Hilfe, mein Mann ist ein Sturkopf!

blau h
Er will eine blaue Wand, sie möchte lieber Rosa.
Foto: iStock

Eine Beziehung mit einem Sturkopf kann schwierig sein. Wie Sie mit seiner Sturheit umgehen können.

Ausgerechnet Blau! Marion will vieles, aber ganz bestimmt keine blaue Wohnzimmer-Wand. Ihr Mann Christoph schon, der steht auf Blau. Wie bei vielen anderen Gelegenheiten auch, will er seinen Sturkopf durchsetzen. Für Marion bleibt wieder nur die Frage: Warum bloß ist mein Mann immer so stur? Die Antwort und Tipps zum Umgang mit Sturköpfen in einer Beziehung gibt hier Beziehungs-Experte und Parship-Coach Eric Hegmann .

„Häufig verbirgt sich hinter Sturheit und Besserwisserei die Wahrnehmung, nicht ernst genommen und für seine Kompetenz nicht ausreichend gewürdigt zu werden“, erklärt Eric Hegmann. „Es kann aber auch die Furcht vor Kontrollverlust sein, die Marions Mann so stur sein lässt.“ Wenn Marion in vielen anderen Belangen des gemeinsamen Alltags führt, kann die Wohnzimmer-Wand für Christoph der eine Punkt sein, in dem er mal bestimmen und entscheiden will.

Mangelnde Kompetenz will keiner zugeben

Auch mangelndes Selbstbewusstsein kann der Grund für starres Festhalten an den eigenen Vorstellungen sein. „Kritik anzunehmen würde bestätigen, was unbewusst klar ist: hier fehlt es an Kompetenz. Gerade wenn es um vermeintliche Rollenbilder in der Beziehung geht“, erläutert Eric Hegmann.

Vielleicht ist er überfordert

Ebenfalls mögliche Gründe für die Sturheit: Überforderung oder auch ein Bedürfnis nach Dominanz, das sonst im (Beziehungs)alltag nicht befriedigt wird. Und was macht man nun, wenn man es mit so einem Sturkopf zu tun bekommt? Die Aufteilung von Kompetenz- und Aufgabenbereichen kann helfen. „Damit kommen Sie sich zumindest nicht ständig in die Quere.“

Haben Sie Ihren Partner übergangen?

Wer tiefer ansetzen möchte, kann aber auch erst reflektieren versuchen. „Oft vermisst der sture Partner eine frühzeitige Einbindung in die Problemlösung. Prüfen Sie, ob Sie unbewusst Ihren Partner und seine Kompetenzen übergehen.“ Vielleicht hat Marion schon bei allen anderen Räumen ihre Lieblings-Farben ausgesucht – dabei aber vergessen, mal Christoph nach seinen Wünschen zu fragen. „Einrichtung ist Frauensache“, mag sie vielleicht unterbewusst gedacht haben.

Man muss nicht alles ausdiskutieren

Oft lohnt es sich, die Kommunikation zu überprüfen. Ab welchem Punkt verliert die Auseinandersetzung die Wertschätzung gegenüber dem Partner? „Entwickeln Sie für diese Situation gemeinsam ein Deeskalationsmodell, zum Beispiel Humor“, empfiehlt Eric Hegmann. Auch wichtig: Nicht jeden Fall ausdiskutieren! „Sturheit ist ein Thema, das an Bedeutung und Belastung zunimmt, wenn Sie zu oft und zu lang darüber sprechen. Setzen Sie Pausen zum Widerfinden Ihrer Gelassenheit.“

Vergessen Sie bei allem Stress aber bitte nicht, mit Ihrem Partner liebevoll umzugehen. „Nur durch positive Impulse ändern Sie dauerhaft Konflikte. Sturheit ist oft ein Zeichen von Unsicherheit, dem Wunsch, sich einzubringen und seine Kompetenz zu beweisen. Dagegen helfen Fürsorge, Unterstützung und Lob.”

Stellen Sie klar in Worten und Taten, dass Sie Ihren Partner auch lieben, wenn er nicht Recht hat. Niemand mag Besserwisser – doch Besserwisser wollen wegen ihrer Kompetenz gemocht werden. Die meisten werden also nur noch “klüger” tun, wenn Sie diese Anerkennung nicht geben.

Kategorien: