Homöopathie für den Winter - bei Erkältung, Schmerzen, Fieber

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Echinacea purpurea / Roter Sonnenhut
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Sanfte Heilmittel können bei Erkältung helfen

Schnupfen, Husten, Fieber, trockene Schleimhäute – das nervt uns in der kalten Jahreszeit. Doch sanfte Heilmittel können schnell helfen

Vorbeugen ist jetzt in der Erkältungszeit ganz besonders wichtig: Wer gesund bleiben will, sollte seine Abwehrkräfte stärken. Größte Aufmerksamkeit verdienen die Schleimhäute in Nase, Mund und Augen, sie sind die „Einfallstore“ für Viren und Bakterien.

Deshalb: Gehe so oft wie möglich an die frische Luft, denn Heizungsluft trocknet die Schleimhäute aus. Esse fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag, das sorgt für ausreichend Vitamin C. Mindestens genauso wichtig ist Vitamin D, das der Körper in der dunklen Jahreszeit nicht ausreichend bilden kann – greife zu Ergänzungsmitteln.

Es hat dich trotz allem erwischt? Dann setze auf die folgenden homöopathischen Mittel (rezeptfrei, Apotheke). Die kleinen weißen Kügelchen (Globuli) heilen sanft, natürlich und nachhaltig.

 

Starkes Immunsystem

 

Echinacea purpurea

Unterstütze deine körpereigenen Schutzkräfte mit den Wirkstoffen des Roten Sonnenhuts. Sie sorgen nicht nur dafür, dass sich wichtige Abwehrzellen, die Leukozyten, schneller vermehren. Sie hemmen auch direkt die Ausbreitung von Viren und Bakterien. Typische Symptome: Betroffene fühlen sich permanent schwach. Gefährlich: Erkältungen können zu ernsten Erkrankungen (Bronchitis, Sinusitis) werden.

Dosierung und Anwendung: Verdünnungsfaktor D12, bei akuten Beschwerden 3- bis 6-mal täglich je 5 Globuli. Klingt die Krankheit ab, 2- bis 3-mal täglich jeweils 5 Globuli. Das hilft unterstützend: Zitronensaft schafft im Körper ein „ungemütliches“ Umfeld für Bakterien und Viren. Beginne den Tag mit dem Saft einer ausgepressten Zitrone in lauwarmem Wasser. Auch geeignet bei: Wunden, Akne.

 

Gliederreißen

 

Eupatorium perfoliatum

Den Wasserhanf schätzten schon die indianischen Ureinwohner Nordamerikas – sie nannten ihn „Knochenheil“. Homöopathisch aufbereitet, helfen Wirkstoffe aus dieser Pflanze zuverlässig gegen Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerzen, die bei stärkeren Erkältungen auftreten können. Typische Symptome: Schmerzhaft reißendes Gefühl, oft im Nacken, in den Ellenbogen oder in den Knien. Häufig in Kombination mit Fieber, stark reizendem Husten, Schwindel und Kopfschmerzen.

Dosierung und Anwendung: D6, anfangs stündlich 5 Globuli, am zweiten Tag nur noch alle 2 Stunden, danach dann 3- bis 4-mal täglich. Das hilft unterstützend: Ein warmes Bad mit Kräutern: 400 g Birken-, 500 g Brennnesselblätter und 500 g Fichtennadeln (Apotheke) 10 Minuten in 3 Liter Wasser kochen, abseihen, ins Badewasser geben und 15 Minuten darin baden. Auch geeignet bei: Knochenbrüchen, rheumatischen Beschwerden.

 

Ohrentzündung

 

Belladonna

Infektionen des Mittelohrs treten besonders häufig bei Kindern auf. Meist steigt die Entzündung von der Nase aus bis ins Mittelohr auf. Aber auch Erwachsene sind nicht dagegen gefeit. Bei diesem heftigen Problem hilft die Tollkirsche, die zudem fiebersenkende Eigenschaften hat. Wichtig: Verschwindet der Schmerz nicht nach zwei Tagen, solltest du zum Arzt gehen. Typische Symptome: Plötzlich einsetzende pochende Ohrenschmerzen, häufig zusammen mit heißen Gesicht, glasigen Augen, manchmal auch mit kalten Händen und Füßen. Nachmittags und abends verschlimmern sich die Beschwerden.

