Helden des Alltags 2015 Nr. 2: Christophs großer Kampf gegen Gewalt

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Christoph Rickels (28) hat schon vor tausenden Schülern gesprochen
Foto: Werner Reiners

Die große Aktion von auf einen Blick: Helden des Alltags

Er wurde ins Koma geprügelt, ist heute halbseitig gelähmt – und wirbt an Schulen für ein friedliches Miteinander. Christoph ist einer der Nominierten unserer "Helden des Alltags 2015".

Nichtsahnend schlendert er aus der Disco heraus. Dann trifft Christoph Rickels (28) aus Friedeburg (Niedersachsen) der Fausthieb eines Fremden direkt ins Gesicht. Er geht zu Boden. Und steht danach vier Monate lang nicht mehr auf – so lange lag er nach der Attacke vor sieben Jahren im Koma.

Als er wieder aufwacht, ist nichts mehr so, wie es war. Christoph erinnert sich an nichts. Selbst seine eigene Mutter erkennt er nicht. "Ich musste alles neu lernen: sprechen, laufen, Auto fahren. Mit 20 Jahren lag ich auf einmal mit Pampers im Krankenbett!", erzählt er.

Erst nach und nach kommen einige Erinnerungen zurück. Aber die meisten bleiben weg. Ausgelöscht für immer. "Ich wurde in jener Nacht halbtot geschlagen, hatte schwere Hirnblutungen", so Christoph. "Und das nur, weil ich der Freundin des Schlägers einen Drink spendiert hatte."

Während der Täter zwei Jahre auf Bewährung bekam, ist Christoph für sein Leben gezeichnet: Er ist schwerbehindert und halbseitigspastisch gelähmt. Er kann heute zwar wieder sprechen, aber nur sehr langsam. "Und ich humpele eher, als dass ich laufe..."

Sich zu verstecken kommt für den jungen Mann trotzdem nicht infrage. Im Gegenteil! "Ich bin der Beweis dafür, welch schlimme Folgen Gewalt haben kann", erzählt er. "Deshalb habe ich es mir zum Ziel gemacht, dagegen zu kämpfen und für ein friedliches Zusammenleben zu werben."

"Das bleibt für immer in meinem Herzen!"

Dafür gründete er eigens eine Initiative für einegewaltfreieGesellschaft ("First Togetherness" – oder: "Das erste Miteinander") und besucht so oft er kann Schulen in Deutschland, um Kinder und Jugendliche für seine Botschaft zu begeistern.

Tausende haben seine Geschichte schon gehört, viele davon rührte sie sogar zu Tränen. "Vor Kurzem schrieb mir ein Mädchen: 'Das, was du uns heute erzählt hast, bleibt für immer in meinem Herzen.' Solches Feedback gibt mir die Kraft, weiterzumachen!"

Text: Marc Lechtenfeld

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