Hilfe: Ich habe Haarausfall!

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Ein paar Haare bleiben immer hängen...
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Haare

Plötzlich ist die Bürste voller Haare. Ein Schock - vor allem für uns Frauen. Denn Haarausfall packt uns an einem unserer empfindlichsten Punkte: der weiblichen Ausstrahlung.

Beim Waschen oder Kämmen gehen viele Haare aus? Nicht verzweifeln! Wenn man die Ursache kennt, lässt sich Haarausfall oft wirksam behandeln.

Denn leider ist das Problem gar nicht mal so selten. Jede zehnte Frau ist bereits vor den Wechseljahren davon betroffen. Meistens sind die Gene schuld. Doch je nachdem, um welche Form von Haarausfall es sich handelt, können auch andere Auslöser wie Hormonumstellungen, Krankheiten oder Mangelerscheinungen die Ursache sein.

Ein Verlust von bis zu 100 Haaren pro Tag ist völlig normal.

Kritisch wird es erst, wenn über einen längeren Zeitraum täglich wesentlich mehr ausfallen. Wenn Sie besorgt sind, sollten Sie einen Dermatologen aufsuchen, der mithilfe einer Haaranalyse und einer Blutuntersuchung erkennen kann, was genau dahintersteckt.

KREISRUNDER HAARAUSFALL:

Auf einmal lassen sich die Haare büschelweise herausziehen. Am Kopf zeigen sich runde, kahle Stellen. Typische Anzeichen für den kreisrunden Haarausfall.

Er zählt zu den Autoimmunkrankheiten: Rund um die Haarwurzeln sammeln sich körpereigene Abwehrzellen (Lymphozyten), die aus einer Fehlreaktion heraus die Haare abstoßen.

Das Gute: Die Haarwurzeln bleiben erhalten und in vielen Fällen verschwindet das Problem so plötzlich, wie es gekommen ist. Doch manchmal eben auch nicht. Denn kreisrunder Haarausfall ist schwer behandelbar. Die größten Erfolge bringt eine Sensibilisierungsbehandlung. Dabei wird auf der Kopfhaut ein künstliches Ekzem hervorgerufen. Die ausgelöste entzündliche Reaktion soll die Lymphozyten in Schach halten.

DIFFUSER HAARAUSFALL:

Dass sich die Haare dünn machen, kann viele Gründe haben. Vor allem dann, wenn es sich um "diffusen" Haarausfall handelt.

Erkennungszeichen: Die Haardichte nimmt am ganzen Kopf gleichmäßig ab. Grund können eine gestörte Schilddrüsenfunktion oder Eisenmangel sein. Darüber hinaus kommt noch eine ganze Anzahl anderer Auslöser in Betracht wie saisonale Schwankungen der Haardichte (ein bisschen wie die Mauser bei Vögeln), Infektionen mit hohem Fieber, Medikamente wie die Blutgerinnungsmittel "Marcumar" oder "Heparin", Stress oder Ernährungsfehler. Auch eiweißarme Diäten sind Gift für die

Haare. Sinnvoll ist daher stets ein Überprüfen der Eisen- und Schilddrüsenwerte. Der diffuse Haarausfall bessert sich meist, wenn die Ursache beseitigt wird. Um das Wachstum zu stimulieren, helfen auch Medikamente (z. B. "Panto vigar", rezeptfrei in Apotheken).

HORMONELL BEDINGTER HAARAUSFALL:

Beim so genannten androgenetischen Haarausfall reagieren die Wurzeln überempfindlich auf männliche Geschlechtshormone (Androgene). Auch der weibliche Organismus produziert sie in geringen Mengen. Vor allem wenn nach den Wechseljahren der Einfluss der Östrogene wegfällt. Hormonell bedingter Haarausfall ist erblich. Durch die Hormon-Überempfindlichkeit schrumpfen die Haarwurzeln, die Wachstumsphase wird verkürzt, Haare fallen schneller aus.

Hier hilft der als Lösung aufgetragene Wirkstoff Minoxidil (z. B. in "Regaine", rezeptfrei in Apotheken). Auch bestimmte hormonelle Verhütungsmittel bremsen den Verlust. Haarausfall tritt auch in hormonellen Ausnahmesituationen auf, wie beispielsweise nach einer Schwangerschaft. Doch das reguliert sich später meistens wieder.