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Was zählt wirklich im Leben?

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Report: Erfülltes Leben

Ist es das 5.000-Euro-Gehalt? Der perfekte Partner an der Seite? Wir haben neun sehr verschiedene Frauen gefragt, die auf ganz individuellen Wegen ihre Erfüllung im Leben gefunden haben.

„Meditation gibt mir die innere Ruhe, die ich immer gesucht habe“Elke, 41, Achtsamkeitstrainerin/Coach

„Einatmen und tief ausatmen! Gehe deinen Gedanken nicht nach, lass sie vorbeiziehen ... So ist es korrekt! Bleibe bei deiner inneren Wahrnehmung. Beobachte, was dir in deinem Inneren auffällt. Was fühlst du? Wie geht es dir?“ Elke Gebauer führt eine Kundin in die Meditationstechnik der „Körperzentrierten Herzensarbeit“ ein. Mit einer Mischung aus Tiefenentspannung, Körperreise und intuitiver verbaler Hilfestellung durch Elke erhoffen sich Menschen, körperliche und seelische Probleme zu lösen.

Spiritualität als persönliche Erfüllung

Dabei hätte sich Elke früher nie vorstellen können, einmal als Meditationslehrerin zu arbeiten: „Ich war immer sehr rational, studierte Medizin, wollte Ärztin werden, angesehen sein. Doch dann fiel ich dreimal durch die Biochemieklausur. Ich war verzweifelt, fühlte mich als Versagerin und dachte sogar an Selbstmord!“

Elke suchte bei einer Psychotherapeutin Rat. „Sie half mir zwar, meine destruktiven Gedanken loszuwerden, aber trotzdem wusste ich immer noch nicht, wo ich hinwollte, was ich mit meinem Leben anfangen sollte.“ Als Elke im TV kurz darauf ein Interview mit der Erfinderin der Körperzentrierten Herzensarbeit, Safi Nidiaye, sah, fand sie das so spannend, dass sie eine Meditation bei ihr buchte.

„Ich erkannte, dass meine Ansprüche an mich gnadenlos hoch waren!“

„Mein erstes Mal war wie eine Offenbarung! Ich spürte, das ist genau das Richtige für dich. Schon nach ein paar Sitzungen fand ich, was ich gesucht hatte: tiefe innere Ruhe. Mir wurde klar, dass ich bisher viel zu hohe Ansprüche an mich hatte.“ Elke fing derart Feuer, dass sie eine Ausbildung bei Safi begann. „Damit hatte ich endlich meine Aufgabe gefunden: Mein Wunsch ist es nicht mehr, das Ansehen einer Ärztin zu besitzen.“ Seit 14 Jahren hilft sie jetzt anderen Menschen – „damit sie wie ich zu innerer Ruhe gelangen.“

„Ich habe aufgehört, vor meinen Zielen davonzulaufen“Annemarie, 27, Schülerin

„Stell dir vor, ich hab eine Eins in Mathe“, erzählt Annemarie lachend. Die junge Frau aus Herne ist 27 – und drückt wieder die Schulbank. „Ich mache mein Abitur, danach studiere ich Psychologie und eröffne eine kleine Praxis“, erklärt sie voller Leidenschaft ihre Zukunftspläne.

Die späte Einsicht zu ihrer wahren Berufung kam für Annemarie durch ein schreckliches Erlebnis: „Letztes Jahr wurde meine Mutter krank, es gab Komplikationen und völlig unerwartet stand ihr Leben plötzlich auf der Kippe. Neben ihrem Bett auf der Intensivstation habe ich viel nachgedacht. Wie kurz das Leben ist. Dass man jeden Moment auskosten muss. Und dass man seine Tage mit Dingen füllen sollte, die einem Freude bereiten.“

Den eigenen Weg gehen

Annemarie bemerkte beim Grübeln, dass ihr Leben eigentlich das Gegenteil davon war. „Ich hatte im Hotel gelernt und verschiedene Jobs gemacht, Zimmermädchen, Produktionshelferin ... Seit ich 23 war, arbeitete ich als Verkäuferin, später wurde ich sogar Teamleiterin. Ein sicherer Job, gutes Geld – aber null Spaß!“

Annemaries Jugendträume sahen ganz anders aus: „Früher malte ich mir oft aus, Psychologin zu sein. Mit Brille und schicker Praxis“, lacht sie. „Die Wahrheit ist, dass ich damals mit 17 zu feige war, die Schule weiterzumachen. Ich habe mir das Abi einfach nicht zugetraut. Ich hab mir nie etwas zugetraut!“ Doch damit ist jetzt Schluss.

