Ode an den HundHundebesitzer sind glücklicher!

Hundebesitzer sind glücklicher
Hundebesitzer sind glücklicher als Katzenbesitzer
Foto: iStock
Inhalt
  1. Bin ich als Hundebesitzerin glücklicher?
  2. Hunde sind die Dalai Lamas der Tierwelt
  3. Was macht mein Hund mit mir?

Haustierbesitzer sind glücklicher, als Menschen ohne Haustiere. Und Hundebesitzer sind glücklicher als Katzenbesitzer, wie eine Studie nun bestätigt.

Eine Studie des Manhattanville Colege in New York wollte heraus finden, wer glücklicher ist. Dafür haben die Forscher hunderte Hunde- und Katzenbesitzer nach ihren Befindlichkeiten und Aktivitäten in der vergangenen Zeit befragt. Zusätzlich haben sie zahlreiche statistische Analysen durchgeführt und vorausgehende Studien ausgewertet. Das Ergebnis: Zumindest beim "subjektiven Wohlbefinden" schnitten Hundebesitzer besser ab.

Aber jetzt mal Studie bei Seite gelegt:

Bin ich als Hundebesitzerin glücklicher?

Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass ich nichts gegen Katzen habe. Sind ja echt hübsche Tiere. So vornehm und edel, voller Anmut und Eleganz. Wären Katzen Menschen, wären sie vermutlich Ballerinas.

Und die Katzenbabys erst! Es gibt kaum etwas Niedlicheres als diese tollpatschigen Knutschkugeln, die vor sich her tapsen und hier und da mal herunter fallen. Sind sie noch winzig, sind sie eben noch nicht so verdorben - das gilt wohl für Katzen-, Hunde- und Menschenbabys gleichermaßen.

Doch so wenig man ein Buch nach seinem Cover beurteilen kann, einen Menschen nach seinem Äußeren und ein Kuchenrezept nach dem drangehängten Foto, so wenig kann man ein Tier nach seiner Schönheit beurteilen.

Natürlich sind nicht alle Katzen von Grund auf böse. Einige lernen es erst im Laufe ihres Lebens, beschränken sich auf sporadisch böse Blicke oder gelegentliche Ignoranz. Kann man mögen. Sollte man auch, wenn man sich eine Katze zulegt. Muss man aber nicht, wenn man sich in dem Haustier einen treuen Weggefährten wünscht.

Genau da liegt der wichtigste Unterschied zwischen Katzen und Hunden: Hunde lieben dich bedingungslos. Während eine Katze dich keines Blickes würdigt (und dir insgeheim Pest und Cholera wünscht und überlegt, wie sie dich aus deiner eigenen Wohnung aussperren kann), weil du Überstunden machst, freut sich ein Hund doppelt und dreifach, wenn du endlich zu Hause angekommen bist (vermutlich hat er sich sogar Sorgen um dich gemacht, wollte schon deinen Chef anrufen, konnte aber nicht das Telefon bedienen).

Hunde wissen es eben zu schätzen, was man für sie tut: man gib ihnen ein Dach über den Kopf, sorgt für einen vollen Fressnapf, geht mit ihnen durch Felder und Wälder und lässt sie - Hundeblick sei Dank - sogar im eigenen Bett schlafen. Ein Hund vergöttert sein Frauchen oder Herrchen bis in die Knochen.

Und Katzen? Ja auch denen gibt Frauchen oder Herrchen ein Dach über dem Kopf, einen vollen Fressnapf, lässt ihn womöglich sogar um die Häuser ziehen und im eigenen Bett schlafen. Der Dank einer Katze? Verhält sich verhalten. Warum sollte sie auch dankbar sein, wenn ihr menschlicher Untertan sie dermaßen vergöttert? Sie hat es selbstverständlich verdient königlich behandelt zu werden - klar.

Happy
Happy
Foto: privat / K. Otrzonsek

Hunde sind die Dalai Lamas der Tierwelt

Wären Katzen als Menschen also auf ihren eigenen Erfolg bedachte Ballerinas, wären Hunde als Menschen vermutlich... naja, Dalai Lamas: gütig, dankbar und hilfsbereit.

Doch nicht nur das. Hunde sind treu. Haben sie dich einmal an's Herz geschlossen, werden sie dich nicht so schnell wieder loslassen. Sie werden immer in Erinnerung behalten, dass du mit ihnen Ball gespielt hast, dein Essen mit ihnen geteilt hast oder ihnen liebevoll das Köpfchen gestreichelt hast. Sie sind dir quasi nachhaltig dankbar.

