Eva-InfarktHerzinfarkt Symptome: Die unterschätzte Gefahr bei Frauen

Die Gefahr eines Herzinfarktes bei Frauen wird häufig unterschätzt. Akute Beschwerden zwischen Nasenspitze, Arm und Nabel sind verdächtig. Rufen Sie den Notarzt.

"Frauen rechnen einfach nicht damit, dass sie einen Herzinfarkt bekommen können. Und das ist ein Problem", sagt Dr. Melanie Hümmelgen, Kardiologin am Reha-Centrum Hamburg. Dabei sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache: Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei Frauen wie bei Männern die häufigste Todesursache.

Rund 300 000 Menschen erleiden jedes Jahr in Deutschland einen Herzinfarkt, darunter 130 000 Frauen. Der Infarkt trifft sie im Schnitt zehn bis 15 Jahre später als Männer. Und das Risiko, daran zu sterben, liegt bei ihnen um ein Drittel höher. Experten schätzen, dass jede zweite Betroffene den Infarkt nicht überlebt. Nicht zuletzt, weil sie die Herzinfarkt Symptome nicht ernst nehmen.

Die Herzkranzgefäße von Frauen sind empfindlicher

Ein Grund dafür, warum ein Herzinfarkt bei Frauen so gefährlich ist: Die Herzinfarkt Symptome werden übersehen, der Infarkt zu spät entdeckt. Viele Frauen sterben, noch bevor sie eine Klinik erreichen. "Bricht ein Mann auf der Straße zusammen, denken die Umstehenden schnell an einen Infarkt und wählen 112", sagt Melanie Hümmelgen. "Bei Frauen vermuten viele ein Kreislaufproblem." So geht wertvolle Zeit verloren. Im Schnitt kommen sie bei Verdacht auf Herzinfarkt eine halbe Stunde später in die Klinik als Männer. Das ist fatal, denn wie beim Schlaganfall zählt hier jede Minute. Bei einem Infarkt ist ein Herzkranzgefäß verstopft, das Herz wird nicht mehr mit Blut versorgt. Damit kein Herzgewebe abstirbt, muss das Gefäß möglichst schnell wieder frei gemacht werden.

Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Übergewicht und Rauchen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden. Einige dieser Faktoren wirken sich auf die Herzkranzgefäße von Frauen besonders ungünstig aus: So ist die Gefahr eines Herzinfarkts bei Diabetikerinnen viermal so groß wie bei Männern mit Diabetes. Bei erhöhten Blutfettwerten tragen Frauen im Vergleich zu Männern ein doppelt so hohes Risiko. Raucherinnen, die die Pille nehmen, sind 20-mal gefährdeter als Nichtraucherinnen. Für Frauen ist es daher wichtig, dass Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Wer alle zwei Jahre die Vorsorgeuntersuchung beim Hausarzt wahrnimmt, ist auf der sicheren Seite.

Mit Beginn der Wechseljahre steigt das Risiko für einen Herzinfarkt bei Frauen deutlich an: Die Östrogenproduktion lässt nach und damit der natürliche Gefäßschutz. Daher sollten Frauen ab dem 50. Lebensjahr besonders aufmerksam sein, was Herzinfarkt Symptome betrifft. Herzinfarkt Symptome können beispielsweise Übelkeit oder Erbrechen, Kopfweh, Schmerzen im Unterkiefer, im Oberbauch oder zwischen den Schulterblättern sein. Auch Schweißausbrüche, Atemnot, Schlafstörungen oder unerklärliche Müdigkeit können Hinweise sein. Studien haben gezeigt, dass zwei von drei Frauen die Herzinfarkt Symptome für einen beginnenden Infekt, für Magenprobleme oder schlicht stressbedingte Verspannungen hielten.

Herzbeschwerden nicht auf die Wechseljahre schieben

Bis Frauen wegen ihrer Beschwerden einen Arzt aufsuchen, dauert es meist sehr lange. Vor allem gehen sie nicht gleich zum Kardiologen. Sie steuern häufig erst den Hausarzt an oder den Orthopäden", sagt Expertin Hümmelgen. Die Probleme werden oft nicht richtig gedeutet, sondern zum Beispiel als Folge einer Depression abgetan oder mit Wechseljahresbeschwerden in Verbindung gebracht. "Ärzte müssen bei unspezifischen Beschwerden ihrer Patientinnen viel öfter an das Herz und mögliche Durchblutungsstörungen denken - und sie an einen Kardiologen überweisen", fordert sie. Häufig spielen Betroffene die Herzinfarkt Symptome auch herunter. "Wenn eine Frau denkt, dass etwas nicht stimmt, sollte sie ruhig darauf dringen, dass ihre Herzdurchblutung untersucht wird."

Um einen drohenden Infarkt bei Frauen zu erkennen, hilft die sogenannte Nase-Arm-Nabel-Regel, kurz NAN-Regel: Alle plötzlich auftretenden Beschwerden zwischen Nasenspitze, Arm und Nabel, die länger als 15 Minuten anhalten, sind verdächtig. Treten sie auf, sollten Betroffene sofort den Notarzt rufen. Vor allem, wenn sich die Beschwerden in ruhigen Momenten bemerkbar machen, muss schnell gehandelt werden. Melanie Hümmelgen: "Ich rate dringend, lieber einmal zu viel als zu wenig die 112 zu wählen.

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