„Als meine Mutter krank wurde, spürte ich, wie wertvoll das Leben ist“

Annemarie entschloss sich, endlich den Weg zu gehen, von dem sie vor zehn Jahren aufgehört hatte zu träumen: „Ich schmiss alles hin und fing noch mal von vorn an. Endlich, nach so vielen Jahren, bin ich wirklich glücklich. Ich glaube an mich, schreibe gute Noten und weiß jetzt, dass ich alles schaffen kann – nicht nur meine Abiturprüfung!“

„Meine Liebe hat ihn gerettet!“Ninja, 27, Internet-Unternehmerin

Eigentlich hatte Ninja mit den Männern schon abgeschlossen. Zu viele Enttäuschungen und falsche Kerle säumten ihren Weg. „Bis ich 2005 Michi kennenlernte. Die Liebe traf mich wie der Blitz, quasi auf den ersten Blick.

Er war kein geföhnter Schönling, so wie die Männer, die sonst auf mich standen, sondern ein Fels in der Brandung, voller Liebe, Humor und Wärme.“ Dass er 14 Jahre älter war als sie und schon zwei Töchter hatte, nahm Ninja gerne in Kauf. 2009 machten beide ihr Glück perfekt und heirateten. „Michi hat mich nie enttäuscht, bis er mich fast verlassen hätte.“

An die Liebe glauben

Im April 2011 brach ihr Mann plötzlich zusammen: Blut im Gehirn, Not-OP, Koma, kaum Überlebenschancen. „Ich war am Boden zerstört. Doch ich redete mit ihm, als er im Koma lag, und sang ihm vor. Obwohl es mir das Herz zerriss, ihn so zu sehen. Aber ich wollte bei ihm sein, ihm Mut machen!“

Wie durch ein Wunder wurde Michi wieder gesund. „Ich glaube bis heute, dass es unsere Liebe war, die ihm diese Kraft gegeben hat!“

„Mutter zu sein ist der Job, der mich wirklich glücklich macht!“Britt, 41, Kommunikationswirtin

„Früher führte ich ein aufregendes Leben: Als Geschäftsführerin einer Eventagentur wurde ich gut bezahlt, jettete um den halben Erdball, traf spannende Leute und nahm an schicken Galas teil.“ 2006 kam Britts Wunschkind Luke auf die Welt, doch sie arbeitete weiter, oft 60 Stunden in der Woche. Da sie obendrein alleinerziehend war, engagierte sie eine Tagesmutter für Luke. „Kürzertreten klappt in diesem Job nicht. Außerdem wollte ich mir selbst beweisen, dass ich Kind und Karriere unter einen Hut kriege.“

Kinder als persönliche Erfüllung

Das lief so bis kurz vor Lukes erstem Geburtstag. „Da habe ich doch tatsächlich einmal eine komplette Woche durchgearbeitet, ohne eine Stunde für ihn zu haben“, erzählt Britt. Luke musste fünf Tage und Nächte bei der Tagesmutter bleiben. „Als ich ihn freitags endlich abholen konnte, überkam mich plötzlich Panik, dass ich womöglich einen wichtigen Entwicklungsschritt bei ihm verpasst hatte. Dass er die Tagesmutter ‚Mama‘ nennt. Ich war dabei, die Kindheit meines eigenen Sohnes zu verpassen!