Zudem sind Hunde vorurteilsfrei. Ihnen ist es wurscht, ob jemand weiß, schwarz oder pink ist, christlich, muslimisch oder atheistisch, dick, dünn oder irgendwas dazwischen. Sie lieben nicht nur dich so wie du bist, sondern auch deine Freunde, deine Familie und irgendwelche Passanten, die sie hochentzückt zu sich rufen. Und Katzen? Die suchen sich selbst ihre Besitzerin oder Besitzer aus. Vor allem Freigänger können schon mal ihre "Adoptiveltern" wechseln und einem das Herz brechen. Die Gründe dafür? Man weiß es nicht. Vielleicht hatte das Katzenfutter zwei Tage hintereinander die gleiche Geschmacksrichtung? Ist aber nur eine Vermutung...

Was unser Haustier ausstrahlt, geht auf uns über. Kein Wunder also, dass sich so viele Katzenbesitzer als introvertiert beschreiben, während Hundebesitzer zu Offenheit neigen. Gleich und gleich gesellt sich eben gern. Und wie heißt es so schön? Zeig mir deine Freunde und ich sag dir wer du bist.

Wenn Hundebesitzer sich begegnen, fühlen sie sich miteinander verbunden. Während die Hunde sich beschnüffeln, führt man Small-Talk mit Fremden, mit denen man ohne Hunde vermutlich niemals ins Gespräch gekommen wäre. Hunde verbinden Menschen. Sie führen uns bei jedem Spaziergang vor Augen, dass alle Menschen gleich sind, unabhängig von Geschlecht, Alter oder Nationalität.

Happy & Lucky
Lucky & Happy am Elbstrand in Hamburg
Foto: privat / K. Otrzonsek

Was macht mein Hund mit mir?

Wenn ich also nach Hause komme und mir meine zwei Hündchen schwanzwedelnd entgegenrennen, fällt der ganze Alltagsstress von mir ab. Wenn meine Hündchen sich freuen, als gäbe es kein Morgen, nur weil sie wissen, dass wir jetzt Gassi gehen, erinnern sie mich an die kleinen Freuden des Lebens. Daran, dass man jeden Augenblick genießen sollte und sich über das freut, was man bereits hat.

Wenn ich schlecht gelaunt bin und mit ihnen Gassi gehe, bringen sie mich zum Lachen, wenn sie über die Wiese tollen und neugierig die Welt erkunden. Dass wir seit Jahren wochentags die gleiche Runde drehen, scheint ihnen nichts auszumachen, im Gegenteil: Sie scheinen die Welt jeden Tag neu zu entdecken - und lassen mich daran teilhaben.

Wenn ich traurig bin und sie ungerufen auf meinen Schoß klettern und mich mit ihren Kulleraugen fragend ansehen, weiß ich, dass ich auf sie zählen kann.

Wenn ich mich abends ins Bett lege und meine Hündchen zu mir ins Bett krabbeln und sich an mich kuscheln (erst recht, wenn es draußen donnert und sie bei mir Schutz suchen), steigen nach wie vor Muttergefühle in mir auf. Durch diese Geborgenheit erscheint mir jede Alltagssorge zweitrangig.

Wenn ich sie bürsten, baden oder gar zum Tierarzt bringen muss - alle drei Dinge finden sie in etwa gleich schrecklich - und sie mich schon wieder lieb haben, sobald ich die Bürste weglege, sie trocken gerubbelt habe oder wir die Tierarztpraxis verlassen haben, führen sie mir vor Augen, wie wichtig das Verzeihen ist. Wie unbedeutend kleine (und große) Unannehmlichkeiten im Leben sind - auch sie vergehen. das Rudel bleibt aber auch dann noch bestehen.

Im Grunde lehren mich meine Hunde jeden Tag auf's Neue, was wichtig ist im Leben. Sie lehren mich, was Zusammenhalt, Treue, Freundschaft und Liebe ist. Sie zeigen mir, wie einfach es sein kann, auf andere Menschen vorurteilsfrei zuzugehen und wie man in der Gegenwart lebt, ohne an die Vergangenheit zu denken oder die Zukunft zu fürchten. Sie zeigen mir, was das Leben lebenswert macht.

Hunde sind wohl oder übel die besseren Menschen. Und machen uns damit jeden Tag ein wenig glücklicher...

 

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