DiätHungerstoffwechsel: Was steckt hinter diesem Mythos?

Hungerstoffwechsel: Was steckt hinter diesem Mythos?
Foto: iStock // TommL
Inhalt
  1. Was ist Hungerstoffwechsel?
  2. Ist der Hungerstoffwechsel wirklich für eine Stagnation verantwortlich?
  3. Mögliche Gründe für stagnierendes Gewicht oder Misserfolge bei Diäten

Diäten können manchmal sehr frustrierend sein - vor allem, wenn sich auf der Waage nichts tut oder das Gewicht stagniert. Oft wird dafür der Hungerstoffwechsel verantwortlich gemacht. Aber was ist das eigentlich und kann er wirklich die Erfolge einer Diät ausbremsen?  

Was ist Hungerstoffwechsel?

Hungerstoffwechsel bedeutet, dass sich der Stoffwechsel bei Nahrungsmangel umstellt: Der Grundumsatz sinkt, unser Körper verbraucht einfach weniger Kalorien als sonst. Wer über einen längeren Zeitraum keine oder zu wenig Nahrung aufnimmt (wie bei einer Diät oder beim Fasten), zwingt seinen Körper dazu auf seine Energiereserven zurückzugreifen. Zuallererst werden die Kohlenhydratspeicher geleert, bevor im Anschluss Fettpolster und Muskeln abgebaut werden. In diesem Moment tritt der sogenannte Hungerstoffwechsel in Kraft. Dabei wird der normale Energieverbrauch gedrosselt, sodass die Reserven länger halten. Entsprechend verlangsamt sich auch der Puls. Der Körper wappnet sich genau genommen für den Ernstfall - eine Hungersnot-, um möglichst lange von seinen Reserven zu zehren und das Überleben zu sichern.

Außerdem sinkt auch der Kalorienverbrauch, denn untergewichtige Menschen haben einen geringeren Grundumsatz als Menschen mit Normal- oder Übergewicht. Dadurch, dass Muskeln abgebaut werden und es zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen kommt, fällt jede Aktivität schwer, wodurch der Kalorienverbrauch weiter gedrosselt wird.

Kurz: Ist der Körper auf den Hungerstoffwechsel umgeschwungen, verbrauchen wir insgesamt weniger Kalorien. Wir nehmen nicht (so leicht) weiter ab.

Ist der Hungerstoffwechsel wirklich für eine Stagnation verantwortlich?

Der Hungerstoffwechsel wird bei Diäten gerne für die Stagnation des Gewichts oder aber den gefürchteten Jojo-Effekt nach einer erfolgreichen Gewichtsreduktion verantwortlich gemacht. Die allgemeine Schlussfolgerung ist, dass der Körper durch die geringere Kalorienzufuhr auf "Sparflamme" schaltet und dadurch der Hungerstoffwechsel aktiviert wird. Das ist allerdings nicht wahr, denn der Hungerstoffwechsel setzt erst bei Untergewicht ein. Zudem erholt sich der Stoffwechsel schnell wieder, sobald gesund und normal gegessen wird.

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Mögliche Gründe für stagnierendes Gewicht oder Misserfolge bei Diäten

Wenn es nicht der Hungerstoffwechsel ist, der die Diät negativ beeinflusst, was ist es dann? In den meisten Fällen sind die folgenden drei Punkte Schuld an einem negativen Effekt:

  • Kalorienaufnahme wird unterschätzt
  • Kalorienaufnahme wird überschätzt
  • Proteine werden zu wenig verzehrt

Wer nach einer Diät den Fehler macht und wieder zu seinen alten Essgewohnheiten zurückkehrt, wird auch schnell sein altes Gewicht wiederhaben. Erschwerend hinzu kommt, dass der Grundumsatz (Kalorienverbrauch im Ruhezustand) mit der Gewichtsreduktion sinkt. Gerne werden auch die Kalorien aus Getränken und kleinen salzigen oder süßen Snacks vergessen, die über den Tag genascht werden. Diese machen sich allerdings mehr auf dem Kalorienkonto bemerkbar als angenommen, denn ein Schokoriegel, wie z. B. ein Snickers (60g), schlägt mit rund 300 Kilokalorien zu Buche.

Außerdem ist ein beliebter Fehler, dass wir glauben, mehr essen zu können, wenn wir aktiv Sport treiben. Nur ist es leider so, dass wir beim Sport nicht so viele Kalorien verbrauchen, wie wir vielleicht annehmen. Und auch zu wenig Proteine auf dem Speiseplan führen dazu, dass nicht nur Fettpolster abgebaut werden, sondern auch Muskeln. Das wiederum hat zur Folge, dass der Grundumsatz gesenkt wird und die Bewegungsfreude gemindert wird.

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