Helmut Schmidt: 11 Momente, in denen er seine Größe zeigte

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Helmut Schmidt ist gestorben: Wir schauen uns zum Andenken an den Kanzler der Herzen noch einmal seine bewegendsten Momente an.

Helmut Schmidt ist ein deutsches Ur-Gestein, er war so wichtig für die deutsche Geschichte, für die deutsche Außenwirkung und ist mit seiner markanten Art immer wieder und immer wieder gerne angeeckt. Wir haben darum unsere liebsten, traurigsten und ergreifendsten Helmut-Schmidt-Momente zusammengetragen.

Krisenkanzler: "Die Verantwortung eines Politikers ist nicht abstrakt.“ Helmut Schmidt musste sich während seiner Kanzlerschaft immer wieder die Frage stellen, was ist jetzt in diesem Moment meine Pflicht, meine Aufgabe – und er hat sich vor keiner gescheut.

Wächter der Tugenden: Helmut Schmidt war es wichtig, dass Werte und Tugenden nicht in Vergessenheit geraten. „Man muss die Tugenden wieder pflegen, nicht durch theoretischen Unterricht, sondern eben dadurch, dass man selber Beispiel und Vorbild gibt."

Volksheld: Als Hamburg 1962 von einer verheerenden Sturmflut heimgesucht wird, hilft Schmidt schnell und ohne Rücksicht auf die Verfassung, eigenmächtig holte er als Innensenator die Bundeswehr zur Hilfe. Dazu sagte Schmidt im Interview mit dem Spiegel Online 2008: „Hier ging es um Menschenleben. Da saßen Tausende auf den Dächern ihrer Wochenendlauben. Die, wenn sie nicht ertranken, erfrieren würden (...), deshalb habe ich keine Sekunde gezögert.“

Glaube und Hoffnung: Helmut Schmidt war kein Mann der großen Emotionen, aber mit viel Glauben an den Verstand: „Ich glaube nicht an Gott. Ich glaube an die Ratio. Und ich glaube an das Gewissen des einzelnen Menschen."

Kanzler der Herzen: Umstritten während seiner Amtszeit, beliebt bis zum Ende: 2013 wurde er in einer Umfrage der ZEIT zum bedeutensten Kanzler gewählt - noch vor Konrad Adenauer und Willy Brandt.

Demokrat: „Die Demokratie lebt vom Kompromiss. Wer keine Kompromisse machen kann, ist für die Demokratie nicht zu gebrauchen.“

Ehrlich bis an die Schmerzensgrenze: „Ein Punkt missfällt mir in Berlin. Die Gigantomanie des neuen Bundeskanzleramts, der angeberische Abgeordneten-Neubau und das allzu riesig geplante Holocaust-Denkmal“, erklärte er 2000 bei einem Besuch in der Hauptstadt.

Idealist: „In den grundlegenden Fragen muss man naiv sein. Und ich bin der Meinung, dass die Probleme der Welt und der Menschheit ohne Idealismus nicht zu lösen sind.“ (Zitat aus dem Buch Erinnerungen und Reflexionen).

Bekennender Kettenraucher: In der ZEIT gab es sogar eine eigene Kolumne mit dem Titel „Auf eine Zigarettenlänge mit Helmut Schmidt“. Der bekennende Liebhaber der Glimmstengel ließ sich bis zum Schluss das Rauchen nicht verbieten und erklärte in seiner Kolumne: "Im Ernst, Politiker sollen auf Ihrem Felde Vorbild sein, aber nicht auf sämtlichen Feldern menschlichen Lebens. Das ist zu viel verlangt."

Über seine Frau Loki: Helmut Schmidt antwortete in seinem großen Interview mit Giovanni di Lorenzo auf die Frage, ob er denn noch manchmal mit seiner verstorbenen Frau Loki sprechen würde ganz rational: "Nein, denn sie antwortet ja nicht." Und dann, ganz Mensch: "Aber manchmal rufe ich sie morgens im Halbschlaf, bis ich verstehe, dass sie nicht mehr da ist."

Frei Schnauze: „Ich bin der Mann mit der schnellen Schnauze“, stellte sich Helmut Schmidt in seiner ersten Amtszeit als Budestagsabgeordneter vor – und genau für diese schnelle Schnauze blieb er bis zum Ende bekannt.

Wir sagen: Danke, Helmut Schmidt - Danke für alles...

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