Helden des Alltags 2015 Nr. 8: Der Mann für besonders schwere Stunden

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Der Düsseldorfer Notfallseelsorger Christoph Dörpinghaus
Foto: Ulla Born

Die große Aktion von auf einen Blick: Helden des Alltags

Notfallseelsorger Christoph Dörpinghaus (50) spendete Angehörigen der Germanwings-Opfer ersten Trost. Er ist einer der Nominierten unserer "Helden des Alltags 2015".

Wie viel Leid kann ein Mensch ertragen? Nach der Germanwings-Katastrophe am 24. März 2015, bei der Kopilot Andreas Lubitz (†27) sich und 149 weitere Menschen in den französischen Alpen in den Tod riss, war Christoph Dörpinghaus (50) mit seinem Team am Düsseldorfer Flughafen vor Ort, um die fassungslosen Angehörigen in den schweren Stunden aufzufangen.

Der Koordinator für die Feuerwehr-, Rettungsdienst- und Notfallseelsorge Düsseldorf verfolgte noch während der Fahrt zum Einsatzort mit seinen Kollegen die Nachrichten über das Unglück. „Aber bei 150 Insassen hat man keine Ahnung, was einen erwartet“, sagt er im Gespräch mit auf einen Blick.

Er trifft auf Menschen, die nicht wissen, wohin mit ihrem Schmerz, die sich an jeden Funken Hoffnung klammern, die verzweifelt rufen: „Wir haben doch vor dem Abflug noch telefoniert!“ Und sie zeigen Bilder von ihren Partnern oder Kindern.

„In dieser Situation kann man keinen Trost spenden, weil es keinen Trost gibt“, sagt Dörpinghaus. Vielmehr versucht er durch kleine Gesten Beistand zu geben: durch ein Glas Wasser oder eine wärmende Decke. „Da wird dann nicht viel gesagt, es geht vielmehr darum, das Unbegreifliche auszuhalten. Ich sitze dann oft schweigend neben den Angehörigen, bin für sie da.“

In schmerzvollen Momenten gibt es auch ein kleines Licht

Die vielen Einzelschicksale, die vielen Tränen gehen auch an dem erfahrenen Notfallseelsorger nicht spurlos vorüber. „Was man hier erlebt, nimmt man mit nach Hause, das kommt einem persönlich nahe“, so der zweifache Familienvater. Umso mehr liegt ihm und seinen Kollegen daran, die Betroffenen nach der Akutversorgung in gute Hände zu geben, wo sie weiter psychologisch betreut werden.

Fernab dieser Großeinsätze sind Dörpinghaus und seineKollegen vor allem bei Todesfällen gefragt, wo plötzlich jemand stirbt oder tot aufgefunden wird. Gibt es bei so vielen schmerzvollen Momenten auch ein kleines Licht? „Ja – wenn ein Angehöriger sagt: ‚Es ist wirklich gut, dass Sie da sind.‘

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