Hitzewallungen: Natürliche Hilfe in den Wechseljahren

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Wer unter Hitzewallungen leidet, muss sich nicht gleich einer Hormontherapie unterziehen. Auch Pflanzen helfen durch die Wechseljahre.
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Wechseljahre

Manche Frauen merken nichts von den Wechseljahren, rund ein Drittel sollen es nach Experten-Schätzungen sein. Die anderen zwei Drittel haben leider nicht so viel Glück: Bei ihnen geht die körperliche Umstellung in den Wechseljahren mit Beschwerden wie Hitzwallungen, Zwischenblutungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen einher.

Wichtig zu wissen: Wenn die Probleme nicht allzu heftig sind und Frauen ohne die umstrittene Hormonersatz-Therapie auskommen wollen, können sie die Heilkraft von Pflanzen nutzen. Solche Kräuter wurden schon im Mittelalter von heilkundigen Landfrauen und in der Klostermedizin der Nonnen eingesetzt. Heute weiß man: Die Naturarzneien liefern Substanzen, die ähnlich wie weibliche Hormone wirken. Auf diese Weise können sie quasi die schwindenden körpereigenen Botenstoffe ersetzen. Regelmäßig eingenommen, mildern Naturmittel die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen der Wechseljahre. Hier sind die am besten untersuchten und wirksamsten Heilpflanzen.

Traubensilberkerze mildert Hitzwallungen

Schon die Ureinwohner Nordamerikas schätzten die Heilkraft der Traubensilberkerze. Sie verwendeten sie bei Regelschmerzen und zur Geburtserleichterung. In Europa setzen Ärzte Cimicifuga-Präparate seit Jahrzehnten gegen Wechseljahrbeschwerden ein, und zwar als häufigstes Pflanzenmittel.

Wirkung Präparate mit Extrakten aus der Traubensilberkerze können leichte bis mittelschwere Hitzewallungen lindern. Sie bringen das Wärmeregulationszentrum im Gehirn ins Gleichgewicht. Das ist erwiesen. Auch Schlafstörungen kann man damit behandeln. Die Extrakte (z. B. "Remifemin", rezeptfrei, Apotheke) enthalten keine sogenannten PhytoÖstrogene, die im Verdacht stehen, das Brustkrebs-Risiko zu erhöhen.

Gut zu wissen Am besten nimmt man Traubensilberkerze (Tabletten oder Tropfen) schon zu Beginn der Wechseljahre. Man braucht aber etwas Geduld: Die Wirkung setzt meist erst nach vier bis sechs Wochen ein. Immer wichtig, auch bei Pflanzenmitteln: Besprechen Sie die Anwendung vorab mit Ihrem Arzt.

Salbei stoppt den Nachtschweiß

In seinem botanischen Namen Salvia officinalis steckt das lateinische Wort "salvare", das heißt "heilen". Diese Bezeichnung zeigt, dass das aromatische Küchenkraut schon in der Antike als Heilpflanze bekannt war.

Wirkung Im Salbei stecken extraviele Gerbstoffe, ätherische Öle und Bitterstoffe. Dieser Stoffmix hemmt die Aktivität der Schweißdrüsen. Das kann gut gegen übermäßige Schweißausbrüche helfen, fanden Forscher heraus. Solche Attacken kommen meist nachts. Auch gegen Hitzewallungen kann man über den Tag verteilt zwei bis drei Tassen Salbei-Tee trinken. Rezept: pro Tasse 1 TL getrocknete Blätter (Apotheke) mit 150 ml Wasser überbrühen, 10 Min. zugedeckt ziehen lassen, abseihen. Gegen Nachtschweiß trinkt man eine Tasse kühlen Tee etwa zwei Stunden vorm Schlafengehen.

Gut zu wissen Man kann auch einen sogenannten wässrigen Salbei-Extrakt als Dragees aus der Apotheke nehmen. In einer Studie wirkte der Extrakt etwas stärker als der Tee.

Was sonst noch in den Wechseljahren hilft

Johanniskraut erhellt das Gemüt

Diese Heilpflanze hat ihren Namen von ihrer Blütezeit um den Johannistag zur Sommersonnenwende am 21. Juni. Auch die Heilwirkung von Johanniskraut-Extrakten ist gut nachgewiesen.

Wirkung Viele Studien bestätigen inzwischen: Der Extrakt fördert im Gehirn die Botenstoffe Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. Und das kann man spüren. Ausreichend dosierte Präparate hellen die Stimmung auf, gleichen das Auf und Ab der Gefühle aus, lösen depressive Verstimmungen, lindern Abgespanntheit und Müdigkeit, geben innere Ruhe und damit auch ein neues Selbstvertrauen.

Gut zu wissen Auch bei Johanniskraut (Dragees oder Kapseln) muss man ein wenig auf die Wirkung warten: Sie setzt nach etwa drei Wochen ein. Wichtig: Johanniskraut-Extrakt kann dieHaut empfindlicher gegen UV-Strahlung machen. Wenn man so ein Mittel regelmäßig nimmt, sollte man nicht ins Solarium gehen und im Sommer Sonnenbäder vermeiden. Auch Wechselwirkungen mit Medikamenten sind möglich.

Mönchspfeffer reguliert den Zyklus

Im Mittelalter sollte der angeblich triebdämpfende Mönchspfeffer den Mönchen die sexuelle Enthaltsamkeit erleichtern. Als medizinisch wirksam sind heute andere Eigenschaften der lila blühenden Pflanze nachgewiesen.

Wirkung Extrakte aus den Früchten des Mönchspfeffers liefern mehrere Inhaltsstoffe. Die wichtigsten sind Flavonoide, die ähnlich wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen wirken. Sie harmonisieren Störungen im Monatszyklus - zum Beispiel Zwischenblutungen, die in der ersten Zeit der Wechseljahre jede fünfte Frau nerven.

Gut zu wissen Auch sogenannte prämenstruelle Beschwerden wie Unterleibsschmerzen oder Brustspannen kann man in den Wechseljahren mit Mitteln aus Mönchspfeffer gut lindern. Wichtig ist, wie bei der Traubensilberkerze: Man sollte auch diese Extrakte rechtzeitig und regelmäßig nehmen. Die Wirkung setzt frühestens nach etwa zwei Wochen ein. Am bestengeeignet sind rezeptfreie Kapseln, Tabletten oder Tropfen.

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