Helden des Alltags 2015 - Nr. 19: Sie rettete ein Mädchen vor Vergewaltigung

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Mit Herz und Verstand: Ihre Tattoos hat Sarah genau gewählt: Der Drache steht für Schutz, das Schwert für Mut
Foto: Jonas Ratermann

Die große Aktion von auf einen Blick: Helden des Alltags

Mutig! Sarah Litke jagte den brutalen Täter in die Flucht und kümmerte sich rührend um das geschockte Opfer. Sie ist eine unserer Nominierten unserer "Helden des Alltags 2015".

Sie wollte einfach nur nach Hause: Sarah Litke (25), die angehende Krankenschwester (drittes Lehrjahr), war nach ihrem Nachtdienst sehr müde. Nur die paar Kilometer bis zu ihrer kleinen Wohnung und dann ins Bett.

Doch plötzlich sah sie etwas, was ihre ganze Aufmerksamkeit forderte: Ein Mann versuchte ein junges Mädchen zu vergewaltigen!

Jährlich werden fast 8000 Frauen in Deutschland vergewaltigt, die Dunkelziffer ist dabei aber weitaus höher. Experten schätzen, dass viele Taten davon verhindert werden könnten, wenn Zeugen eingreifen und nicht wegschauen würden – genau wie Sarah Litke es tat.

Sarah stürmt mit dem Handy aus ihrem Auto

Rückblick: Sie passiert gerade die Bahnunterführung in Neuwied (Rheinland-Pfalz). Da steht ein Pärchen, das sich in den Armen liegt. Doch auf den zweiten Blick wird klar: Da stimmt etwas nicht!

"Das Mädchen versuchte sich mit aller Kraft zu befreien", erinnert sich Sarah. Obwohl die Situation auch für die Krankenschwester nicht ungefährlich ist, hupt sie, stürmt mit dem Handy aus dem Auto. "Gut, dass das immer auf dem Beifahrersitz liegt. Ich konnte gleich die Polizei anrufen", so die Retterin.

Der Mann lässt sofort von seinem Opfer ab und flüchtet. Doch die Polizei kann den 19-jährigen Täter in der Nähe schnappen. Der junge Mann ist kein Unbekannter für die Ordnungshüter! Er hatte schon einige Frauen belästigt, muss sich bald vor Gericht verantworten.

Währenddessen versucht Sarah das 17-jährige Mädchen zu beruhigen. Mehr noch: Sie fährt mit dem Opfer auf die Wache, bleibt, bis die Eltern des Mädchens kommen.

Erst drei Stunden nach Feierabend ist Sarah im Bett. "Da habe ich erst realisiert, was passiert ist."

Haben die beiden noch Kontakt? "Nein. Sie hat meine Nummer, aber sie will wohl alles vergessen. Ich hoffe, ihr geht es gut." Sarahs Appell: "Jeder kann helfen. Auch, wenn es nur ein Anruf bei der Polizei ist."

Text: R. Jesse

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