Howard Carpendale: Todesangst um seinen Sohn Wayne

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Das ehrliche Interview

Man hat nicht oft das Glück, Howard Carpendale (65) und seinen Sohn Wayne (34) zusammen für ein Interview zu treffen. Wir erwischten die beiden jetzt bei Dreharbeiten zu ihrem neuen gemeinsamen ARD-Film „Lebe dein Leben“. In einem spannenden Vater-Sohn-Gespräch reden sie auch über ein unheimliches Erlebnis, das sie nicht vergessen können…

Sie standen gerade zum ersten Mal gemeinsam vor der Kamera. Wie war’s?Wayne Carpendale: Der große Unterschied zur Arbeit mit anderen Kollegen ist, dass wir uns natürlich so gut kennen, dass meistens ein Blick reicht, um zu wissen, was der andere denkt. Das heißt aber nicht, dass wir immer einer Meinung wären. Howard Carpendale : Als Vater hatte ich Angst. Ich habe überlegt, was sage ich seiner Mutter, wenn irgendetwas schiefgeht?War das die größte Angst in Ihrem Leben?Howard Carpendale: Um meinen Sohn hatte ich einmal in Amerika viel größere Angst, als er verschwunden ist. Es war im tiefsten Süden auf dem Fahrrad. Wir hatten ein Rennen gemacht. Er war ungefähr elf. Ich hatte das Rennen gewonnen, aber mit einem so großen Abstand, dass ich ihn nicht mehr gefunden habe.Wayne Carpendale: Ich war so sauer, dass ich ohne nach rechts oder links zu schauen einen anderen Weg gefahren bin. Und es war eben keine gute Gegend.Howard Carpendale: Da hatte ich sehr große Angst um ihn. Ich habe eine Stunde gesucht, er war nirgendwo zu finden. Ein Mann hat mir gesagt, ich hätte meinen Sohn nicht alleine lassen sollen, sein Sohn wäre dort vor einem Jahr ermordet worden. Da hatte ich echt Panik!Was passierte dann?Howard Carpendale: Meine Frau Donnice ist in einen Laden gelaufen und hat geschrien, dass unser Sohn weg ist, und viele Leute haben dann geholfen, Wayne zu suchen. Nach einer Stunde kam er seelenruhig angeradelt. Er war nämlich meilenweit alleine weitergefahren.In Ihrem Film geht es um Vater-Sohn-Probleme. Gab es das privat auch mal zwischen Ihnen?Wayne Carpendale: Klar. Das ist doch normal. Wir streiten uns auch manchmal, es gibt auch mal Ärger zwischen uns. Aber eine große Rebellion habe ich ausgelassen, denke ich.

Howard Carpendale: Ich habe zwei sehr sture Söhne.Wayne Carpendale: Woher wir das wohl haben…Haben Sie von Wayne irgendetwas gelernt, obwohl er so stur ist? Howard Carpendale: Ich meine das gar nicht so negativ. Er hat seinen Kopf und macht sein Ding, das ist manchmal gut, und manchmal sage ich auch, dass ich das nicht richtig finde. Ich habe unheimlich viel von meinem Sohn gelernt. Er hat mir an einem Punkt, wo es mir sehr schlecht ging, das Leben gerettet. Ich meine das psychisch, nicht körperlich. Ich war in einer Phase, in der ich am Boden war. Und er hat es gespürt und hat mir einfach geholfen. Er hat mich da, ohne zu fragen, rausgeholt. Das fand ich großartig, dass vergesse ich auch niemals.Bedeutet der Name Carpendale für den Sohn eigentlich eine Last?Wayne Carpendale: Für mich war es früher manchmal schwierig, wie einige ältere Mitschüler mit dem Namen Carpendale umgegangen sind. Im Beruf habe ich das hingegen nie als Last empfunden. Natürlich wird der ein oder andere schon mal gedacht haben, der hat die Rolle nur bekommen, weil er der Sohn von Howard ist. Aber dann musste ich beweisen, dass ich wirklich etwas kann, das ist eben meine Herausforderung im Leben.

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