frauen, die von oben mit anpacken, können sie den Verletzten – und sich selbst – gerade noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, bevor die nächste S-Bahn planmäßig einfährt. Erst dann kommt der Gerettete wieder zu sich: Marco Bernau (20) aus Offenbach am Main.

Bis heute kann er sich nicht an das Geschehene erinnern. "Ich weiß nur noch, wie ich an den Gleisen entlanglief, dann wurde mir schwarz vor Augen", so der Altenpfleger-Azubi. Ärzte vermuten, Herzrhythmusstörungen könnten die Ursache für seine plötzliche Ohnmacht sein.

Ihr mutiger Einsatz brachte die beiden selbst in Gefahr

"Wären Tom und Gabriel nicht gewesen ... nicht auszudenken, was hätte passieren können! Sie haben mir das Leben gerettet. Dafür werde ich ihnen ewig dankbar sein."

Dass seine zwei Retter sich bei ihrem mutigen Einsatz selbst in große Gefahr brachten, darüber haben sie nicht nachgedacht. "Mit dem Gedanken, da einfach nur herumzustehen und nichts zu tun, hätte ich nicht leben können", so Jura-Student Tom. Und Sportwissenschafts-Student Gabriel: "Wenn ich in so einer Situation wäre, würde ich mir doch auch wünschen, dass mir jemand hilft – und nicht einfach wegsieht!"

Text: Marc Lechtenfeld

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