Mama-BlogHund und Kind: Kein Grund für Angst!

Kinder und Hunde können meistens gut miteinander.
Kinder und Hund? Kann gut funktionieren!
Foto: Timea Sternkopf

Passen Hund und Kind zusammen? Aber ja, findet Mama-Bloggerin Timea aus München. Hier berichtet sie von ihrem chaotischen Alltag mit Kind UND Hund und verrät, wieso sich der ganze Extra-Stress mit Tier wirklich lohnt.

"Das Baby schlummert friedlich im Kinderwagen und ich kann endlich durchatmen, die frische Luft genießen und meine Gedanken freikriegen. Von wegen! Wuff! Wuff! Wuff! Und schon ist Léla wieder wach ...

So oder so ähnlich wie eben beschrieben liefen viele unserer Spaziergänge im ersten Jahr ab. Meine allerliebste Mischlingshündin Nona beschützte uns vor jedem anderen Hund, der uns im Park, im Wald oder am Flussufer zu Nahe kam. Sie meinte es gut, aber brachte Léla zurück aus dem Träumeland - und mich auf die Palme.

Léla will die Leine!

Heute andere Situation, aber doch ähnlich nervig: Léla, Nona und ich machen uns fertig zum Gassi gehen. Im Flur herrscht ein Chaos aus Hundeleine, aufgeregtem Schwanzwedeln, kreischendem Kind, das mit einem Schuh auf und ab rennt. Die Wickeltasche balanciere ich mit Müh und Not mit Hund und Kind an der Hand Richtung Kinderwagen. Während ich die unzufriedene Léla im Wagen festschnalle, zieht Nona Richtung Haustür. Wenn ich ganz viel "Glück" habe, kommt in dem Moment auch noch Nonas Erzfeind, der Nachbarshund aus dem ersten Stock, die Tür rein und bringt meine Kind-Hunde-Balance völlig aus dem Ruder.

Wenn wir es endlich aus der Tür schaffen, geht das gewohnte Spielchen los. Léla fordert mit ungeahnten Armverrenkungen und ohrenbetäubenden Quietschgeräuschen die Hundeleine. Sie ist ein großes Mädchen nun (anderthalb wohlgemerkt) und möchte alles alleine machen. Hundeleine halten gehört dazu.

Erste Option: Ich gebe ihr die Leine und versuche mich krampfend über den Kinderwagen zu beugen, um die Leine mithalten zu können auf eine Art und Weise, dass Léla sich nicht bevormundet fühlt. Wie gesagt, Madame ist sehr selbstständig die Tage.

Léla liebt es, die Leine von Nona zu halten.
Léla liebt es, die Leine von Nona zu halten.

Zweite Option: Ich gebe ihr die Leine nicht und darf mich auf die nächsten lauten, quengelnden 15 Minuten meines Lebens freuen. Die Erlösung naht, wenn ich im Park endlich den Hund von der Leine lassen kann. Oder nicht? Tja, Nona hat einen ausgeprägten Jagdsinn und nach vielen teuren Trainerstunden kamen wir zu dem Schluss, dass sie ein Charakterhund mit Vorliebe für Eichhörnchen und Mäuse ist und bleibt. Wie oft musste ich mich bereits auf die Suche nach der abenteuerlusitgen Nona machen - mit Kinderwagen inklusive Kind, das gerade alles andere als rumgeschoben werden wollte. Halleluja! So gibt es viele ähnliche (Slapstick-)Situationen aus unserem Alltag.

Wieso tue ich mir das an?

Das Leben einer frischgebackenen Mutter ist sowieso schon hart genug. Mit Hund wird es um einiges komplizierter. An dieser Stelle: Respekt an alle Mütter mit mehr als einem Kind. Trotz allem bin ich glücklich, dass meine kleine Tochter in den Genuss kommtn mit einem Hund aufzuwachsen.

Sie weiß jetzt schon so viel über Tiere: nicht hauen, nicht ziehen, nicht draufsetzen. Klappt nicht immer, aber immer öfters. Was tatsächlich erstaunlich ist für ihr Alter, ist die Selbstverständlichkeit mit der sie auf andere Tiere zugeht. Völlig egal, ob großer Hund, Ziege oder Ferkel. Letztens auf dem Münchner Landwirtschaftsfest (die Wiesn für Familien - weniger Betrunkene, mehr echte Tiere) sammelte sie selbstsicher Heu vom Boden und ging zielgerichtet auf einen Pferdestall zu und fütterte das Tier - als hätte sie das schon hundertmal gemacht. Manch andere Kinder verstecken sich hinter ihren Eltern, wenn sie große Tiere aus der Nähe sehen. Ich war unendlich stolz auf meine Kleine.

Durch den Familienhund lernt Léla, mit Tieren gut umzugehen.
Durch den Familienhund lernt Léla, mit Tieren gut umzugehen.

Tiere fördern das Sozialverhalten von Kindern

Tiere lehren unseren Kindern Respekt vor anderen Lebewesen und Verantwortungsbewusstsein. Studien belegen, dass Kinder, die mit Hunden aufwachsen ein ausgeprägteres Sozialverhalten haben. Sie sind einfühlsamer und können Körpersprache besser deuten (Ergebnis einer Studie am Institut für Psychologie der Universität Wien). Leider übertragen viele Mütter ihre Ängste an ihre Kinder. Es ist uns schon einige Male beim Spazierengehen passiert, dass Nona verschrecke Mütter dazu bewegte, sich schützend vor ihre Kinder zu stellen, während sie skeptisch dieses "Hundemonster" anstarrten. Dabei geht Nona nicht mal bis zum Knie, schaut mit vier Jahren immer noch wie ein Welpe aus und ist wirklich lieb.

Habt keine Angst vor Tieren - zeigt euren Kindern, was für tolle Lebewesen das sind. Unternehmt öfters mal Zoobesuche und Ausflüge zum Bauernhof. Oder streichelt den Nachbarshund - von bisschen Hundesabber und Hundehaaren passiert schon nichts.

Eure Timea

 

Timea bloggt für Wunderweib.de über das Leben mit ihrer Tochter.
Timea bloggt für Wunderweib.de über das Leben mit ihrer Tochter.
 

 

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