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Joy

Allein zu zweit

Joy,

Kolumne: Pssst ...

Sie starren beim Dinner schweigend ins iPhone, filmen auf Konzerten jedes Lied mit und checken im Club E-Mails – die derzeit extrem ausufernde Smartphone-Sucht geht JOY-Redakteurin Anne Humpert gehörig auf die Nerven.

Handy-Manie im Café

Letzte Woche wartete ich in einem Café auf meine Mädels, als sich am Nachbartisch eine junge Frau niederließ. Noch bevor sie einen Kaffee geordert hatte, zückte sie ihr Handy und tippte so geschäftig darauf herum, als hätte sie gerade den Facebook-Börsengang angeleiert. Kurz darauf trudelte ihr Freund ein, doch statt mit „Schatz, wie war dein Tag?“ begrüßte sie ihn mit der Frage: „Kennst du schon die neue ,Songify‘-App? Die verwandelt jeden Satz in ein Lied!“

Nach einem knappen „Yep!“ zog auch er sein iPhone aus der Hosentasche und von da an hackten beide mit der Virtuosität von Aldi-Kassiererinnen in ihre Telefone wie zwei Autisten auf Speed. In diesem Moment wusste ich nicht, was ich schlimmer finde: Pärchen, die wortlos im Restaurant sitzen, weil sie sich nichts zu sagen haben, oder Pärchen, die schweigend im Internet synchronsurfen. Überhaupt habe ich in letzter Zeit das Gefühl, dass eine neue Handy-Manie um sich greift.

Das Konzert gleicht eher einer Hightech-Messe

Neulich war ich auf einem Jan-Delay-Konzert und fühlte mich wie auf einer Hightech-Messe: Statt Feuerzeugen ragten Hunderte Smartphones aus der Menge. Die meisten Besucher wippten nicht im Takt mit, sondern standen stocksteif da, damit ihre Videos nicht verwackelten. Im Anschluss luden sie diese sofort auf Facebook hoch, damit alle Freunde sehen konnten, dass man noch eine Karte für die ausverkaufte Show ergattert hatte.

Die Schlimmste von allen ist meine Freundin Patrizia. Bei ihr piept und klingelt es im Minutentakt – und jedes Mal stürzt sie sich so panisch auf ihr Telefon, als wäre sie eine junge Mutter, die beim ersten Schrei ihres Babys wie paralysiert ist. Ein normales Gespräch ist mit Patrizia leider nicht mehr möglich, da sie permanent in ihre Online-Parallelwelt abgetaucht ist: „Tom schickt mir immer so lustige Emoticons!“ oder „Emilys neues Facebook-Profilbild geht ja gar nicht.“

Handy aus im Club

Da kann man nur Mitleid empfinden – und die Segel streichen. Ich besitze zwar selbst ein iPhone und shoppe im Appstore genauso oft wie bei Zara, chatte viel und es interessiert mich auf Facebook brennend, wer am nächsten Wochenende zu welcher Party geht, aber für mich gibt es Grenzen: Wenn ich im Club bin, will ich mich amüsieren – und käme nie auf die Idee, im Gewühl auf der Tanzfläche Fotos meiner Facebook-Friends zu „liken“.

Natürlich überbrücke ich die fünfminütige Verspätung meines Freundes beim Italiener auch mal damit, E-Mails zu checken, aber wenn er kommt, habe ich nur Augen für ihn – hundertprozentig! Nächsten Samstag fliege ich für zwei Wochen nach Malaysia in den Urlaub. Dann lasse ich heroisch mein Handy zu Hause und wage einen ganz ausgefallenen Kommunikationsweg: Ich werde all meinen Freunden eine Postkarte schreiben!

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