Helden des Alltags 2015 Nr. 3: Oma Christel hilft mit 96 im Altersheim

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Herzlich: Christel Heibutzki bringt Rosemarie Sackmann (93) ein Stück Kuchen
Foto:  Heike Niemeier/B.Z.

Die große Aktion von auf einen Blick: Helden des Alltags

Obwohl sie selbst gut im Ruhestand sein könnte, arbeitet Oma Christel freiwillig im Altersheim. Sie ist eine der Nominierten unserer "Helden des Alltags 2015".

Eigentlich könnte sie es sich zu Hause gemütlichmachen und ihren Ruhestand genießen, doch das kommt für ChristelHeibutzki nicht infrage: Mit 96 Jahren arbeitet sie drei- bis viermal die Woche ehrenamtlich im Seniorenwohnheim.

Im Unionhilfswerk Treptow in Berlin kümmert sie sich um Bewohner, die meist viel jünger sind als sie selbst. Wie kam es zu ihrem Ehrenamt? „Ich habe zuerst meinen Mann hier gepflegt. Nach einem Oberschenkelhalsbruch konnte er nicht mehr zu Hause leben.“ Vier Jahre lang fuhr sie täglich mit der S-Bahn nach Treptow, ging mit ihm Eis essen oder am Kanal entlang.

Für die Bewohner ist sie eine Heldin des Alltags

„Ich habe immer den ganzen Tag mit ihm verbracht“, sagt sie. Als ihr Mann 2013 im Alter von 93 Jah-ren starb, fragte die Sozialarbeiterin des Hauses RosalieSolas (53), ob sie nicht als Ehrenamtliche bleiben wollte.

Seitdem kümmert sie sich um die 15 Bewohner im dritten Stock. „Ich serviere Kaffee und Kuchen, decke den Abendbrottisch, führe Gespräche oder spiele mit den Bewohnern Mensch ärgere dich nicht – mit Schwung rausschmeißen mag ich dabei am liebsten“, sagt sie und lacht. „Rommé spiele ich neuerdings auch gern, das habe ich hier gelernt.“

Zwischen ihr und den anderen Senioren ist mittlerweile eine enge Freundschaft entstanden: „Da drückt man sich auch schon mal oder es gibt ein Küsschen auf die Wange.“

Aber nicht nur für die Bewohner ist Christel Heibutzki eine Heldin des Alltags, auch Rosalie Solas ist begeistert: „Ihr Engagement ist be-wundernswert. Durch ihre fröhliche und herzliche Art ist sie hier sehr beliebt.“ Die Arbeit hält die Rentnerin fit: „Ich bin immer in Bewegung, sonst wird mir schnell langweilig.“ Und was macht sie, wenn sie nicht ihrem Ehrenamt nachgeht? „Ich habe immer was zu tun.

„Irgendwann möchte ich hier auch einziehen“

Mein Garten ist 90 Quadratmeter groß und mein Haus hat sechs Zimmer." Die Haus- und Gartenarbeit meistert sie ganz allein: „Ich bin eine richtigeHobbygärtnerin“, erzählt sie stolz. Mit ihrem Einkaufswagen läuft sie einmal die Woche 30 Minuten zu Fuß, um neue Blumen für ihr Beet zu kaufen.

ChristelHeibutzki ist bereits Ur-uroma. „Ich habe einen Sohn, zwei Enkelkinder, eine Urenkelin und eine Ururenkelin.“ Wenn sie irgendwann auf fremde Hilfe angewiesen sein sollte, kommt für sie nur eins infrage: „Ich möchte dann auch in das UnionhilfswerkTreptow ziehen.“

Für die Zukunft wünscht sie sich ein langes und weiterhin gesundes Leben: „Gern würde ich meinen 100. Geburtstag feiern.“

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