Helden des Alltags 2015 Nr. 9: Dieser Kommissar hat ein Herz für Kinder in Not

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März 2015: Carlos Benede mit Sohn Alex in der „NDR Talk Show“
Foto: Getty Images

Die große Aktion von auf einen Blick: Helden des Alltags

Carlos Benede (51) adoptierte zwei Jungen, deren Mütter von den Vätern ermordet wurden. Er ist einer der Nominierten unserer "Helden des Alltags 2015".

"Die Polizei, dein Freund und Helfer“ – hier stimmt der Leitspruch wirklich. München, Mai 2000: Carlos Benede (51) arbeitet als Kriminalhauptmeister bei der Münchener Polizei, als er erfährt, dass ein elf-jähriger Junge mit ansehen musste, wie sein Vater seine Mutter ermordet.

Das Kommissariat von Benede ist für Opferschutz zuständig und so macht er sich auf den Weg – ohne zu wissen, dass dieser kleine Junge, Alex, sein Leben verändern wird. Darüber hat Carlos Benede jetzt ein Buch geschrieben („Kommissar mit Herz“, Knaur, 19,99 Euro).

Nach zwei Jahren sagte der Junge Papa zu ihm

„Er war noch so jung und ich fragte mich, was er wohl mitbekommen hatte“, erinnert sich Carlos Benede und sagt: „Mein Auftrag war, ihn zu begleiten, auch vor Gericht.“ Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, Carlos begleitet Alex zu seinem Vater ins Gefängnis (er wurde zu „lebenslänglich“ verurteilt) und ist immer für ihn da.

Plötzlich ruft das Jugendamt an: „Es gab Probleme mit seiner Unterbringung und die fragten, ob ich die Pflegschaft übernehmen wollte.“ Er, der allein-erziehende Single, der Vollzeitarbeitet. „Ich hörte, dass es Alex’ Vorschlag war, und sagte Ja“, erzählt er heute stolz.

Nach der Pflegschaft kommt die Vormundschaft. Carlos Benede reduziert seine Stundenanzahl bei der Polizei und kümmert sich um seinen Ziehsohn. „Die Leute fragten sich vielleicht, wieso macht der das, aber ich habe nie ein schlechtes Wort gehört. Alle haben gesehen, dass es zwischen uns klappt.“

Als Alex nach anderthalb Jahren „Papa“ zu ihm sagt, ist es Carlos, der nicht lange zögert. „Ich schlug ihm eine Adoption vor, er strahlte aus allen Knopflöchern.“ Aber natürlich gab und gibt es immer wieder Momente, in denen Alex traurig ist. „Die Erinnerung kommt immer wieder, aber wir reden viel“, sagt Carlos. „Wir denken regelmäßig an die Mütter, gehen zu den Gräbern und stecken zum Todes- und Geburtstag eine Kerze an. Wir wollen nicht vergessen.

Mütter? Nach der Adoption von Alex folgte ein paar Jahre später erneut ein Anruf. Wieder hat ein Junge miterlebt, wie sein Vater die Mutter ermordet. Wieder kümmert sich Carlos, dieses Mal mit Alex zusammen. Der damals 17-Jährige sagt zu seinem Vater: „Den Kleinen können wir doch behalten.“

Heute lebt Carlos mit „dem Kleinen“ in München, Alex ist mit seiner Freundin zusammengezogen. Und Carlos widmet sich seinem Verein „Weitblick Jugendhilfe“, der perspektivlosenJugendlichen hilft. Sein Motto „Jedes Kind hat die Chance auf ein sorgenfreies Leben.“

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