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Jetzt wage ich etwas!

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Report: Neuanfang

Loslassen. Sich besinnen. Einen Plan fassen - und etwas ganz Neues beginnen! Sieben Frauen erzählen, wie sie ihrem Leben eine radikale Wende gegeben haben.

„Mit fünf Lovern rächte ich mich für die Untreue meines Ehemanns!“

 Annette Meisl, 42, Cafébesitzerin

„Es war, als hätte mir jemand ein Messer ins Herz gestoßen, ich stand vor den Trümmern meines Lebens.“ 2008 erfuhr Annette, dass ihr Traummann, mit dem sie 15 Jahre glücklich verheiratet war, fremdging. „Ich liebte ihn immer und war die ganze Zeit treu. Und er? Betrog mich vier Jahre lang mit einer guten Freundin.

Ich bekam Atemnot, war wie gelähmt, zog aber am gleichen Tag noch aus. Als sich der erste Schock gelegt hatte, war die Wut noch da – und ich fasste einen radikalen Entschluss: ,Jetzt drehe ich den Spieß um! Ich pfeife auf Treue und nehme mir fünf Männer gleichzeitig – und zwar zwei Jahre lang.‘

Fünf Liebhaber für eine Frau

Ich wollte selbst die Fäden in den Händen halten, mich nie wieder so verletzlich machen. Bei dreien war mir die Gefahr zu groß, dass ich mich wieder für einen entscheide. Aber bei fünfen – das musste klappen!“ Ehrlichkeit war Pflicht, jeder Mann wusste von dem Fünf-Lover-Projekt, aber sie kannten sich gegenseitig nicht.

Gezielt begab sich Annette auf Männerfang: Sie schaffte sich sexy Kleider und eine neue Frisur an, ging viel mit Freundinnen aus und schaltete Profile auf Erotik-Portalen. Ein früherer Exfreund fand die Idee witzig und ließ sich gerne als Lover reaktivieren.

Jeder Mann hat andere Talente

Daneben begann Annette Affären mit einem Nachbarn, mit dem Kumpel einer Freundin und wagte Blind Dates im Hotel mit Männern aus dem Netz. „Manchmal hatte ich drei Lover parallel, manchmal fünf. Es waren richtige Mini-Beziehungen mit viel Sex, aber wenig gemeinsamer Freizeit, sonst wäre mir das zu monogam vorgekommen.“

Zum Glück hatte jeder Mann andere Talente, einer war spitze im Bett, der andere ein guter Zuhörer. „Mit jedem konnte ich eine andere Facette von mir ausleben.“ Die Organisation war für die ehemalige Künstlermanagerin nicht schwer: „Wir machten Termine aus wie beim Zahnarzt. Ich habe früher bis zu 50 Künstler koordiniert. Da schaffte ich fünf Männer locker“, erzählt sie lachend. Mehrmals verliebte sie sich sogar, „doch davon lenkten mich die anderen wieder ab“.

Mehr Selbstbewusstsein

Ihre erotischen Kenntnisse wuchsen so rasant wie ihr Selbstbewusstsein. Annette traute sich sogar, ihren Traum, eine Zigarrenmanufaktur mit Café, zu verwirklichen – und ein Buch zu schreiben: „Fünf Männer für mich“. „Drei meiner Liebhaber habe ich bis heute. Das Modell gefällt mir so gut, dass ich erst mal so weiter l(i)ebe!“

„Statt Professorin wurde ich Gipfelstürmerin“

Isabel, 33, Bergführerin und Tourenguide

Sechstausend Meter Höhe, minus 25 Grad, drei Uhr morgens: Die Münchnerin Isabel kriecht im Dunkeln aus ihrem Schlafsack, um Eis für das Frühstück zu schmelzen. Um vier Uhr tauchen die ersten Sonnenstrahlen den Berg Sajama in den Anden in ein rosa Licht und sie weckt die Teilnehmer ihrer Expedition.

Isabel ist eigentlich studierte Literaturwissenschaftlerin, doch heute arbeitet sie weltweit als Hochgebirgs-Tourenguide. Nach dem Master, kurz vor ihrem Doktor, entschied sie sich, komplett umzusatteln. „Mein Studium lief perfekt, ich hatte meinen Bachelor in den USA gemacht, den Master in Argentinien und bekam eine Zulassung zur Promotion. Da wurde in Buenos Aires an der Uni gestreikt und ich hatte unverhofft Ferien.“

Hoch oben im Gebirge

Genau der richtige Zeitpunkt, um eine Reise zu machen, dachte sie. Isabel liebte die Berge schon immer, deshalb fuhr sie nach Patagonien in den Nationalpark Los Glaciares: „Allein, mit einer ziemlich schlechten Ausrüstung. Dass ich es im Schnee damit auf über 2.000 Meter schaffte, machte mich so stolz wie keiner meiner Uni-Abschlüsse. Morgens, als die Sonne über dem majestätischen Fitz Roy aufging, überkam mich ein so unglaubliches Gefühl, ich hätte schreien können vor Glück! Und ich wusste: Das ist genau das, was ich will. Mein Leben sollte aus Abenteuern bestehen, nicht aus einem stressigen Bürojob, so wie bei allen meinen Freunden.“

