Helden des Alltags 2015 Nr. 5: Das Wunder von Emelies Rettung

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Die kleine Emelie auf einem Spielplatz in ihrem Heimatort Aspisheim
Foto: Ulla Born für auf einen Blick

Die große Aktion von auf einen Blick: Helden des Alltags

Eine ganz normale Familie, ein tragisches Unglück! Plötzlich ist nichts mehr, wie es war – und erfordert wahre Heldentaten. Sie ist eine der Nominierten unserer "Helden des Alltags 2015".

Wenn man Emelie (6) heute lachen sieht, kann man es kaum glauben: Vor einem Jahr rang das Mädchen noch mit dem Tod. Es passierte auf einem Familienausflug in Hamburg: Nach einem Sturz in die Elbe lag sie sieben Wochen lang im Wachkoma.

Es war nur ein kurzer Moment am 28. April, als Anja (51) und Hagen Bollmann (43) ihre Tochter aus den Augen verloren. Plötzlich fiel Emelie an den Landungsbrücken in die Elbe, direkt vor ihrer Schwester Kira (7). Ihr Vater sprang sofort hinterher, doch die starke Strömung hatte Emelie schon nach unten gezogen. Die alarmierten Rettungskräfte suchten verzweifelt nach ihr. Erst nach 30 Minuten schaffte es ein Helfer, den kleinen Körper aus dem Wasser zu ziehen.

30 Minuten wurde Emelie reanimiert, kam in die Uniklinik Hamburg, später nach Holthausen bei Bochum. Für die Eltern eine schwere Zeit: Wird unsere Tochter je wieder aus dem Koma aufwachen? Wird sie danach behindert sein? Anja und Hagen Bollmann fuhren mit Kira jeden Freitag 240 Kilometer von ihrem Wohnort Aspisheim (Rheinland-Pfalz) zu ihr, verbrachten das Wochenende an ihrem Bett.

Sie streichelten Emelie, sangen Lieder, erzählten ihr Geschichten. Und dann, ein kleines Wunder, wie die Ärzte heute sagen: Eine Krankenschwester cremte Emelies Gesicht ein, als das Mädchen plötzlich sagte: „Das mag ich nicht.“ Auf einen Schlag war sie wach, sprach von Tag zu Tag mehr, sang „Backe, backe Kuchen“. Verrückt, denn das Lied kannte sie vorher nicht – ihre Mutter hatte es aber oft an ihrem Krankenbett gesungen.

Der Zusammenhalt macht die Familie stark

Ende August letzten Jahres durfte Emelie endlich heim. Seit dem Unfall hat sie stark wechselnde Stimmungen. Ihr Gehirn hat sich noch immer nicht erholt, sagen die Ärzte. Ob sie wie früher wird, weiß niemand. Viermal in der Woche muss Emelie zu Reha-Terminen gebracht werden. All das kostet Zeit – und Kraft!

Auch der Freundeskreis der Familie hat sich verändert: „Wir haben nur noch wenige Freunde, denn manche kommen mit der Situation nicht zurecht“, sagt der Vater. Dabei hat Emelie wieder ein fast normales Leben, geht in den Kindergarten, mit einer Integrationskraft. Nächstes Jahr wird sie eingeschult.

Emelie ist eine Kämpfernatur. So wie ihre Familie, wie der Vater sagt: „Wir müssen zusammenhalten – und das tun wir auch.“

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