Dosierung und Anwendung: D30/C30, 1-mal pro Tag 3 Kügelchen, zwei Tage lang. Das hilft unterstützend: Bettruhe, viel Schlaf. Auch geeignet bei: akuten Entzündungen z. B. im Unterleib, bei Fieber, Scharlach, Migräne, Schwindel.

 

Halsentzündung

 

Aconitum

Der Blaue Eisenhut gehört zu den giftigsten heimischen Pflanzen. In der Homöopathie kommt er aber so stark verdünnt zum Einsatz, dass er heilsam wirkt. Eisenhut hat sich bei Entzündungen und Reizungen im Hals bewährt, außerdem bei Fieber. Typische Symptome: Schneller und heftiger Beginn. Prickeln, Trockenheit und Brennen im Hals. Großer Durst auf kalte Getränke. Abends werden die Beschwerden schlimmer.

Dosierung und Anwendung: D6 oder D12, 3-mal täglich jeweils 5 Globuli. Das hilft unterstützend: Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser (½ TL Salz pro Glas) oder auch ein Kartoffelwickel. Dafür frisch gekochte Kartoffeln zerdrücken, in ein Tuch wickeln, nicht zu heiß um den Hals legen und bis zum Abkühlen wirken lassen. Auch geeignet bei: Zahnschmerzen, Schock, Panikattacken.

 

Schnupfen

 

Nux vomica

Die häufigste Erscheinung bei Erkältung ist eine Virusinfektion von Nase und Rachen mit Entzündung der Schleimhäute. Sie schwellen stark an, sodass wir kaum durch die Nase atmen können, und produzieren vermehrt Sekret: Die Nase läuft. Wer im Anfangsstadium beginnt, Nux vomica (Brechnuss) zu nehmen, lindert die Beschwerden und verkürzt die Krankheitszeit. Typische Symptome: Die Betroffenen sind kälteund zugluftempfindlich. Die Nase ist nachts verstopft und läuft tagsüber.

Dosierung und Anwendung: D12, jede Stunde jeweils 5 Globuli. Das hilft unterstützend: Dampf-Inhalationen mit warmem Kamillentee wirken entzündungshemmend und abschwellend. Außerdem hilfreich: Nasenspülung mit Salzwasser (1 TL auf ½ l Wasser). Auch geeignet bei: Schwindel, Stress, Migräne.

 

Wie wirkt Homöopathie?

 

Die stark verdünnten Inhaltsstoffe spielen dem Körper sozusagen etwas vor. Sie setzen sanfte Reize, und dabei werden dann im Organismus Stoffe frei, die ihm eine Entzündung signalisieren. Das passiert genau dort, wo gut 70 Prozent unserer Immunzellen sitzen: im Magen-Darm-Trakt. Der Effekt: Unser Körper versucht, das „Problem“ zu lösen, und heilt nebenher die eigentlichen Beschwerden. So wird das Ziel dieser sogenannten Regulationsmedizin erreicht – nämlich die körpereigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren.

 

Drei Arzneien für die Seele

 

GEGEN WINTER-BLUES: Viele Heilpraktiker schwören auch bei saisonalen Stimmungstiefs auf homöopathische Präparate. Bei Stress und Erschöpfung hilft zum Beispiel Cocculus D12 (Kockelskörner). Zincum metallicum D12 (Zink) hat sich bei Schlafstörungen bewährt, und Acidum phosphoricum D12 (Phosphorsäure) vertreibt depressive Verstimmungen. Empfohlen werden hier pro Mittel 3-mal täglich jeweils 5 Globuli. Was sonst noch hilft: Bewegung an frischer Luft – so viel wie möglich!

 

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