In diesem Moment sagte ich mir: Jetzt suchst du dir eine Halbtagsstelle.“ Sie fand einen Job als Vertriebsassistentin, für den sie total überqualifiziert ist, tauschte ein tolles Gehalt gegen ein mickriges, den Cherokee gegen einen Kleinwagen und ihre Unabhängigkeit gegen einen Haushalt mit Kind, zwei Hunden und drei Hasen.

Mein Sohn ist die wichtigste Aufgabe in meinem Leben

„Mittags schalte ich mein Handy aus und kümmere mich den Rest des Tages ausschließlich um Luke. Wir spielen Fußball zusammen, ich lese ihm vor ... Und ich bereue nichts. Im Gegenteil. Wenn ich meinen Sohn ansehe, weiß ich, dass er die wichtigste Aufgabe ist, die ich je hatte.“

„Fukushima öffnete mir die Augen!“ Agnes, 30, Winzerin und Archäologin

Als studierte Archäologin gräbt Agnes zwar in der Erde – allerdings nicht in Ägypten, sondern in Alsheim, auf dem Weinberg ihrer Familie. Sie hatte bereits ihren Magisterabschluss in der Tasche, flog auf Forschungsreisen in den Libanon und dozierte an der Uni Cottbus, als die Atomkatastrophe in Fukushima letztes Jahr bei ihr einen Stein ins Rollen brachte.

Nachhaltig leben

„Kurz danach war ich mit einem Freund beim Paddeln im Spreewald. Mitten in dieser traumhaften Natur sprachen wir über den Atomunfall. Mir traten diese entsetzlichen Katastrophenbilder wieder vor Augen. Wie schnell das auch bei uns passieren kann! Eine riesige Unsicherheit überkam mich. Und die Frage: Wie leben wir richtig? Rast die Menschheit nicht ihrem Untergang entgegen?“

Agnes fühlte, dass sie die Augen nicht mehr verschließen wollte: „Ich musste einen Beitrag leisten, etwas tun, damit unsere Erde nicht noch mehr kaputtgeht.“ Für sie lag die Lösung nahe: Da ihre Eltern ein ökologisches Weingut bewirtschaften, beschloss sie, dort neu anzufangen, nachhaltig zu leben und zu arbeiten. „Ich hatte in den Ferien immer auf dem Gut geholfen, ich kannte und mochte die Arbeit. Nur damals empfand ich das nicht als Perspektive.“

„Ich muss etwas tun, damit unsere Erde nicht noch mehr kaputtgeht“

Mit ihrem Entschluss, wieder nach Hause zu ziehen, machte sie eine Kehrtwende um 180 Grad. „Vielleicht brauchte ich erst die Flucht in die Stadt, um mich für das Landleben entscheiden zu können. Statt vor Studenten stehe ich jetzt auf dem Weinberg – und lebe von und mit der Natur, ohne sie auszubeuten.“

„Nach meinem Burnout kapierte ich, dass ich im falschen Leben steckte!“Claudia, 38, Coach und Betriebswirtin

Sie war ein echter Workaholic: „Ich arbeitete als Marketingfachkraft für große Firmen. Nur die Karriere zählte, Zeit für mich hatte ich so gut wie keine“, erzählt Claudia. Bis 2006, als der Burnout kam. Claudia musste ärztlich verordnet Pause machen.

„Plötzlich hatte ich Tage zum Nachdenken und mir wurde klar, dass ich mich nur über den Job definiert hatte. Ich musste mir eingestehen, dass ich mich kaputtgearbeitet hatte, nur um Bestätigung zu bekommen.“ Sie überlegte, wie es weitergehen sollte – und kam zu der entscheidenden Frage: Warum tust du nicht das, was dir am Herzen liegt?