Isabels Eltern waren entsetzt, als sie hörten, dass sie für diesen Plan einen sicheren Uni-Job in den Wind blies. „Bis heute können sie sich nicht wirklich damit anfreunden.“ Aber Isabel weiß, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen hat: „Ich verdiene zwar weniger und arbeite in einem gefährlichen Beruf, aber das Leben ist kurz und ich koste jetzt jede Sekunde davon aus.“

Viele weitere spannende Studiengänge bietet die "IUBH - Business School", z.B. Bachelor in Tourismusmanagement.

„Mein Leben gehört Afrika!“

Bettina Landgrafe, 35, Geschäftsführerin einer Hilfsorganisation

Vor zehn Jahren änderte sich Bettinas Leben komplett, als die Kinderkrankenschwester für einen „Work & Travel“-Aufenthalt ein Dorf in Ghana besuchte: „Dort traf ich wundervolle Menschen, aber es gab weder Medizin noch Toiletten, dafür verseuchtes Wasser und viele blinde Kinder. Ich fühlte, dass ich einfach helfen musste!“ Wieder zu Hause verzichtete Bettina auf jede Art von Freizeit und unnötigen Konsum.

Stattdessen organisierte sie Sammelaktionen und gründete ihren Verein Madamfo-ghana.de. Ihren kompletten Jahresurlaub verbrachte Bettina jeweils in Ghana, um dort den Bau von Kliniken, Schulen und Brunnen voranzutreiben und Kindersklaven zu retten. „2010 war ich am Rande meiner Kräfte. Da beschloss ich, meinen Beruf ganz aufzugeben.

Ein Leben zwischen Ghana und Deutschland

Mittlerweile lebe ich jeweils sechs Monate in Ghana und in Deutschland. Das war anfangs schon schwer. Ich musste immer wieder Abschied nehmen von meinem Freund, der Familie, von Strom und fließendem Wasser. Alles, was früher mal zählte, wurde nebensächlich. Aber die Freude über jedes Kind, das wir retten, macht den Verzicht um ein Vielfaches wett.“

„Wir stürzten in den sozialen Abgrund“

Petra van Laak, 45, Unternehmerin

Die vierfache Mutter führte ein sorgloses Leben als Manager-Gattin mit Villa am See – bis vor zehn Jahren die rasante Talfahrt Richtung Sozialamt begann: Die Firma von Petras Mann ging pleite, das Haus bekam die Bank, der Gerichtsvollzieher wurde zum Dauergast. „Und das mit vier Kindern zwischen drei und neun Jahren. Mein Mann schien sich in immer abgehobenere Geschäfte zu versteigen – deshalb musste ich die Notbremse allein ziehen.“

Eine Frau, vier Kinder, null Euro

Petra verließ ihn und zog mit den Kids in eine 65-Quadratmeter-Wohnung. Trotz Studium bekam sie keine Stelle als Lektorin. Die Familie musste ohne Telefon auskommen, ihren Bedarf an Lebensmitteln und Kleidern deckte sie aus Spenden. „Mein größter Antrieb war, dass die Kinder keine Angst haben sollten!“ Petra zerriss sich zwischen den Kindern und diversen Jobs in Callcentern, beim Reality-TV und als unterbezahlte Sekretärin. Als gar nichts mehr ging, beantragte sie Sozialhilfe.

„Das Schlimmste war das Gefühl der Entwertung. Plötzlich galten wir als ‚asozial‘. Da fiel mir meine Oma ein, die acht Kinder allein durch den Krieg gebracht hatte. Das machte mir Mut!“ 2008 gründete sie eine Firma für Unternehmenskommunikation, brachte sie mit viel Energie zum Erfolg. Und sie schrieb ein Buch über ihre Erlebnisse, „1 Frau, 4 Kinder, 0 Euro“. „Dadurch, dass ich wieder bei Null anfangen musste, weiß ich jetzt, dass ich alles schaffen kann!“

„Erst als ich alles aufgab, fühlte ich mich frei!“

Miriam Thiele, 31, Mentaltrainerin

„Alle absteigen vom Mountainbike, wir beginnen mit der Meditation!“ Miriam Thiele dirigiert ihre fünfköpfige Gruppe auf eine Wiese und fängt mit der einleitenden Bauchatmung an. Von Beruf ist die Kölnerin Mentaltrainerin, ein Mix aus Sportcoach, Yoga- sowie Meditationslehrerin und Psychotherapeutin. Ihr Traumjob – den sie aber erst über Umwege fand.

