Lebensmittel-WarnungHepatitis-E-Infektion durch rohes Schweinefleisch

Inhalt
  1. Was ist Hepatitis E?
  2. Viele Schweinefleischprodukte mit Hepatitis-E-Erregern infiziert
  3. Warum die Viren überhaupt in die Wurst kommen
  4. Auch Blutkonserven bergen ein Risiko
  5. Zahl der Hepatitis-E-Infektionen steigt

Die Infektionen mit Hepatitis E nehmen zu in Deutschland. Als Grund dafür nennen Experte den Verzehr von rohem beziehungsweise nicht richtig gegartem Schweinefleisch.

 

Was ist Hepatitis E?

Hepatitis E ist eine Leberentzündung. Auslöser sind die Hepatitis-E-Viren. Werden diese über die Nahrung aufgenommen, gelangen sie zuerst in den Magen und dann in den Darm. Über das Blut finden sie ihren Weg in die Leber. Ist ein Mensch gesund, kann eine Infektion mit Hepatitis E folgenlos verlaufen, sollten sich die Viren nicht vermehren und von unserem Immunsystem vernichtet werden. Allerdings können die Hepatitis-E-Viren auch eine akute Leberentzündung hervorrufen, die mit Fieber einhergeht. Auch eine Gelbsucht-Erkrankung ist möglich.

Für Personen, deren Immunsystem geschwächt ist, und für schwangere Frauen kann eine Infektion mit Hepatitis E im schlimmsten Fall tödlich sein.

In den letzten zehn Jahren wurden nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) mehr als 21.000 Hepatitis-E-Fälle gemeldet. Damit sind die Infektionen um das Zehnfache angestiegen. Auch in Deutschland nimmt die Zahl der Infektionen zu. Nach Angaben der EFSA ist der Verzehr von rohem beziehungsweise nicht ausreichend gegartem Schweinefleisch die häufigste Ursache für eine Hepatitis-E-Erkrankung.

 

Viele Schweinefleischprodukte mit Hepatitis-E-Erregern infiziert

Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung konnten in mehr als 100 unterschiedlichen Wurstarten Teile des Hepatitis-E-Virus gefunden werden. Besonders gefährlich ist der Verzehr von rohen Innereien. Aber auch Teewurst und Mett können bedingt durch ihre Herstellung die Viren beherbergen. Der Grund: Wurstwaren dieser Art werden nicht erhitzt, um sie haltbar machen zu können. Stattdessen wird hier mit Salz und bestimmten Trocknungsverfahren gearbeitet. Das überleben die Viren.

 

Warum die Viren überhaupt in die Wurst kommen

Problematisch ist vor allem, dass das Fleisch, bevor es weiter verarbeitet wird, nicht auf die Hepatitis-E-Erreger getestet wird. Das Verfahren, um den gefährlichen Viren auf die Supr zu kommen, ist sehr kostspielig und wird daher eher nicht verwendet. So haben die Erreger leichtes Spiel und gelangen in die Wurstwaren, die von uns so gerne gegessen werden.

Eine Studie enthüllte, wie weit verbreitet die Hepatitis-E-Viren in Fleischwaren sind: Experten deckten auf, dass jede fünfte Wurst zumindest Spuren des Virus enthält.

 

Auch Blutkonserven bergen ein Risiko

Da Blut- und Plasmakonserven in der Regel nicht auf Hepatitis-E-Erreger getestet werden, ist nach einer Bluttransfusion die Infektion mit dem Virus möglich. Gefährlich ist dies vor allem für Patienten, deren Immunsystem aufgrund ihrer Behandlung nicht stark genug ist, um die Erreger selbst abzuwehren.

 

Zahl der Hepatitis-E-Infektionen steigt

Waren es 2013 noch 458 Fälle von Hepatitis E, ist die Zahl 2015 bereits auf 1.246 angestiegen. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Zahl der tatsächlichen Fälle noch sehr viel höher ist. Da die Erkrankung jedoch häufig unbemerkt bleibt, werden nicht alle Infektionen dokumentiert. Wissenschaftler schätzen die Zahl der jährlichen Neuinfektionen in Deutschland auf sogar 300.000. Häufigster Auslöser: der Verzehr von rohem Fleisch.

Um sich selbst zu schützen, ist es ratsam, rohe Fleisch- und Wurstwaren nicht zu essen und sein Fleisch immer auf über 70 Grad zu erhitzen.

Video: Hepatitis E in Deutschland - Besonders schwangere Frauen sind gefährdet

 

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