Wahre Berufung finden

In ihrem Fall war das Feng Shui. „Ich beschloss, das durchzuziehen, begann mit der Ausbildung, später kamen Farb- und Stilberatung sowie Coaching dazu. Heute lebe ich entschleunigt, habe Zeit für meinen Freund, meinen Hund und helfe Menschen. Gibt es was Schöneres?“

„Erst eine Krise zeigte mir, auf wen ich mich wirklich verlassen kann“Naghi, 26, Studentin

Seit wir 13 sind, kennen wir uns, meine Mädels und ich. Mit Vero, Sandra, Anna, Steffi, Sinem und Dagi ging ich auf Partys, Shoppen – die klassische Clique eben.“

Bis Naghis Mutter vor drei Jahren an Krebs erkrankte. „Meinen beiden Schwestern gegenüber musste ich stark sein, aber bei meinen Freundinnen konnte ich mich richtig fallen lassen. Sie waren für mich da, Tag und Nacht, stärkten mir den Rücken und ließen mich nicht allein.“

Freundschaft als persönliche Erfüllung

Damals erst hat Naghi erkannt, wie glücklich sie sich schätzen kann, solche Gefährtinnen zu haben. „Sie sind meine zweite Familie und stehen in jeder Situation zu mir.“ Derzeit helfen ihr die Mädels beim Lernen für die Uni, denn die gebürtige Iranerin steckt mitten im Jura-Examen. „Diese tollen Frauen haben mir geholfen, der Mensch zu werden, der ich bin!“

Selbst Naghis Freund Pepe hat Verständnis, wenn er mal die zweite Geige spielen muss: „Wenn eine ein Problem hat, bin ich sofort für sie da!“

„Dass ich mir zwei Pferde leisten kann, macht mich stolz“Veronika, 26, Unternehmerin

Geld verdienen war nie mein größtes Ziel, ich wollte im Job vor allem nach oben kommen, weil ich was bewegen möchte.“ Die heutige junge Unternehmerin leitet einen gut gehenden Service für Personalentwicklung, Bewerbungsberatung und Wirtschaftsmediation.

Keine Karriere, die für sie vorgezeichnet war: „Nach meiner Lehre als Bürokauffrau wechselte ich zu einer Headhunting-Agentur. Dort sah ich in den Lebensläufen dieser erfolgreichen Entscheider, dass manche ihr Abitur auch erst nachmachen mussten, bevor es nach oben ging. Jetzt verdienten sie das Zehnfache von mir. Das hat mich angestachelt.“

Oben schwimmen

Veronika holte alles nach, erst das Abi, dann studierte sie abends BWL und absolvierte eine Ausbildung in Wirtschaftsmediation. „Der Moment, als ich alle Abschlüsse in der Tasche hatte, war für mich ein Triumph! Und der Startschuss!“

Im Februar 2009 machte sie sich selbstständig und übertraf schon nach kurzer Zeit die Umsatzprognosen aus ihrem Businessplan. „Mittlerweile habe ich sogar Großkunden wie Audi gewonnen“, erzählt sie stolz.

„Nur Sekretärin zu sein, hat mich nicht befriedigt!“

Von ihrem Gewinn leistet sich Veronika zwei Pferde und kaufte mit ihrem Freund ein Haus bei München. „Finanzielle Unabhängigkeit ist für mich Freiheit. Und wenn ich die Früchte meiner Arbeit sehe, macht mich das wahnsinnig stolz!“

„Ich lebe so, dass ich am Ende nichts bereuen muss“Bronnie Ware, 45, Ex-Pflegerin

Bronnie arbeitete acht Jahre als Palliativpflegerin in Australien und begleitete Sterbende. In Gesprächen sammelte sie, was diese am meisten bereuten, die „Top Five Regrets Of The Dying“ (siehe unten, so auch der Titel ihres Buches). „Dadurch sah ich mein eigenes Leben mit neuen Augen – und merkte: Man sollte viel mehr auf sein Herz hören.“ Bronnie arbeitet heute als Autorin und Musikerin und bekam gerade ihr erstes Baby!

„Top Five Regrets Of The Dying“

1. „Ich wünschte, ich hätte den Mut aufgebracht, ein Leben getreu mir selbst zu führen – anstatt eines, das andere von mir erwarteten.“

2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“

3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut aufgebracht, meine Gefühle zu zeigen.“

4. „Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben.“

5. „Ich wünschte, ich hätte mich glücklicher sein lassen.“

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