Bis vor sieben Jahren sah Miriams Leben noch völlig anders aus: Sie arbeitete als Werbekauffrau in schicken Agenturen. „Dabei mochte ich den Job nie. Die Branche ist verlogen, meine Kollegen waren es ebenso, und wenn ich abends nach vielen Überstunden in meine Wohnung kam, wurde es auch nicht besser: Ich wohnte an einer lauten Hauptstraße in Köln, sah jeden Abend auf hässliche Häuser und telefonierte mit meinem egoistischen On-Off-Freund. Ich fühlte mich wie in einer traurigen Endlosschleife.“

Es braucht nur wenig zum Glück

Bis in Miriam ein Entschluss reifte: „Ich wollte einfach raus. Es gab keinen speziellen Anlass, aber tief in mir wusste ich, dass das Leben mehr zu bieten haben muss.“ Im Sommer 2005 kündigte Miriam den Job, ihre Wohnung, verkaufte ihre Sachen und buchte ein Ticket für eine zweijährige Weltreise. Ihr Plan: Antworten suchen auf die Frage, was sie eigentlich im Leben will.

„Alle hielten mich für verrückt. Aber als ich meine leere Wohnung sah, fühlte ich mich so frei wie noch nie! Meinem Freund sagte ich nicht einmal Adieu.“ Wo es ihr unterwegs gefiel, da blieb sie. Sie jobbte ein Jahr in Spanien und lebte mehrere Monate in Thailand. „Dort merkte ich, wie wenig ich brauchte, um glücklich zu sein.“ In Asien kam sie mit Yoga in Berührung und war fasziniert. „Ich fühlte, dass das gleichzeitige Ansprechen von Körper und Seele genau das Richtige für mich ist!“

Endlich glücklich

Wieder zu Hause machte Miriam Ausbildungen in Yoga, Meditation, als Heilpraktikerin und Sporttrainerin und fasste alles in ihrem Mentaltraining zusammen. Auch mit dem richtigen Mann hat es endlich geklappt: „Seit anderthalb Jahren lebe ich glücklich in einer Patchworkfamilie mit vier Kindern und meinem Freund Lars.“

„Mit den Männern war ich fertig – dann kam er!“

Claudia, 33, Onlinejournalistin

Nach sieben Jahren stand Claudias Beziehung vor dem Aus. „Mein Freund und ich hatten uns auseinandergelebt. Ich machte so weiter wie bisher und war fest davon überzeugt, dass es da draußen noch andere tolle Männer geben muss. Doch da hatte ich mich vorerst geirrt.“

Drei Jahre lang datete sie die Falschen, wurde so oft enttäuscht, dass ihr schließlich der Kragen platzte: „‚Mir kommt kein Mann mehr ins Haus. Dann eher noch eine Frau‘, dachte ich damals. Von da an ging’s mir paradoxerweise extrem gut! Ich fühlte mich zum ersten Mal völlig unabhängig.“

Nach Australien auswandern

So sehr, dass sie einen langjährigen Traum in die Tat umsetzte: nach Australien auszuwandern. „Kurz vor dem Abflug lernte ich 2007 beim Snowboarden Thorsten kennen. ‚Das darf nicht wahr sein‘, dachte ich. Doch obwohl ich mich heiß verliebt hatte, flog ich trotzdem.“ Und Thorsten ihr hinterher.

„Wir fuhren wochenlang gemeinsam durch Australien, es war wunderschön.“ Nach sieben Monaten hielt Claudia es nicht mehr aus, kam zurück und zog gleich bei Thorsten ein. „2010 haben wir geheiratet. In unsere Eheringe ließen wir unser Liebesmotto eingravieren: ‚gemeinsam frei‘.“

„Ich hatte von Deutschland die Nase voll!“

Vivienne, 26, Online Content Administrator

„Los, schneller, warum brauchst du denn so lange!“ Der erste Tag von Viviennes Ferienjob im Heidepark begann katastrophal. Ihr Chef nölte herum, sie war den Tränen nahe. Kurz zuvor hatte sie im Rahmen ihres Tourismusmanagement-Studiums zwei Praktika in London absolviert.

„In diesem Moment am Burgergrill reifte in mir der Entschluss: Ich gehe nach London! Ins Blaue, ganz ohne feste Stelle. Dort sind die Leute viel positiver und hilfsbereiter, sie loben dich, selbst wenn du Anfangsschwierigkeiten hast!“ Auch die unkomplizierten Behörden in der Weltstadt machten Vivienne den Abschied leicht: „Meine Sozialversicherungsnummer hatte ich im Handumdrehen und bei der Gesundheitsbehörde NHS ist man auch ruck, zuck registriert!“

Traumjob in hipper Werbeagentur

Am Anfang jobbte Vivienne für wenig Geld im Hotel, doch dann ergatterte sie einen Traumjob – und das sogar als Quereinsteigerin: Bei der hippen Marketingagentur Markco Media ist sie für die Web-Inhalte zuständig. Am meisten liebt Vivienne die Offenheit der Briten: „Überall, auch bei Markco, spricht man englisch, deutsch, spanisch, russisch, hindi oder französisch. Jeder kleidet sich verrückt und keiner schaut dich schief an. So viel Toleranz finde ich fantastisch!“

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