Herzinfarkt – wenn es Frauen trifft

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Fünf kleine Portionen Rohkost täglich senken das Herzinfarkt-Risiko.
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Hilfe im Notfall

Wer die Warnsignale richtig deutet und vorbeugt, hat gute Chancen auf Heilung

Hildegard Schrenz (64) kämpfte seit Wochen mit Halsschmerzen. Dann spürte sie plötzlich einen unerträglichen Druck auf der Brust. Sie geriet in Panik und rief den Notarzt. In der Klinik verschrieben Mediziner ihr Schmerztabletten und schickten sie zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt... Als Hildegard Schrenz wenige Tage später erneut ins Krankenhaus eingeliefert wurde, stellten die Mediziner fest: Die Frau hatte bereits vor Wochen einen Herzinfarkt erlitten.

Vera Regitz-Zagrosek, Kardiologin an der Berliner Charité, kennt viele solcher Fälle. „In der Vergangenheit hieß es, Herzinfarkt sei eine Männerkrankheit, doch wir behandeln immer mehr Patientinnen“, sagt sie. Rund 130.000 Frauen erleiden jährlich einen Herzinfarkt, Tendenz steigend. Und: Jede Zweite stirbt an den Folgen! Auch weil die Diagnose zu spät gestellt wird.

Das Problem: Bei Frauen kündigt sich der Herzinfarkt anders an. Deshalb unterschätzen sie auch selbst ihr Risiko. Männer spüren oft die typische Enge, den stechenden Schmerz in der Brust. Deshalb können sie schnell den Verdacht auf Herzinfarkt äußern.

Bei Frauen sind die Symptome oft weniger eindeutig. Viele klagen über Atemnot, Übelkeit oder Schmerzen im Oberbauch. Der Infarkt kann mit starken Schweißausbrüchen und Rückenschmerzen einhergehen. Manche werden ohnmächtig, weil das Herz nur noch schwach pumpt und der Blutdruck stark abfällt.

Tritt der Notfall ein, zählt jede Sekunde. Unsere Tipps:

• Auch bei dem leisesten Verdacht: Wählen Sie die „112“.

• Äußern Sie gleich am Telefon den Verdacht auf Herzinfarkt.

• Geben Sie Ihre genaue Adresse an. Dann ist der Notarzt in wenigen Minuten vor Ort.

• Bis er kommt, können Sie die Fenster öffnen, um genügend Sauerstoff zu bekommen.

• Halten Sie den Oberkörper aufrecht und bleiben Sie ruhig sitzen, dann fließt das Blut nicht in die Beine und das Herz wird nicht zusätzlich belastet.

• Essen und Trinken Sie nach Möglichkeit nichts.

Ärzte können in der Klinik mit einem EKG sehr schnell feststellen, ob es sich tatsächlich um einen Infarkt handelt. Auf dem Monitor erkennen sie, ob die Gefäße, die zum Herz führen, verstopft sind. Ist das der Fall, sterben Herzmuskelzellen ab, da sie nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Sind es zu viele, kann ein Infarkt tödlich sein.

Wer jedoch rechtzeitig behandelt wird, dem können zwei Methoden das Leben retten: Entweder wird das Blutgerinnsel durch blutverdünnende Medikamente aufgelöst. Oder ein Katheter öffnet es, sodass Blut ins Herz zurückgepumpt werden kann.

Vor allem Frauen ab dem 60. Lebensjahr sollten gut vorbeugen. Weibliche Hormone schützen Frauenherzen nämlich nur bis kurz nach den Wechseljahren. Mit täglicher Bewegung und den richtigen Nährstoffen können sie sich aber gut schützen. Ein Körbchen voller Heidel-, Johannis- und Brombeeren pro Woche entspannt die herznahen Gefäße. Wer täglich eine Birne oder einen Apfel isst, senkt den Blutdruck. Drei Zitronen in der Woche beugen Gefäßverstopfungen vor. Eine Handvoll Pekannüsse täglich senkt das Infarktrisiko um 35 Prozent.

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