Hormonschwankungen: Männer in den Wechseljahren

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Nur Frauen können in die Wechseljahre kommen? Irrtum! Auch Männer können ab Mitte 50 unter Hormonschwankungen leiden.
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Zappt der Partner sich lieber durch sämtliche TV-Kanäle, statt mit uns auszugehen? Liegt er wochenlang müde auf der Couch, um sich dann für ein Marathontraining anzumelden ? Will er plötzlich Cabrio fahren, obwohl der Opel in der Garage 20 Jahre lang gute Dienste geleistet hat? Dann könnte er in den Wechseljahren sein!

Was lange als sogenannte Midlife-Crisis belächelt und abgetan wurde, können Forscher heute genau erklären: Auch Männer durchleben eine hormonelle Umstellung – und jeder Fünfte Mitte 50 spürt die Nebenwirkungen der Wechseljahre. Wenn der Hormonspiegel sinkt, lässt das fehlende Testosteron die Haare dünn und die Muskeln schlaff werden. Plötzlich ist sie da: die Angst, alle Energie und Potenz zu verlieren. Sie kann unsere Männer in den Wahnsinn treiben. Sie werden entweder zur Couch-Potato oder verfallen in blinden Aktionismus.

Klar sind Konflikte da vorprogrammiert. Verständnis erleichtert es, die Phase gut zu überstehen. Im Zweifel auch Medikamente, ganz sicher aber kleine Hilfestellungen.

Wie ein Mangel an Testosteron entsteht

Das Gehirn sendet das Signal, Hormone auszuschütten. Eines von ihnen stimuliert bei Männern bestimmte Zellen in den Hoden, die das Testosteron produzieren. Mit zunehmendem Alter lässt die Hormonausschüttung nach, gleichzeitig nimmt die Aktivität der Hoden ab.

Außerdem schwimmen mehr spezielle Eiweißverbindungen (sogenannte Globuline) im Blut, die das Testosteron neutralisieren. So entsteht ein Testosteronmangel, der Männern sehr auf die Stimmung drücken kann. Daher macht es durchaus Sinn, diesen Wert zu überprüfen.

Heute geht das sehr diskret. Zum Beispiel mit einem Speicheltest, der den Hormonstatus zuverlässig anzeigt. Erhältlich in der Apotheke (ca. 27 Euro) oder ganz einfach im Internet zu bestellen, z. B. auf www.amazon.de .

Was feinfühlige Fachärzte leisten

Es gibt Mediziner, die ihren Schwerpunkt auf Männergesundheit gelegt haben ( www.mann-und-gesundheit.com ). Sie sind auf das Tabuthema männliche Wechseljahre spezialisiert und stellen nicht nur die Diagnose, sondern führen auch – von Mann zu Mann – Gespräche über Probleme im Privat- und Berufsleben.

Außerdem führen sie recht kostengünstig Bluttests (ab 20 Euro) durch, die Aufschluss geben, ob eventuell die Gabe von Testosteronpräparaten Sinn macht.

Wann Medikamente sinnvoll sind

Bei einem Testosteronwert unter zwölf Nanomol pro Liter (nmol/l) kann eine Hormontherapie sinnvoll sein. Die sanftere Methode ist es, sich Testosteron-Gel täglich selbst auf die Haut aufzutragen.

Der Arzt kann aber auch alle zwölf Monate eine lang wirkende Testosteronspritze verabreichen. Studien haben gezeigt: Viele Männer fühlen sich durch die Therapie leistungsfähiger. Sie sind besser gelaunt, haben mehr Lust auf Sex, ihr Stoffwechsel kommt wieder in Schwung .

Doch die Gabe von Testosteron birgt auch Risiken. Sie kann sich beispielsweise ungünstig auf Herz und Prostata auswirken. Männer, die dahingehend vorbelastet sind, sollten auf eine Hormontherapie verzichten.

Wie wir ihn unterstützen können

Auch wenn das neue Sportprogramm des Liebsten ehrgeizig erscheint – nichts tut ihm in dieser Zeit besser, als sich auszupowern. Besonders effektiv ist Krafttraining, das kurbelt die Testosteronproduktion an. Aber auch Joggen oder Schwimmen eignet sich, denn wenn der Körper Glückshormone freisetzt, wirkt das Schlafstörungen oder einer gewissen Gereiztheit gut entgegen.

Jetzt ist die Zeit für eine Ernährungsumstellung. Je schlanker der Mann, desto mehr Testosteron produziert er. Es ist vor allem das böse Bauchfett, das Testosteron in Östrogene umwandelt.

Deshalb braucht er jetzt die Zufuhr von Eiweiß. Also bitte nicht das Fleisch oder das Rührei aus dem Speiseplan streichen. Denn hochwertige Proteine senken die Anzahl der Globuline, die das Testosteron neutralisieren.

Warum Actionfilme so heilsam sind

Verzichten wir ihm zuliebe doch mal auf die Liebesromanze im Kino. Grund: Forscher konnten nachweisen, dass vor allem spannende Thriller oder Actionfilme die Testosteronproduktion bei Männern ordentlich ankurbeln.

Hormonschwankungen: Männer in den Wechseljahren - die Symptome

Körper

Schweißausbrüche, eine vermehrte Wärmeempfindlichkeit, Schlafstörungen oder ein erhöhtes Schlafbedürfnis sind Anzeichen. Hinzu kommt eine schnellere Gewichtszunahme, weil der Testosteronmangel den Stoffwechsel verlangsamt. Die Männer verlieren deutlich Muskelmasse.

Seele

Männer sind in dieser Phase sehr reizbar, sie leiden unter Gefühlsschwankungen, innerer Unruhe, es fällt ihnen schwer, sich zu konzentrieren.

Liebe

Sie verspüren kaum noch Lust auf Sex und leiden unter Erektionsstörungen. Deshalb kann es passieren, dass die Partnerschaft sie stresst und sie sich emotional von der Partnerin distanzieren.

Energie

Männer fühlen sich träge, antriebslos. Oft suchen sie sich neue Hobbys oder Statussymbole, um dem Kraftverlust entgegenzuwirken.

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