Hilfe, meine Eltern sind bei Facebook!

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Bei manchen Facebook-Kommentaren unserer Eltern können wir unseren Augen kaum trauen!
Foto: Mika/Corbis

Gefällt mir?!

Wenn Mutti unseren Ex stalkt und Papa peinlich postet... Die Generation 60 plus will ihren Kindern per Social Network nah sein - mit skurrilen Folgen.

Das hat sie jetzt nicht wirklich geschrieben! Oder? Doch, hat sie! Erst seit wenigen Sekunden ist das neue Profilbild hochgeladen , da ploppt sie schon auf: die kleine rote Eins des Grauens. Und der erste Kommentar kommt natürlich ... von Mama. "Siehst du, Mausi, es war doch gut, dass du dir damals deine Ohren hast anlegen lassen", steht da in Großbuchstaben (klar hat sie wieder versehentlich die Feststelltaste gedrückt!) unter dem Foto. Geht's noch, Mama?!

Wenn wir heute bei Facebook ein neues Profilbild einstellen, hoffen wir längst nicht mehr nur auf möglichst viele "likes" unserer Freunde. Sondern vor allem: bitte, bitte keine peinlichen Kommentare von unseren Eltern zu kriegen. Denn auch die sind mittlerweile bei Facebook angekommen. Und so treffen wir hier längst nicht mehr nur alte Schulfreundinnen oder neue Kolleginnen, sondern eben auch immer häufiger Mama und Papa.

Doch bevor wir uns jetzt darüber beschweren - seien wir ehrlich: Waren nicht wir es, die Mama gezeigt haben, wie man ein Profilbild hochlädt? Und Papa seinen Account überhaupt erst eingerichtet haben? Okay, schuldig. Irgendwie ist es ja auch ganz reizend, dass unsere Eltern - trotz technischer Schwierigkeiten - versuchen, den Social-Network-Trend mitzumachen. Und uns damit eigentlich nur ein Stück näher sein möchten. Teilhaben wollen an unserem Leben. Unseren Freuden. Und unseren kleinen Sorgen und Nöten. Doch es hat eben auch seine Tücken, wenn Mama und Papa auf Facebook mit uns Freundschaft schließen wollen . Also was tun: Annehmen (will man wirklich mit seinen Eltern "befreundet" sein?) oder doch ablehnen (wie fies ist das denn ...)?

Einmal mit Mama und Papa vernetzt, müssen wir allerdings jederzeit mit dem Schlimmsten rechnen. Und damit ist nicht gemeint, dass Eltern es einfach lieben, bei allem und immer als Erste den "Gefällt mir"-Button zu drücken. So richtig ins Schwitzen bringen uns zum Beispiel unverblümte Kommentare, die unsere Eltern auf die Pinnwand setzen . Oder Babyfotos auf der Timeline, auf denen wir nackt durchs Badezimmer robben. Oder noch besser: Teenager-Bilder, auf denen wir verpickelt unseren Führerschein feiern. Es ist eben nur bedingt lustig, wenn der süße Kollege jetzt weiß, dass wir mit 14 Jahren eine feste Zahnspange und Topffrisur getragen haben. Oder, dass Papa uns immer noch "Purzelmäuschen" nennt.

Zum anderen entstehen die mitunter peinlichsten Situationen "aus Versehen" - oder technischem Unverständnis. Wenn Papa zum Beispiel aus Neugier statt in das Facebook-Suchfenster in das darunter liegende "Was machst du gerade"-Feld den Namen unseres neuen Kollegen tippt. Und der damit deutlich für alle lesbar auf seiner Pinnwand erscheint. Da Papas "Suche" für ihn aber ohne Ergebnis bleibt, versucht er es gleich noch mal ... und noch mal ... und noch mal. Nach zehn Namens einträgen in Folge ist die Peinlichkeit perfekt.

Mama hat das auch schon geschafft - als sie beim Profil unseres Ex-Freundes "nur mal gucken wollte, was für ein Typ das ist, der dich da verlassen hat". Und dabei, hups!, auf die Freundschaftsanfrage klickte . Neiiin, lasst das doch!!!

Vor allem solche "Versehen" sind wohl der Grund, warum Studien zufolge ein Drittel aller Kinder die Freundschaft mit ihren Eltern im Netz beenden würden - wenn die es nicht bemerken würden.

Aber: Natürlich wissen wir, dass Mama und Papa uns eigentlich nur begleiten wollen. Früher in die Reithalle, heute eben im Netz. Und dafür gibt's jetzt von uns ein symbolisches "Daumen hoch" - für alle gut sichtbar!

5 Dinge, die unsere Eltern über Facebook wissen sollten:

1. Der eigene Status ist nicht für die Zusammenfassung des ganzen Tages gedacht.

2. Facebook-Suche ist nicht gleich Google-Suche (trotz Lupe am Rand).

3. Man muss wirklich nicht jedes Foto liken. Oder - noch besser - mit "Wie geht's dir, mein Schatz?" kommentieren.

4. Eine Mitteilung auf der Pinnwand ist wirklich für alle (!) sichtbar ...

5. ... deshalb gibt es auch die Option, private Nachrichten wirklich nur an uns zu verschicken.

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