Hunde verstehen: Zu Besuch bei einer Tierkommunikatorin

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... Klar passe ich immer auf dich auf ...
Foto: Marion Losse

Hundesprache

Manchmal wünscht man sich, dass Tiere sprechen können. Und genau das tun sie auch! Wir müssen nur richtig zuhören.

Neugierig stürmt der West Highland White Terrier auf die Besucherin zu. "Speiky kann es kaum abwarten, unsere Fragen zu beantworten", sagt die Tierkommunikatorin Claudia Willscher, als sie die Wohnung von Nicole Theiling betritt. "Das hat er mir gleich bei der Begrüßung gesagt."

Sprechen? Ein Hund? Ja, denn die 30-Jährige kann mit Vierbeinern reden. Per Telepathie. "Klingt seltsam, bedeutet aber nichts anderes als ,Fühlen auf Distanz'. Ich baue eine Verbindung zum Tier auf. So bekomme ich Gefühle, Bilder, manchmal auch Sätze zugeschickt, die ich übersetze."

Bei Speiky dauert es nur Sekunden, und die Verbindung steht. Entspannt sitzen die beiden Frauen und der Hund auf der Terrasse. 15 Minuten lang stellt Nicole ihre Fragen - und Claudia Willscher beantwortet sie.

Einfach so, ohne Zaubersprüche und Hokuspokus. "Über die Besitzer baue ich den Kontakt zu den Tieren auf. Das funktioniert sogar per Telefon", erklärt Claudia Willscher.

Ob Katze , Hund , Pferd oder Gecko, die Schleswig-Holsteinerin kümmert sich in ihrer mobilen Praxis (www.claudiawillscher.de) um alle Arten, arbeitet dabei auch mit Tierärzten zusammen.

Und das, obwohl viele der Mediziner gegenüber Telepathie zunächst eher skeptisch waren. "Oft zeigen die Tiere ein Verhalten, bei dem die Ärzte mit ihrem Latein am Ende sind. Häufig gelingt es mir, die Ursache zu finden."

Zu Claudia Willscher kommen auch Tiere, die aus Heimen oder dem Ausland mitgebracht werden. "Die Besitzer sind einfach neugierig. Sie wollen etwas über die Vergangenheit des Tieres erfahren oder einfach wissen, ob es sich in seinem neuen Zuhause wohlfühlt."

Seit zwölf Jahren spricht Claudia Willscher nun schon mit Tieren. 600 bis 800 Fälle sind es im Jahr. Einen außergewöhnlichen Draht zu Tieren hatte sie schon immer.

Wirklich erklären konnte sie sich diese Verbindung aber nie. Während ihres Studiums zur Tierheilpraktikerin hörte sie dann von der amerikanischen Pionierin auf dem Gebiet der Tier-Telepathie: Penelope Smith. Kurzerhand ließ sie sich von ihr in den USA ausbilden.

Heute gibt sie ihr ungewöhnliches Wissen in Tierkommunikationskursen weiter. Das Überraschende dabei: Man braucht gar keine besondere Gabe, um mit Tieren zu sprechen. "Telepathische Fähigkeiten stecken in jedem von uns. Und es ist gar nicht so schwer, sie wiederzuentdecken."

Nicole Theiling (45) und Speiky

"Es ist schön zu wissen, dass es ihm bei mir gefällt"

Ich habe Speiky seit acht Jahren, und seither denke ich immer wieder, wie toll es wäre, von ihm Antworten zu bekommen. Als ich dann von Frau Willscher gehört habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Was mich zum Beispiel gewundert hat: Jedes Mal, wenn ich den Staubsauger anschalte, beißt er hinein.

Jetzt weiß ich, dass er sich früher einmal seine linke Pfote am Sauger geklemmt hat. Die Sprache der Tiere verstehen? Das ist für mich kein Humbug.

Heute weiß ich, dass Speiky gern mit mir im See badet, gekochtes Fleisch frisst und seine neue Hundenanny ganz okay findet. Mit zwölf Jahren machen ihm die Nieren etwas zu schaffen, und auch seine Augen sind schlechter geworden. Dagegen werde ich jetzt was unternehmen.

Letzten Endes ist es einfach schön zu wissen, dass er sich so wohl bei mir fühlt und immer auf mich aufpassen will."

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